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Celle Stadt Herausforderung Altenheime: 140 Senioren müssten evakuiert werden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Herausforderung Altenheime: 140 Senioren müssten evakuiert werden
13:53 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Auch am Bahnhofsparkhaus gibt es einen Verdacht auf einen Blindgänger im Untergrund.
Auch am Bahnhofsparkhaus gibt es einen Verdacht auf einen Blindgänger im Untergrund. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

16 Krankenwagen, 11 Rollstuhlfahrzeuge und 16 Kleinbusse, dazu 90 Personen für den Fahrdienst und zwölf zusätzliche Helfer bei der Lobetalarbeit, nicht zu vergessen die Mitarbeiter in den betroffenen Altenheimen – dieses Personal kommt morgen allein für die Evakuierung von drei Alten- und Pflegeheimen zum Einsatz, falls sich der Verdacht auf Blindgänger am Celler Bahnhof heute Abend bestätigten sollte. Die Räumung des Guizetti-Stifts, des Alten- und Pflegeheims Staschko und des Hauses Sonnenhof stellt die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen.

„Insgesamt müssten wir aus diesen drei Einrichtungen 21 bettlägerige Senioren und 11 Personen, die in Liegesesseln transportiert werden müssen, evakuieren“, erläuterte Rainer Taubenheim, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Celler Hilfsorganisationen, das Szenario. Um möglichst um 11 Uhr fertig zu sein – und sich im Anschluss um Privatpersonen, die nicht mehr mobil sind, kümmern zu können – würde man mit der Evakuierung der drei Altenheime bereits um 8 Uhr morgens beginnen. „Auch das Personal der Einrichtungen wird anwesend sein und uns tatkräftig unterstützen. Es gibt ja auch eine gewisse Anzahl von dementen Personen, um die man sich besonders kümmern muss. Zudem werden bei dem einen oder anderen Erinnerungen an den Krieg wach werden und alte Ängste wieder aufleben“, sagte Taubenheim.

Die Senioren, die bettlägerig sind, werden im Hehlentorstift und im Wilhelm-Buchholz-Stift untergebracht, beides sind Heime der Lobetalarbeit, in deren zentraler Einrichtung an der Fuhrberger Landstraße die übrigen Altenheimbewohner für die Dauer der Evakuierung Unterschlupf finden. Dies werden noch einmal etwa 110 Personen sein.

„Wir haben 150 Plätze reserviert“, teilte Lobetal-Sprecher Markus Weyel mit. Für die Senioren wird im Speisesaal die Möglichkeit geboten, ein Mittagessen zu sich zu nehmen. Es gibt Hühnersuppentopf, Kaffee und Butterkuchen – alles kostenlos. „Außerdem besteht die Möglichkeit, um 10 Uhr an unserem Gottesdienst teilzunehmen“, sagte Weyel.

Privatpersonen mit Behinderungen: Auch Privatpersonen mit Behinderungen oder solche, die nicht mehr so mobil sind, können sich von den Hilfskräften bei der Evakuierung helfen lassen. Dazu sollten sie heute noch die Gelegenheit nutzen, sich beim Bürgertelefon, dass unter s (05141) 12456 von 8 bis 18 Uhr besetzt ist, für einen Transport anzumelden. Bisher haben sich bereits 25 Personen gemeldet. Alle Senioren, die noch gut zu Fuß sind, werden gebeten, sich in der Notunterkunft CD-Kaserne einzufinden, falls sie nicht woanders unterkommen.

Kein Gottesdienst: Wegen der Unwägbarkeit, ob am morgigen Sonntag die Bevölkerung im Umfeld des Bahnhofs evakuiert werden muss, werden in den betroffenen Kirchengemeinden, die im Evakuierungsgebiet liegen, keine Gottesdienste stattfinden.

Ausstellung geschlossen: Wegen der möglichen Bombenentschärfung am morgigen Sonntag, 11. April, bleibt die Ausstellung „Von Preußen nach Europa – eine Region verändert sich“ im Kreistagssaal an diesem Tag geschlossen. Sie ist stattdessen heute von 11 bis 17 Uhr zu besichtigen. Am Sonntag, 18. April, ist ein Besuch der Ausstellung ebenfalls nicht möglich, da sie anlässlich des Festballes des Landkreises in der Congress Union dort nur für die Gäste des Balls zu sehen sein wird.