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Celle Stadt Excellent: Die Frau aus Celle über „Das Mädchen aus Tsellis“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Excellent: Die Frau aus Celle über „Das Mädchen aus Tsellis“
13:30 13.06.2010
Von Andreas Babel
Die Celler Autorin Cosima Bellersen Quirini in "Tsellis" an der Gertrudenkriche.
Die Celler Autorin Cosima Bellersen Quirini in "Tsellis" an der Gertrudenkriche. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

Als im Mai dieses Jahres die „Deutschen Liebesromantage“ im Celler Schloss stattfanden, hatte Cosima Bellersen Quirini ihren ersten eigenen Liebesroman schon geschrieben. Mit den dort prämierten Werken kann der Erstling in diesem Genre locker mithalten. „Das Mädchen aus Tsellis“ ist vielerlei: Zum Ersten ist er eine zu Herzen gehende Liebesgeschichte. Zum Zweiten vermittelt die Handlung viele historische Fakten aus der Zeit des ausgehenden 13. Jahrhunderts. Drittens erfährt der Leser eine ganze Menge darüber, wie das Leben im Mittelalter seinen langsamen Gang nahm. Zudem reichert die Autorin die Geschichte mit allerlei Fachwissen über die Heilkunde in früheren und heutigen Tagen an.

Die Geschichte setzt bei Ausgrabungsarbeiten in der Nähe der Gertrudenkirche in Altencelle ein. Das hat aktuellen Bezug, auch wenn der Fortgang der archäologischen Arbeiten ins Stocken geraten ist. Die junge Archäologin Marlene wird durch einen Blitz auf eine Zeitreise ins Jahr 1291 befördert. Dort findet sie sich überraschenderweise sehr schnell gut zurecht. Ihr profundes geschichtliches Detailwissen hilft ihr, bei Herzog Otto dem Strengen gute Karten zu haben. Ihr medizinisches Wissen hilft ihr, schnell und gut in die Rolle der Greth zu schlüpfen, deren Körper sie sich fortan mit der historischen Gestalt teilt.

Der Einfall, Greths Gedankenwelt neben die handelnde Marlene zu stellen, ist gut umgesetzt und zeigt, wie eine Frau aus dem 13. Jahrhundert auf das forsche Auftreten einer modernen Vertreterin ihres Geschlechts reagiert. Denn Szenen, in denen die Frau des 21. Jahrhunderts mit den Regeln der damaligen Zeit zusammenstößt, sind oft witzig. Grausamkeiten des Mittelalters verschweigt die Autorin nicht, sie schildert sie aber nicht. Deshalb ist dieses Buch auch für jugendliche Leser geeignet. Und nicht nur für die, die sich für die Geschichte unserer Vorfahren interessieren.

Das Ende ist überraschend. Nur soviel sei verraten: Es gibt für ein Pärchen im Einst und auch für eines im Jetzt ein Happy End. Und: Wir wollen mehr Historisches aus ihrer Feder lesen.

●Lesung: Die Autorin liest aus ihrem neuen Werk am

Freitag, 6. November, 19.30 Uhr, in Celles „Kunst & Bühne“, Nordwall 46. Karten zum Preis von 6 Euro gibt es beim Veranstalter, der Buchhandlung Decius, unter s (05141) 888818.

„Das Mädchen aus Tsellis“ von Cosima Bellersen Quirini, Wartberg Verlag, 540 Seiten, 14,90 Euro,

ISBN 978-3-8313-2050-9.

Die Celler Autorin Cosima Bellersen Quirini posiert vor der Gertrudenkirche in Altencelle. Und damit inmitten des Ortes, an dem ihr erster historischer Roman „Das Mädchen aus Tsellis“ im Einst und Jetzt spielt.