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Celle Stadt Gemeinsam statt einsam: Trend zu seniorengerechtem Wohnen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gemeinsam statt einsam: Trend zu seniorengerechtem Wohnen
13:29 13.06.2010
Celler Senioren in ihrer WG
Celler Senioren in ihrer WG Quelle: Simone Gatz
Celle Stadt

Bei dem Begriff Wohngemeinschaft denken viele an eine Studenten-WG mit Gemeinschaftsküche, Putzplänen und leeren Kühlschränken. Die Celler Wo-Ge, eine Senioren-WG in der Hattendorfstraße, ist da etwas anders. Zwölf Bewohner im Alter zwischen 43 und 79 Jahren leben dort zusammen. Sie unternehmen vieles gemeinsam, helfen sich untereinander, und jeder hat bestimmte Pflichten übernommen. Im Gegensatz zur Studenten-Wohngemeinschaft hat hier jedoch jedes WG-Mitglied seine eigene Wohnung. „Wir können zusammen etwas unternehmen, aber uns auch in unsere Wohnung zurückziehen“, sagt Bewohnerin Elisabeth Hofrath. Sie ist in die Senioren-WG gezogen, um nicht so allein zu sein. „Je älter wir werden, um so wichtiger ist eine Gemeinschaft“, sagt sie. Die Mitglieder der Celler Wo-Ge helfen sich zum Beispiel im Krankheitsfall.

Wohngemeinschaften für Senioren sind neue Formen des Zusammenlebens, auf die sich auch Celler Vermieter einstellen. Der Celler Bau- und Sparverein (CBS) hat die Zeichen der Zeit erkannt und setzt verstärkt auf seniorengerechte Wohnungen. Das bedeutet konkret: Keine Türschwellen, Aufzüge, breitere Türen oder altersgerechte Duschen. Das Besondere an der Wohnform in der Hattendorfstraße ist das Vorhandensein einer Gemeinschaftswohnung, in der sich die Mitglieder der Senioren-WG treffen können, um zu basteln, zu malen, zu feiern oder einfach nur zu reden. „Gemeinsam statt einsam“ lautet die Devise.

Die Wohngemeinschaft sei für sie so etwas wie einer neue, große Familie, berichtet Dorothea Bodi. „Es ist die ideale Wohnform für ältere Menschen und einer der Wohnformen, die die Zukunft für uns bereit hält“, ist sich Bodi sicher.

Die Wohnungen sind Genossenschaftswohnungen des CBS. „Die gesamte Hattendorfstraße ist eine Projektstraße“, erläutert CBS-Geschäftsführer Fritz Stünkel. „Vor dem Hintergrund der schwieriger werdenden wirtschaftlichen Verhältnisse wollen wir Wohnformen anbieten, die zukunftsgerecht sind“, sagt er. „Wer bei uns wohnt, bezahlt eine normale Miete“, so Stünkel. Das sei günstiger als zum Beispiel Betreutes Wohnen. Dadurch und durch die Hilfe untereinander lasse sich auch für Bezieher einer kleinen Rente die Lebensqualität erhalten. Gerade in Anbetracht der demografischen Entwicklung sei es wichtig, Konzepte zu erstellen, die den Bedürfnissen von Senioren gerecht werden. Die steigende Nachfrage nach bezahlbaren Wohnungen für Rentner bestätigt Stünkel in seiner Haltung.

„Bei uns geht es darum, mit Toleranz und Freude am Leben der anderen teilzunehmen“, erzählt Wohngemeinschafts-Mitbegründerin Clothilde Vette. Die Wo-Ge sei eine Wohnform, um den Trend der Vereinsamung im Alter entgegenzuwirken. Die Celler Wo-Ge hat zwölf Mitglieder ist aber offen für weitere.

Von Simone Gatz