Corona-Impfung

Buchholz oder Celle: Verwirrung um Impftermin

Erfolgreicher Verlauf der ersten Woche bei Impfungen für über 80-Jährige in der CD-Kaserne. Nur gelegentlich gab es Verwirrungen, wie diese Geschichte beweist.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 12. Feb. 2021 | 19:58 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 12. Feb. 2021 | 19:58 Uhr
  • 14. Juni 2022
Anzeige
Celle.

Als Heinz Koth am Donnerstagmorgen nicht mehr weiterwusste, wandte er sich an die Cellesche Zeitung. „Was soll ich tun?“, fragte der 82-Jährige, der eigentlich am Freitag gegen Covid-19 geimpft werden sollte. Der Garßener hatte allerdings keinen Termin in Celle, sondern in Buchholz in der Nordheide bekommen. „Als ich gelesen habe, dass es Engpässe bei der Lieferung des Impfstoffes gibt, habe ich nochmal nachgefragt, bevor ich mich auf die weite Reise mache“, berichtet Heinz Koth. Der Mitarbeiter der Impf-Hotline habe ihn dann gefragt, ob es nicht besser sei, wenn er in Celle geimpft werden würde. „Das hätte ich natürlich am liebsten“, sagte der Mann. „Ich sollte dann eine E-Mail mit einem Termin in Celle bekommen.“ Doch es kam keine E-Mail. Koth rief daher am Donnerstag wieder die Impf-Hotline an. „Da wurde mir gesagt, dass der Termin in Buchholz auf meinen Wunsch gecancelt wurde“, erzählt der Senior.

In Celle auf die Warteliste

Die CZ hakte beim Sozialministerium nach. Am Donnerstagabend kam die Antwort: „Unser Dienstleister Majorel ist dem Fall nachgegangen“, sagt Pressesprecherin Anne Hage. „Da Herrn Koth das Impfzentrum in Buchholz zu weit entfernt ist, hat er selbst um eine Verlegung des Termins nach Celle gebeten.“ Er sei daraufhin informiert worden, dass sein Termin in Buchholz storniert und er für das Impfzentrum in Celle auf die Warteliste gesetzt werde. In Celle sei zu diesem Zeitpunkt nämlich kein Termin frei gewesen. „Inzwischen hat Herr Koth bereits einen neuen Termin für das Impfzentrum in Celle erhalten“, sagt Hage. Das bestätigte Heinz Koth am Freitag. Am Mittwoch soll er nun in Celle geimpft werden. Der 82-Jährige hofft, dass dieses Mal alles glatt läuft.

Impfzentrum gut aufgestellt

Im Celler Impfzentrum in der CD-Kaserne ist Kloth auf jeden Fall in guten Händen. Die erste Woche der Impfungen, bei der vor allem Personen aus der Gruppe der über 80-Jährigen einen Termin hatten, ist erfolgreich verlaufen, vermeldet der Landkreis Celle. Insgesamt seien 1092 Impfungen angesetzt gewesen. Ein paar Termine seien zwar nicht wahrgenommen worden, aber wichtig sei gewesen, „dass keine Impfdosis dadurch verfällt“, so Landkreissprecher Tore Harmening.

Stimmung war positiv

Vorfälle bei der Impfgruppe der Senioren habe es nicht gegeben. „Die Stimmung war insgesamt positiv, auch wenn es zu kleineren Verzögerungen gekommen ist“, stellt Ralf Welschhoff, Organisatorischer Leiter des Celler Impfzentrums, fest und fügt hinzu: „Wir müssen den Bereich vergrößern, in dem sich die Menschen aufhalten, die zu früh da sind, weil es doch viele gibt, die deutlich vor der verabredeten Zeit eintreffen. Ansonsten gibt es Kleinigkeiten im Ablauf, sonst läuft es bisher gut.“ Für das Personal sei die hohe Zahl an Impfungen eine Herausforderung, aber bisher funktioniere das Team gut und alle seien sehr motiviert.

Auch die zweite Impfstraße ist in dieser Woche bereits in Betrieb gewesen und wird voraussichtlich auch kommende Woche wieder geöffnet werden. „Wir haben Stand jetzt 790 Termine für die nächste Woche angeboten, zusätzlich werden wir Termine an die ambulanten Pflegedienste vergeben. Die Zahl hängt von den Meldungen der Pflegedienste ab“, sagt Landkreissprecher Harmening.

„Kein Freifahrtschein“

Unterdessen warnt Prof. Dr. Stephan Hollerbach, Chefarzt Innere Medizin im AKH, die Impfung sei „kein Freifahrtschein“. „Sie ist ein wichtiger Baustein innerhalb der Gesamtstrategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie – aber eben auch nur ein Baustein“, so der Mediziner. Zum einen sei keine Impfung zu hundert Prozent effektiv, zudem schütze sie nicht sofort. Deshalb sei es auch für Geimpfte wichtig, die so genannten AHA-Regeln einzuhalten, so Hollerbach. Außerdem sei noch unklar, ob Geimpfte das Virus übertragen können und somit andere gefährden, wenn sie keinen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Von Gunther Meinrenken und Christopher Menge

Informationen

Text Text bold Text italic

Von