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Celle Stadt Dirk Heindorff: Kleine Ortswehren müssen bleiben
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Dirk Heindorff: Kleine Ortswehren müssen bleiben
13:25 13.06.2010
Kreisbrandmeister Dirk Heindorff.
Kreisbrandmeister Dirk Heindorff. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

HAMBÜHREN. „Ich stehe zu 100 Prozent hinter den kleinen Feuerwehren, weil sie gebraucht werden.“ Ein klares Bekenntnis zum Erhalt aller Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Celle hat der neue Kreisbrandmeister Dirk Heindorff abgegeben. Als Gründe für das Festhalten an vorhandenen Strukturen nannte der oberste Brandschützer im Landkreis die schnelle Präsenz im Einsatzfall und die Ortskenntnisse der Kräfte. Zudem seien die Wehren in den kleinen Orten nicht nur für den Brandschutz verantwortlich, sondern auch als Kulturträger unersetzlich.

„Und wenn es nur drei oder vier Leute sind, die zum Einsatz ausrücken“, sagte Heindorff und wies auf das rasche Eingreifen zum Beispiel bei einem Entstehungsbrand hin. Außerdem seien die Mitglieder kleiner Wehren als Ablösung bei großen Einsätzen erforderlich. „Da brauche ich die Leute.“

In der Unterbringung der beiden Freiwilligen Feuerwehren aus Groß und Klein Eicklingen im neuen gemeinsamen Gerätehaus sieht der Kreisbrandmeister noch keine Fusion. „Unser Bestreben ist es, dass es zwei Wehren bleiben.“

Tagsüber sind viele Mitglieder Freiwilliger Feuerwehren auf der Arbeit und nicht am Wohnort tätig. Diese Tatsache wird nach den Worten von Heindorff sowie Kreis-Ordnungsamtsleiter Eckhard Ferg bei der Alarmierung berücksichtigt. Dann würden auch die Nachbarwehren zum Einsatz geschickt und nach Bedarf Nachalarmierungen erfolgen. „Lieber ein Auto mehr als eins zu wenig.“ Ob Frauen die Lücke tagsüber schließen können, ließ Heindorff offen. Derzeit betrage die Frauenquote bei aktiven Mitgliedern zehn Prozent. Sie sei sicher ausbaufähig, das sei auch wünschenswert.

Welche Veränderungen sich aus der von der Landesregierung geplanten Zusammenfassung von zurzeit drei Verordnungen über die Organisation der kommunalen Feuerwehren zu einer ergeben, lässt sich nach Heindorffs Worten derzeit nicht absehen. Das hänge davon ab, welche Stellungnahmen die Feuerwehrverbände in den Landkreisen und Städten über den Landesfeuerwehrverband und die Kreisverwaltungen über den Landkreistag abgeben. Die Feuerwehren haben hierzu bis zum September Zeit, die Landkreise bis Ende des Monats. Es sei nicht notwendig, dass der Kreisbrandmeister bei jeder Beförderung mitreden müsse, sagte Heindorff. Das müssten eigentlich die Gemeindebrandmeister entscheiden, wenn die Voraussetzungen wie Lehrgänge stimmten. Ferg pflichtete ihm bei: „Das entlastet die Bürokratie.“

Landrat Klaus Wiswe und Heindorff hatten zuvor an Vertreter der Gemeindefeuerwehren aus Hermannsburg, Lachendorf und Wietze Wärmebildkameras übergeben. Diese spüren nicht nur in verqualmten Räumen Brandnester auf, sondern können auch nachweisen, wo in Fahrzeugen vor Unfällen Personen saßen. Bisher gab es Wärmebildkameras nur in Celle und Bergen. „Wichtig ist, dass die Kamera schnell an den Einsatzort kommt“, sagte Heindorff. 30000 Euro hat der Landkreis für die Geräte bezahlt.

Von Joachim Gries