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Celle Stadt Gemälde der Geburt Christi in Celle ausgestellt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Gemälde der Geburt Christi in Celle ausgestellt
15:55 03.12.2015
Dieses Gemälde der Geburt Christi wurde im Magazin des Bomann-Museums entdeckt. Es entstand 1509.
Dieses Gemälde der Geburt Christi wurde im Magazin des Bomann-Museums entdeckt. Es entstand 1509. Quelle: Ulrich Loeper
Celle Stadt

Das von dem überwiegend in Italien tätigen spanischen Maler Pietro Fernandez (geboren 1480, tätig bis 1523) gefertigte Ölgemälde gehörte seinerzeit zu den Sammlungsgegenständen des Fürstenhauses Hohenzollern, aus deren Bestand anlässlich der Wiedereröffnung des Celler Schlosstheaters auch die Repräsentationsräume „historisch ausgestattet“ werden sollten. Mittlerweile sind die meisten Gemälde aus Denkmalschutz- und Konservierungsgründen jedoch nicht mehr an den Wänden zu sehen, sondern kamen ins Depot.

In Zusammenarbeit mit seiner italienischen Kollegin Odette Dalbo aus Bologna brachte der hiesige Kunsthistoriker Ralf Busch aus dem Bomann-Museum inzwischen hochinteressante kunstgeschichtliche Details über Fernandez und das Gemälde in Erfahrung: Der seinerzeit in Oberitalien wirkende Künstler habe sich damals auch schon an süddeutschen Malern orientiert und sei dabei auch in den Einfluss der so genannten „Donauschule“ geraten. Kennzeichnend für deren Malweise sei die sorgfältige Auswahl des Lichteinfalls bei den oft märchenhaft romantisch wirkenden Stimmungsbildern. Das vordergründige Bildmotiv wiederum, nämlich die Geburt Christi, sei eingebettet in die zeitgenössische Renaissance-Architektur mit musizierenden Engeln auf der Musikempore. So ergibt sich, dass sich die biblische Szene weitab vom Stall in Bethlehem in einer italienischen Kulisse abspielt, wobei das landschaftliche Element der Donauschule das hintergründige Bildgeschehen durchströmt.

Dieses überaus detailreiche Gemälde – so Busch – mache zusammen mit den anderen Gemälden dieser Sammlung das Bomann-Museum zu einem „Mekka der Kunstgeschichte“, in dem es noch viele Überraschungen zu entdecken gebe.

Von Rolf-Dieter Diehl