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Celle Stadt Gewerbegebiet und Ostumgehung vor Kollision
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gewerbegebiet und Ostumgehung vor Kollision
14:08 13.06.2010
Plan: Hier verläuft die B3, hier könnte sie verlaufen, wenn die Kläger Recht erhalten.
Plan: Hier verläuft die B3, hier könnte sie verlaufen, wenn die Kläger Recht erhalten. Quelle: nicht zugewiesen
Celle Stadt

Mit erfolgreichen Klagen der Anwohner gegen den Verlauf des dritten Abschnittes der Ostumgehung rechnet Bernd-Wilhelm Winkelmann, Projektleiter Ostumgehung des Straßenbauamts Verden, nicht. Was soll er auch anderes sagen. Zugeben muss er jedoch, dass es mittlerweile 250 Widersprüche von Anwohnern gegen den Trassenverlauf gibt – viele von ihnen von Anwohnern aus Altenhagen.

Das könnte noch zu einem folgenschweren Problem für ein weiteres Celler Projekt werden. In Altenhagen plant die Stadt eine Erweiterung des Gewerbegebietes um 11,3 Hektar Gewerbefläche. Angeblich stehen die Interessenten Schlange, wollen bereits dort ansässige Unternehmen expandieren.

Der Ortsrat Altenhagen will erst gar kein Risiko eingehen. In seiner Sitzung am Mittwochabend stellte er einen Eilantrag: Eine endgültige Entscheidung über die Erweiterung des Gewerbegebietes soll erst fallen, wenn alle Klagen gegen die geplante Trassenführung abgeschmettert wurden. Die Zeit drängt, in der kommenden Woche ist das Gewerbegebiet erst Thema im Bauausschuss des Rates der Stadt Celle, dann Ende März im Verwaltungsausschuss. „Erhalten die Anwohner Recht, ist damit zu rechnen, dass eine neue Trassenführung mitten durch die geplante Erweiterung des Gewerbegebietes verläuft“, sagt Ortsbürgermeister Helmut Schmidt.

Bis dahin könnten Politik und Verwaltung also folgenschwere Fakten schaffen. Zwar hat die Stadt die Kosten noch nicht beziffert, jedoch müssen Zufahrten und die Kanalisation geschaffen werden. Das dürfte in die Hunderttausende gehen – mindestens. Erst im Mai und Juni werden die Widersprüche abgearbeitet. Klagen, die dann sicher kommen werden, ziehen sich weitere Zeit hin.

Winkelmann stellt klar, dass sie per Gesetz „Sofortvollzug“ haben, die Interessen des Straßenbauamtes also über denen der Anwohner stehen. Weitere Gründe würden für einen Sieg vor Gericht sprechen: Durch eine Trassenverlegung nach Osten würde die Strecke verlängert und damit teurer, würde die Trasse an einer ökologisch ungünstigen Stelle mit dem Fluss Lachte gekreuzt und außerdem würde hier das Problem nur verlagert, hätten andere Anwohner Probleme. Doch auch Winkelmann gibt zu: „Ausgeschlossen ist eine Trassenverlegung sicherlich nicht.“

Von nicht zugewiesen