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Celle Stadt Hilfe für Autisten und behinderte Kinder in Celle
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Hilfe für Autisten und behinderte Kinder in Celle
13:39 13.06.2010
Von Oliver Gatz
Gemeinsame Vorbereitungen für einen frischen Salat: Inga Koch und Waldemar Wiederspan helfen Betreuerin Bianca Seddig beim Zubereiten der Mahlzeit.
Gemeinsame Vorbereitungen für einen frischen Salat: Inga Koch und Waldemar Wiederspan helfen Betreuerin Bianca Seddig beim Zubereiten der Mahlzeit. Quelle: Torsten Volkmer
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Es ist schwer nachzuvollziehen, was in den Köpfen vor sich geht“, sagt Mizel. Die Mitarbeiter sind bemüht, einen Draht zu den Betreuten zu finden, um festzustellen, wie es im Innern der Menschen aussieht. Autisten können Gefühle wie Freude oder Missmut schlecht zeigen, die sprachlichen und auch mimischen Fähigkeiten sind eingeschränkt. Sie haben große Schwierigkeiten, sich ihrer Außenwelt zu öffnen. Umso schöner ist es, wenn die Betreuer ansatzweise Emotionen erkennen. „Es ist für mich eine große Befriedigung, wenn die Leute einem etwas mitteilen wollen, wie zum Beispiel: Ich würde heute gerne Pizza essen“, berichtet Mizel.

In der Wohngruppe werden derzeit sieben Autisten im Alter zwischen 23 und 42 Jahren betreut. Um die Bewohner kümmern sich sechs Pflegekräfte im Tagesdienst und drei in Nachtbereitschaft. „Der Alltag ist fest strukturiert“, sagt Mizel. „Autisten brauchen das.“

Der sonderpädagogische Kindergarten Spunk ist die zweite Einrichtung in Celle, die der GiB angehört. In der Kleinen Redder 8 werden sowohl körper- als auch sprachbehinderte Kinder betreut. Im Sprachheilbereich gibt es 40 Plätze, im Körperbehindertenbereich 12. „Ein Erfolg ist es dann, wenn die Kinder nach ein bis drei Jahren gut gerüstet ins Leben entlassen werden“, sagt die Spunk-Leiterin und Sozialpädagogin Petra Moske.

28 Mitarbeiter beschäftigt die Einrichtung. Das feste GiB-Team umfasst allein 15 pädagogische Fachkräfte, drei Sprachtherapeuten, eine Psychologin sowie zwei Ergotherapeuten, ein Hauswirtschafterin und einen Hausmeister. Jährlich werden 30 bis 35 Kinder entlassen – nach Möglichkeit in eine Regelschule.

Nach dem Konkurs der gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung Körperbehinderten gründen 1994 Eltern und Mitarbeiter die GiB. Derzeit werden rund 400 behinderte Menschen in acht Einrichtungen in allen Altersstufen betreut – vornehmlich mit Körper, Mehrfach- sowie autistischen Behinderungen. Beschäftigt werden rund 230 Mitarbeiter, knapp 30 Zivildienstleistende und Teilnehmer am Freiwilligen Sozialen Jahr. Die GiB setzte im vergangenen Jahr 11,7 Millionen Euro um und kann damit als mittelständisches Unternehmen und Wirtschaftsfaktor in der Region Hannover gesehen werden.