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Celle Stadt Freifahrten in den Ferien für Celler Schüler?
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Freifahrten in den Ferien für Celler Schüler?
13:44 30.12.2015
Celle Stadt

Können Schüler demnächst mit einem kostenlosen Schülernetzticket auch in den Ferien umherfahren? Die SPD möchte das erreichen. Die Landkreisverwaltung und auch die Mehrheitsgruppe kann sich das vorstellen, allerdings will sie erst mal schauen, was das kostet.

„Wir sollten aber trotzdem schon einmal einen Betrag einstellen, denn gegen die Einführung wurden nur bürokratische Einwände vorgebracht“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Mathias Pauls. Es lasse sich sicherlich eine Lösung finden, wenn alle an einen Tisch gebracht würden. Die Sozialdemokraten wollen dabei eine Lösung, mit der der Schülerausweis gleichzeitig als Schülernetzticket benutzt werden kann.

Der Kreis sagte zu, dass er Verhandlungen führen wird. „Wir müssen aber schauen, ob eine Lösung finanziell vertretbar ist“, sagte Kreisdezernent Bernd Niebuhr. In Raum steht die Summe von 95.000 Euro. Ob das aber reicht, ist noch nicht klar.

Die CDU findet die Idee des Netztickets grundsätzlich gut, allerdings sieht sie Ungleichbehandlungen. „Die Schüler, die keine Fahrkarte bekommen, weil sie zu nahe an der Schule wohnen, werden von dem Feriennetzticket ausgeschlossen“, so Ernst-Ingolf Angermann (CDU). Sein Parteikollege Torsten Harms forderte, dass ein kleiner Obolus erhoben wird, damit sichergestellt sei, dass der Kreis auch nur für die bezahle, die das Ferienticket auch nutzen würden.

Breiten Raum nahm noch einmal die Diskussion über die Frage ein, ob Schüler, die ihre Fahrkarte vergessen haben und auch kein Geld dabei haben, um sich eine Fahrkarte zu kaufen, an der Haltestellen stehen gelassen werden sollten. Die SPD will dort eine andere Regelung. „Notfalls müssen Fahrer auch mal ein Auge zudrücken“, sagte Pauls.

Der Kreis sieht allerdings keine Notwendigkeit, die CeBus-Praxis zu ändern. „Um kreisweit eine einheitliche Handhabung unter Fahrern von CeBus und damit eine Gleichbehandlung aller betroffenen Fahrgäste zu gewährleisten, wurde das aktuelle Verfahren vor zehn Jahren eingeführt“, heißt es in einer Vorlage. Diese Handhabung entspreche der gängigen Praxis einer Vielzahl von Verkehrsunternehmen.

Das Handeln stütze sich auf geltendes Recht, sodass die CeBus auch gar nicht gezwungen werden könnte, derartige Fälle anders zu handhaben. Eine kostenlose Nutzung von Dienstleistungen gebe es auch bei anderen Unternehmen nicht. Hinzu kommt, dass die Kosten für den Erwerb eines Fahrscheins von CeBus wieder erstattet werden, wenn die Jahreskarte im Nachhinein vorgelegt wird. Ein finanzieller Nachteil für die Betroffenen sei damit ausgeschlossen.

Die Grünen teilen allerdings eher die Meinung der SPD und sehen einen „Imageverlust für die CeBus", wenn Kinder an der Haltestelle stehen gelassen werden. „Ich sehe, dass die Cebus sich bewegen muss“, sagt die Fraktionsvorsitzende Annegret Pfützner. Die CDU ist da nicht so überzeugt. „Wenn wir die Prämisse ausgeben, alle dürfen mitfahren, ist das sicherlich auch nicht so sinnvoll“, meinte Angermann.

Von Tore Harmening