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Celle Stadt Evers-Meyer: Ausgrenzung Behinderter überwinden
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Evers-Meyer: Ausgrenzung Behinderter überwinden
13:14 13.06.2010
Celle Stadt

„Es gibt keinen Bereich des öffentlichen Lebens, in dem behinderte Personen nicht betroffen sind“, so Evers-Meyer. Die SPD-Politikerin stellte in ihrem Referat klar, dass sich Deutschland zurzeit in einem Umdenkungsprozess befindet: „Es ist angesichts unserer Vergangenheit ein Glücksfall, dass behinderte Menschen in unserem Land zum ersten Mal alt werden und dementsprechend Unterbringungsmöglichkeiten benötigen“, so Evers-Meyer. „Wir haben theoretisch eine gute Gesetzesgrundlage, um diesen Aufgaben zu begegnen.“ Dennoch würde beispielsweise das Sozialgesetzbuch 9 nicht wirklich umgesetzt. Ein wichtiger Inhalt dieses Gesetzes sei das persönliche Budget jedes Behinderten. „Künftig erhalten die Betroffenen ihr finanzielles Budget direkt vom Staat“, so Evers-Meyer. „Erstmalig können behinderte Personen seit Januar 2008 wählen, wo sie wohnen wollen.“

Besonders die Frage nach der Integration Betroffener in die Gesellschaft sorgte nach dem Referat der Behindertenbeauftragten für eine angeregte Diskussion. „In der Gesellschaft und dem normalen Berufsleben sind Behinderte immer noch ausgegrenzt“, meinte ein Zuhörer. Und genau da müsse man ansetzten, so Evers-Meyer. In anderen Ländern erfolge eine Integration intensiver und konsequenter. „Bei uns könnte Einstein im Rollstuhl sitzen, der würde keine Arbeit bekommen.“

Das Umdenken brauche allerdings Zeit, weiß Evers-Meyer: „Wir müssen helfen, dass behinderte Menschen das machen können, was sie wollen. Das geht nicht von heute auf morgen.“

Von Jasmin Nemitz