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Celle Stadt Haesler-Stiftung: Haack wirft Geschäftsführer-Posten hin
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Haesler-Stiftung: Haack wirft Geschäftsführer-Posten hin
14:08 13.06.2010
Von Michael Ende
Ab Freitag ist es offiziell: Das Stadtarchiv beherbergt das Haesler-Archiv in Celle. erste Stadträtin Dr. Susanne Schmitt übergibt der Leiterin des Stadtarchivs Sabine Maehnert
Ab Freitag ist es offiziell: Das Stadtarchiv beherbergt das Haesler-Archiv in Celle. erste Stadträtin Dr. Susanne Schmitt übergibt der Leiterin des Stadtarchivs Sabine Maehnert Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Wulf Haack steht der beabsichtigten Neuausrichtung der Celler Haesler-Stiftung nicht länger im Weg. Der CDU Ratsherr hat angekündigt, sein Amt als Geschäftsführer der Stiftung zur Verfügung stellen zu wollen. Mit diesem Schritt wolle er seiner Absetzung während einer von der Stiftungs-Vorsitzenden Susanne Schmitt für den 17. November anberaumten Vorstandssitzung zuvorkommen, erklärt Haack in einem Rundschreiben an die Mitglieder der CDU-Stadtratsfraktion: „Zwischen Frau Dr. Schmitt und mir bestehen völlig unterschiedlicher Auffassungen über das Ziel und die Arbeitsweise der Stiftung, aber auch in der Auffassung über Fragen von Loyalität und einem geregelten Miteinander. Daraus habe ich die Konsequenzen gezogen.“

Haack erklärt, „dass ich mein Amt als vom Vorstand gewählter Geschäftsführer zur Verfügung stelle und mich auf die ehrenamtliche Arbeit für das Haesler-Museum beschränke.“ Gleichzeitig bittet er seine Fraktionskollegen, über die Affäre, die publik wurde, nachdem Schmitt angekündigt hatte, die Arbeit der Stiftung unter anderem durch die Anstellung eines neuen Geschäftsführers professionalisieren zu wollen, kein Wort zu verlieren. Haack: „Ich bitte dieses Schreiben als fraktionsinternen Vorgang zu behandeln.“ Dieser Appell ist in der CDU-Fraktion verhallt. Haack hatte das Schreiben am Freitag als Email um 7.38 Uhr abgeschickt – drei Stunden später lag es auf dem Tisch der CZ-Redaktion.

Die Haesler-Stiftungs-Vorsitzende und Erste Stadträtin Susanne Schmitt möchte Haacks Schritt auf CZ-Nachfrage nicht näher kommentieren, tritt jedoch dem Eindruck entgegen, dass Haack aus freien Stücken gehandelt habe: „Ich hatte die Abberufung von Herrn Haack als Geschäftsführer auf die Tagesordnung der Vorstandssitzung vom 17. November gesetzt. Er wusste, was kommt.“

Dass Haack sich wie gewünscht auch künftig ehrenamtlich um das unter seiner Regie aufgebaute Haesler-Museum „kümmern“ darf, darf bezweifelt werden. „Das geht natürlich nicht“, heißt es aus Vorstandskreisen der Stiftung. Dass Haack, der ein begeisterter Sammler von Haesler-Material ist, als Museums-Macher kaum tragbar sein dürfte, darauf weisen massive Beschwerden aus den Celler Museen hin, deren Mitarbeiter sich nach CZ-Informationen bei der Celler Rathaus-Spitze darüber beklagt haben, dass Haack sich je nach Gusto ihrer professionellen Zuarbeit bedienen wolle.

So habe Haack, der von der Weltkriegs-Fliegerbombe über Schultische bis hin zu Türklinken alles sammle, was ihm interessant erscheine, nicht nur darauf gedrungen, seine Schätze direkt neben eingelagertem Kulturgut des Bomann-Museums zu stapeln, sondern er soll auch vorgeschlagen haben, zugunsten seiner Stücke Bestände des Museums wegzuschaffen. Bisheriger Höhepunkt soll der Versuch Haacks gewesen sein, von Schadinsekten befallenes Material neben kostbaren Altertümern des Museums zu deponieren.

Während Haack weiterhin den allseits belächelten Plan verfolgen möchte, Haeslers Altstädter Schule binnen zehn Jahren zum UNESCO-Weltkulturerbe zu machen, weihte Schmitt am Freitag ein sehr viel handfesteres Projekt ein: das Haesler-Archiv im Celler Stadtarchiv. Dort an der Westerceller Straße ist jetzt ein Haesler-Kleinod für die internationale Forschung zugänglich, das weite Teile des Nachlass des berühmten Architekten des „Neuen Bauens“ umfasst. Vorgehalten werden unter anderem 1686 Fotografien, 767 Bauzeichnungen sowie unter anderem umfangreiche Materialien wie etwa auch die Bauakten zur Altstädter Schule.