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Celle Stadt Dehning und Meissner gewinnen CZ-Leserwahl
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dehning und Meissner gewinnen CZ-Leserwahl
09:42 02.03.2019
Von Christian Link
Foto: Die CZ-Sportler des Jahres 2018: Marie Dehning und Cedric Meissner.
Die CZ-Sportler des Jahres 2018: Marie Dehning und Cedric Meissner.
Celle

Ausgerechnet die beiden Sieger waren verhindert – doch das trübte den Abend nur wenig. Schließlich standen bei der 65. CZ-Heimatsportlerehrung viele tolle Sportler aus Stadt und Landkreis Celle im Rampenlicht. Bei der Preisverleihung in Thaers Wirtshaus gaben sie überraschende Einblicke in den Sport, zeigten Emotionen und verrieten das ein oder andere Geheimnis.

Judoka Sebastian Wendt etwa erklärte den versammelten Gästen, wie eine „Schweinerolle“ funktioniert. „Ich klemme den Gegner unterm Arm ein und dann rolle ich ihn zur Seite. Es heißt Schweinerolle, weil wir etwas schwerer sind – und es nicht ganz schön aussieht“, erläuterte der Schwergewichtler dem amüsierten Publikum und sorgte für ein erstauntes Raunen, als er sein aktuelles Kampfgewicht verriet: „145 Kilo.“

Delfin und Schmetterling sind doch dasselbe

Lina Timm vom Celler Schwimm-Club (CSC) überraschte mit einem kleinen Geständnis. „Eigentlich wollte ich gar keine Schmetterlingschwimmerin werden, weil es die anstrengendste Lage ist. Aber es hat sich so ergeben.“ Für alle Landratten erklärte sie auch den Unterschied zwischen Delfin- und Schmetterlingsschwimmen: „Es gibt keinen. Es ist beides dasselbe.“

Dass für die Nominierten der Sport mehr als nur ein Hobby ist, machte besonders Leichtathletin Katharina Bartsch deutlich: „Seit drei Jahren bin ich lungentransplantiert und der Sport ist für mich die Bestätigung, dass ich lebe. Der Sport gibt mir sehr, sehr viel.“ Und CSC-Rückenschwimmer Jan Hartwich, der derzeit fünf Mal die Woche jeweils vier bis fünf Kilometer im Wasser zurücklegt, kommentierte seine aktuelle Trainingsbelastung lapidar mit den Worten: „Im Moment ist es etwas weniger, weil ich nebenbei noch Abi mache.“

Sogar sechs Tage trainiert Kanutin Alina Zimmer. „Und wann machst du Pause? Sonntags?“, fragte CZ-Sportredakteur Oliver Schreiber. – „Ne, donnerstags. Weil das mit der Schule gut passt“, erwiderte die amtierende Norddeutsche Meisterin.

Einige Sportler waren auf Lehrgang, im Urlaub oder im Trainingslager und deswegen leider verhindert. Bei der Mannschaft des Jahres fiel das nicht so sehr auf. „Drei Jungs von uns sind heute beim NFV-Sichtungslehrgang“, sagte Trainer Bert Schmidt von der Fußball-Schulmannschaft des HBG Celle, die ausschließlich aus Kickern von Hannover 96, Fortuna Celle und VfL Westercelle besteht.

Stellvertretend für Cedric Meissner nahm sein Vereinschef Thorsten Lambrecht vom TuS Celle 92 den Preis entgegen. Nach dem zweiten Platz im Vorjahr wählten die CZ-Leser das Tischtennis-Nachwuchstalent diesmal auf Platz 1. Ob „Ceddi“ auch 2020 wieder nominiert werden kann, ist aber unklar. Sein Vertrag läuft aus. „Wir sind in Verhandlungen und würden Cedric sehr gerne behalten. Aber da mischen auch noch größere Vereine mit“, sagte Lambrecht.

Die Heimatsportlerin des Jahres, Marie Dehning, bleibt ihrer LG Celle-Land ganz sicher noch bis zum Abitur erhalten. Derzeit befindet sich die 15-jährige Schülerin vom Hermannsburger Christian-Gymnasium allerdings auf Skifreizeit, weshalb Trainer Björn Lippa ihre Trophäe entgegen nahm. „Es ist schon außergewöhnlich, was Marie leistet“, lobte Lippa, der 1997 und 98 selbst CZ-Heimatsportler des Jahres war, seinen Schützling: „Sie ist jetzt 1,67 Meter hoch gesprungen, das ist bei einer Körpergröße von 1,71 Metern echt erstaunlich.“

Mit besonders viel Emotionen war die Übergabe des Fairplay-Preises verbunden, den sich die Fußballer vom VfL Wathlingen durch ihr Engagement für den lebensbedrohlich erkrankten Luigi Böse verdient hatten. „Als ich Abteilungsleiter wurde, ging mein erstes Gespräch mit der Celleschen Zeitung darüber, dass wir die unfairste Fußball-Mannschaft sind. Und zwei Jahre später kriegen wir jetzt den Fairplay-Preis“, sagte der sichtlich gerührte Spartenleiter Michael Laue. Mit Tränen in den Augen widmete er die Auszeichnung einer Wathlinger Fußballlegende: „Unser langjähriger Trainer und Betreuer Achim Fuchs ist gestern ganz plötzlich und unerwartet gestorben. Ihm möchten wir diesen Preis widmen.“

Michael Ende 01.03.2019
Christian Link 01.03.2019