Gewerbegebiete: SPD will Fusion mit Adelheidsdorf
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Celle Stadt Gewerbegebiete: SPD will Fusion mit Adelheidsdorf
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gewerbegebiete: SPD will Fusion mit Adelheidsdorf
13:56 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Die Wietzenbrucher Kolkwiesen – derzeit das einzige Gewerbegebiet im Angebot der Stadt Celle.
Die Wietzenbrucher Kolkwiesen – derzeit das einzige Gewerbegebiet im Angebot der Stadt Celle. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

„Wir sollten mit der Gemeinde Adelheidsdorf fusionieren.“ Was in der Vergangenheit allenfalls einmal Gegenstand von Gedankenspielen war, aber sich niemand traute, laut auszusprechen, schlägt SPD-Fraktionsgeschäftsführer Joachim Schulze nun allen Ernstes vor, um der Stadt Celle weitere Entwicklungspotenziale zu eröffnen. Hintergrund: Im Stadtgebiet gibt es derzeit nur noch ein Gewerbegebiet – die Wietzenbrucher Kolkwiesen, die von der Wirtschaft allerdings nicht richtig angenommen werden. In dieser Situation richtet Schulze den Blick nach Süden. „In diesem Bereich könnten wir weiter wachsen.“

Der ungewöhnliche Vorschlag ist auch der Tatsache geschuldet, dass im Einzugsbereich des ersten Bauabschnitts der vor einigen Monaten fertig gestellten Ostumgehung sich im Stadtgebiet die Entwicklung weiterer, attraktiver Gewerbegebiete schwierig gestaltet. Schulze: „Ich will der Stadt nichts anlasten. Allerdings habe ich in der Vergangenheit immer angemahnt, dass man perspektivisch eine Verlegung des Sportplatzes des VfL Westercelle ins Auge fassen muss.“

SPD-Fraktionschef Jens Rejmann und auch die Grünen um den Fraktionsvorsitzenden Bernd Zobel lasten die derzeitige Misere um die fehlenden Gewerbegebiete an der „neuen B3“ der alten „Rathausregierung“ von Oberbürgermeister Martin Biermann an. „Vorbereitende Maßnahmen sind in dieser Zeit nicht getroffen worden“, meinte Rejmann und Zobel kritisiert die „fehlende langfristige Planung der Verwaltung in der Vergangenheit“.

Alle Fraktionen sind sich indes einig, dass neue Gewerbegebiete nun zügig ausgewiesen werden müssten. Die Grünen wollen dies allerdings nicht um jeden Preis. „Die weitere Entwicklung der Celler Gewerbegebiete muss einhergehen mit den Erfordernissen des Natur- und Landschaftsschutzes. Für neue Gebiete müssen wir Ausgleichsflächen anlegen, die den Namen auch verdienen“, so Zobel, der eine Überprüfung der Erweiterung bestehender Gewerbeflächen und die Intensivierung des Leerstandsmanagements fordert. „Eine Konzentration auf den Süden in Ostumgehungsnähe bringt nichts“, sagte Zobel.

So wie er sieht auch Joachim Falkenhagen, Fraktionsvorsitzender der FDP, Potenziale in der Erweiterung des Gewerbegebietes Altenhagen. Falkenhagen will allerdings den Südwesten im Blick behalten. „Wenn die Ostumgehung mit dem zweiten Abschnitt an die B214 herangeführt wird, rückt auch dieses Gebiet verstärkt in den Fokus.“ Klar sei, dass die Verwaltung dem Rat nun Vorschläge unterbreiten müsse.

Dieser Forderung schließt sich auch CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers an und setzt dabei auf den neuen Wirtschaftsförderer Thomas Faber. Dabei treibt Gevers auch die Sorge um, ansiedlungswilligen Unternehmen keine geeigneten Flächen anbieten zu können. „Ich hoffe nicht, dass die jetzige Situation Celle zum Nachteil gereicht. Momentan sieht es ja nicht danach aus, als würde die Wirtschaft Schlange stehen.“