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Celle Stadt Fließende Melodielinien in symphonischer Eleganz
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Fließende Melodielinien in symphonischer Eleganz
14:37 13.06.2010
Benefizkonzert der Celler Bläsergruppe
Benefizkonzert der Celler Bläsergruppe Quelle: Rolf-Dieter Diehl
Celle Stadt

Die Celler Bläsergruppe unter der Leitung von Dietrich Ackemann sowie Martin Blanz, Organist der Blumläger Kirche, hatten dieses Konzert zugunsten der Hospizarbeit in Celle veranstaltet. Blanz spielte seine Soli mit großer Ruhe und souveräner Überlegenheit. Er setzte auf verklärte Harmonik und moderaten Einsatz von Schwellern und erreichte durch geschickte Registerwahl eine nachhaltige, fast schon meditative Tiefe.

Mit Kompositionen von Händel über Grieg und Telemann bis hin zu zeitgenössischen Stücken – darunter auch aus der Feder der mitwirkenden Celler Posaunistin Sigrid Conrad – stand Musik aus vier Jahrhunderten auf dem Programm. Der Celler Bläsergruppe glückte nahezu bruchlos eine faszinierende Gratwanderung zwischen klassischem Mainstream und gemäßigter Moderne. Und wo manch andere Interpreten in der Partitur eine Steilvorlage für titanisches Getöse erkennen mögen, zeigten sie vorrangig Feingefühl für den stimmigen dynamischen Ausdruck und badeten mit weich fließenden Melodielinien in symphonischer Eleganz. Vielleicht führt in dieser Gruppe auch der überdurchschnittlich hohe Anteil an weiblichen Mitgliedern dazu, dass ihr Klang mehr ins Schlanke, ins Innere tendiert als in die Breite und man so bei ihren Interpretationen eher vornehm zurückhaltende Lyrik statt lautstarke Dramatik geboten bekommt.

Bei ihrer pulsierenden Darbietung, der auch beim Gesamtklang nichts Schwerfälliges anhaftete, gaben mal die Trompeten, mal die Posaunen den Ton an, variierten gekonnt mit den Gestaltungsmitteln Tempo und Lautstärke und zauberten mit ihren charakteristischen Klangfarben ein schönes Klanggemälde nach dem anderen in den Kirchenraum. Mit einer schwungvollen Bläserfassung des Gospel-Evergreens „Amen“ wurde die Benefiz-Veranstaltung am Ende stilvoll abgerundet.

Von Rolf-Dieter Diehl