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Celle Stadt Heese-Anwohner fordern mehr Ruhe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Heese-Anwohner fordern mehr Ruhe
13:05 13.06.2010
Reiner Domrich, Klaus Stelter und Bernd Franke klagen über Lärm in ihrem Wohngebiet.
Reiner Domrich, Klaus Stelter und Bernd Franke klagen über Lärm in ihrem Wohngebiet. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Bahn-, Flug- und Straßenlärm: Die Anwohner des Heese-Gebiets haben ihn im Überfluss. „Nachmittags kann man sich im Garten nicht mehr unterhalten“, klagt Klaus Stelter, der sein Haus im Amselstieg in unmittelbarer Nähe zum Wilhelm-Heinichen-Ring bereits seit neun Jahren bewohnt. „Erholung ist hier schon lange nicht mehr möglich.“

Der Lärm habe in allen Bereichen zugenommen. Nachts sei die Situation mittlerweile unerträglich. „Wir sind hier am lärmgeplagtesten“, sagt Stelter, der sich dabei auch auf die laufende „Lärmaktionsplanung“ der Stadt Celle bezieht. In deren Zuge wurde bisher zwar nur den Klein Hehlenern ein Lärmschutzwall am Nordteil des Wilhelm-Heinichen-Rings versprochen, ihre Ergebnisse bekräftigen aber Stelters Aussage. „Davon erhoffen wir uns schon etwas“, so Stelter.

Nicht nur Informationen, sondern eine aktive Beteiligung hatte die Stadt bei der jüngsten Veranstaltung von den Celler Bürgern gefordert. „Wir brauchen Ihre Erfahrungen, um ein Maßnahmenpaket zu entwickeln“, erklärte Jens Hanssen, Fachbereichsleiter Technische Dienste. „Ich kann nicht versprechen, dass wir jedes Problem lösen werden, aber wir wollen für Erleichterung sorgen, wo möglich.“

Die Heese-Anwohner haben hier konkrete Vorstellungen. „Man könnte punktuell eingreifen“, sagt Stelters Nachbar Reiner Domrich. Vorstellbar seien Sand-Aufschüttungen an Grünstreifen des Wilhelm-Heinichen-Rings, die man wie in Klein Hehlen im Zuge der Aller-Ausbaggerung verwirklichen könne. „Außerdem sollte man die Geschwindigkeit wie in Klein Hehlen auf 50 Stundenkilometer begrenzen“, so Domrich. Damit könne der Straßenlärm – der auch durch mautflüchtige Lastwagen verursacht werde – ein wenig reduziert werden.

Gegen den Bahnlärm sei die Stadt machtlos, erklärte Christian Popp vom „Lärmkontor Hamburg“ bei der Veranstaltung der Stadt. „Um dabei etwas zu erreichen, müssen genügend Leute Druck machen.“ Ähnlich aussichtslos scheint es um den dritten Lärmfaktor der Heese-Anwohner bestellt zu sein – den Fluglärm der Bundeswehr-Hubschrauber aus Wietzenbruch. Auch hier greife die Lärmaktionsplanung, die auf einer EU-Richtlinie beruhe, nicht. Bernd Franke, der in der Geißenstraße ebenso betroffen ist wie Stelter und Domrich im Amselstieg, erklärt: „Wir sind nicht gegen den Standort Wietzenbruch, wir wollen nur eine Verlegung des Lärms.“

Von Birte March