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Celle Stadt „Getreten und bespuckt“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Getreten und bespuckt“
15:33 13.06.2010
Celle Stadt

Selbst ein harmloser Ehestreit kann gefährlich werden. Als die Celler Polizei am 29. Dezember 2005 zu einem Wohnhaus in Winsen gerufen wurde, ahnten die Beamten nicht, dass sie bei diesem Einsatz ihr Leben aufs Spiel setzten würden. Ein 60 Jahre alter Mann hatte sich nach einem Streit mit seiner Frau in seinem Haus verbarrikadiert und damit gedroht, von seiner Maschinenpistole und Handgranaten Gebrauch zu machen.

Spezialeinsatzkräften gelang es schließlich, in das Haus einzudringen und den Mann festzunehmen, der zuvor mit gezielten Schüssen auf die Beamten gefeuert hatte. Verletzt wurde niemand, doch dieser Fall zeigt die Unberechenbarkeit von Polizeieinsätzen.

„Die Informationslage vor einem Einsatz ist leider nicht immer ausreichend“, sagt Polizeisprecher Christian Riebandt. „Generell bereiten sich die Beamten auf der Fahrt zum Tatort vor. Im Dienstwagen wird die taktische Vorgehensweise abgesprochen. Das Überraschungsmoment liegt immer beim polizeilichen Gegenüber.“

Der jüngste Fall von Widerstand gegen die Polizei ereignete sich am 13. Januar 2010 bei einer Verkehrskontrolle in der Celler Bahnhofstraße. Während die Beamten ihrem Dienst nachgingen, mischte sich ein unbeteiligter 17-Jähriger in den Einsatz ein und kommentierte ihn lautstark. Der Aufforderung, sich zu entfernen, leistete er keine Folge. Der junge Mann pöbelte herum, äußerte, „dass sie ihn mal können“ und ließ sich nur unter erheblichem Widerstand abführen.

„Hier zeigt sich, dass sich auch völlig Unbeteiligte zu einem verbalen oder körperlichen Angriff auf die Polizei hinreißen lassen“, so Riebandt weiter. „Alkohol spielt in diesen Fälle eine große Rolle und nicht selten werden die Beamten getreten, geschubst oder angespuckt. Mit dem Tabu, Polizeibeamte zu schlagen, wurde schon seit geraumer Zeit gebrochen.“

Um in solchen Situationen angemessen zu reagieren, werden Polizisten bereits in ihrer Ausbildung durch spezielle Trainingseinheiten darauf vorbereitet. Auch einer psychologischen Betreuung können sie sich gewiss sein. Die persönliche Ausrüstung ist nach Ansicht der Celler Polizei gut und ausreichend.

Von Stefan Kübler