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Celle Stadt Haschkuchen am Celler Ernestinum verteilt: Staatsanwaltschaft ermittelt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haschkuchen am Celler Ernestinum verteilt: Staatsanwaltschaft ermittelt
19:30 10.12.2015
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Benjamin Westhoff
Celle Stadt

Am Mittwochabend hat am Gymnasium Ernestinum die Klassenkonferenz getagt, die über das weitere Schicksal der drei Jugendlichen entscheiden sollte, die in der vergangenen Woche einen Haschkuchen an Mitschüler verteilt haben. Über das Ergebnis möchten die Schulleitung und die Landesschulbehörde nichts nach außen dringen lassen. "Konferenzinhalt und -ergebnis unterliegen der Verschwiegenheitspflicht. Den betroffenen Schülern und ihren Erziehungsberechtigten sind die Beschlüsse der Konferenz mündlich mitgeteilt worden", sagte Christopher Winkler, Pressesprecher der Landesschulbehörde.

Nach CZ-Informationen stand vor der Konferenz im Raum, die Täter auf andere Schulen zu schicken. Andere Gymnasien im Stadtgebiet waren angefragt worden, die drei 15-Jährigen aufzunehmen. Am Ernestinum machten gestern Gerüchte die Runde, dass alle drei "Kuchenbäcker" nun die Schule verlassen müssen und künftig auf das Gymnasium Lachendorf gehen sollen.

Unterdessen hat die Staatsanwaltschaft den Fall übernommen. Die Befragungen seien weitgehend abgeschlossen. Demnach würde sich herauskristallisieren, dass die Opfer nicht wussten, dass der Kuchen mit Cannabis versetzt war. Gute Nachricht für das Ernestinum: "Wir haben keinen Hinweis darauf, dass auf dem Schulgelände oder im Umfeld der Schule mit Drogen gehandelt wird", so Oberstaatsanwalt Lars Janßen.

Am Ernestinum zeichnet sich nach dem Vorfall möglicherweise ein Umdenken in Sachen Drogenprävention ab. Nach Auskunft der Landesschulbehörde finde diese an dem Gymnasium ab der sechsten Klasse in den Fächern Biologie, Chemie sowie Religion beziehungsweise Werte und Normen statt und werde bis in die Oberstufe fortgesetzt.

Eine Kooperation mit der Jugendarbeit der Stadt hat das Ernestinum allerdings nicht wahrgenommen. Stadtsprecherin Myriam Meißner: "Unsere Kolleginnen von der Drogenprävention sind schon vor Monaten bei allen Schulleitern vorstellig geworden. Dabei haben sie angeboten, in den Schulen zur Sucht-und Drogenprävention zu arbeiten. Das Ernestinum hat mit uns zu dem Thema nichts gemacht." Seitens der Schulleitung hieß es, dass es wegen terminlicher Probleme keine Zusammenarbeit mit der Stadt gegeben habe. Allerdings solle "die inhaltliche und temporäre Abstimmung mit den Angeboten der Stadt innerhalb der Entwicklung des Gesamtkonzepts" geschehen.

Der Verzehr des Haschkuchens hat übrigens recht bizarre Folgen nach sich gezogen. Nach Angaben von Schülern hat die Schulleitung den Abiturienten direkt nach dem Vorfall untersagt, weiterhin Kuchen an der Schule zu verkaufen. Unter anderem mit dieser Aktion verdient sich der Abschlussjahrgang traditionell das Geld für die Abifeier. Schulleiter Johannes Habekost behauptet, dass es gemeinsame Überlegungen mit den Schülern gegeben habe, "für eine Zeit auf den Kuchenverkauf zu verzichten", um sich nicht "vorhersehbarem Spott auszusetzen". Gestern sei ein Brief an der Schule verteilt worden, in dem der Abiturjahrgang und Habekost um Vertrauen in die Kuchen der Abiturienten bitten.