Bolt plant Neuerung

E-Scooter in Celle als Gefahr für Blinde?

E-Scooter stehen oft im Weg und werden zur Stolperfalle. Gerade für blinde und sehbehinderte Menschen. Anbieter Bolt hat nun eine Idee, die ihnen helfen könnte.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 26. Apr. 2022 | 19:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 26. Apr. 2022 | 19:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

E-Scooter, die auf Fußwegen im Weg herumstehen, sorgen immer mal wieder für Ärger. Für blinde und sehbehinderte Menschen stellen sie allerdings darüber hinaus eine große Gefahr da. „Das sind extrem gefährliche Stolperfallen“, bestätigt Werner Gläser vom Blinden- und Sehbehindertenverband.

E-Scooter blockieren Leitstreifen für Blinde in Celle

Besonders gravierend ist das Problem in Celle beispielsweise in der Bahnhofsunterführung. „Da werden sie ja auch einfach abgestellt und ich habe es nun schon mehrmals erlebt, dass sie den Leitstreifen ab Boden blockieren. Blinde Menschen haben da keine Chance auszuweichen“, sagt Gläser. „Deutschlandweit sind aus diesen Gründen schon eine Menge schwerer Unfälle passiert. So ein Roller wiegt ja einiges. Da reicht es schon, wenn man da gegen läuft.“ In Celle sei das bislang glücklicherweise noch nicht vorgekommen. Auch die Stadt weiß aktuell laut Pressestelle von keinen Beschwerden diesbezüglich.

Bolt entwickelt akustisches Signal via App

Damit das auch in Zukunft so bleibt, hat der estnische Scooter-Anbieter Bolt nun angekündigt, mit einem Partner akustischen Signale für parkende E-Scooter zu entwickeln. „Basis des Warnsystems ist die von RTB in Bad Lippspringe entwickelte Technik LOC.id. Dabei wird eine für Android und iOS verfügbare App aufs Smartphone installiert, das so als ‚Sender‘ dient“, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens. Nähert sich ein Benutzer oder eine Benutzerin einer mit einem Empfänger ausgestatteten Anlage wie einer Ampel oder Straßenbahn, wird dies erkannt, es ertönt ein Orientierungssignal. „Wir wollen nun LOC.id mit dem in den E-Stehrollern eingebauten akustischen Signalgeber über eine Schnittstelle verbinden. Dann soll der Roller bei Annäherung einer Person, die eine LOC.id-App auf ihrem Smartphone installiert hat, ein akustisches Signal abgeben.

Verschiedene akustische Signale könnten für Verwirrung sorgen

Eine Idee, die bei Gläser gemischte Gefühle hervorruft. „Grundsätzlich ist es natürlich besser als gar nichts“, findet er. „Eine Lösung des Problems sehe ich aber nicht. Zum einen müssen Blinde und Sehbehinderte eh schon auf zahlreiche Geräusche achten, wenn das an der Ampel beispielsweise noch ein zweiter Ton durch einen herumstehenden Roller hinzu kommt, könnte das verwirren.“ Lediglich mehr Rücksichtnahme und feste Abstellzonen würden seiner Meinung nach helfen.