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Celle Stadt "Die Feisten" in Celle: Wahnwitz im A-cappella-Sound
Celle Aus der Stadt Celle Stadt "Die Feisten" in Celle: Wahnwitz im A-cappella-Sound
19:28 06.12.2015
Das A-cappella-Duo "Die Feisten" begeisterte seine Fans in der CD-Kaserne.
Das A-cappella-Duo "Die Feisten" begeisterte seine Fans in der CD-Kaserne. Quelle: Benjamin Westhoff
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Da muss man sich natürlich nicht vorstellen, und der Neuling unter den Zuhörern rätselt, ob der Name des Kollegen C. im Laufe des Abends noch preisgegeben wird. Nein, wird er nicht, auch Nachnamen gibt es keine. Das passt, diese beiden Herren sind unkonventionell, halten ironische Distanz zu allem und jedem – auch zum Publikum: „Freust du dich auch, wieder hier zu sein, in dieser Stadt, die viel zu bieten hat, zum Beispiel uns hier heute?“, fragt Rainer den Kollegen C. „Ja, im Rahmen meiner Möglichkeiten“, lässt der Sonnenbrillenträger ein eher dröges Temperament durchblicken, um mit dem nächsten Lied zu spanischen Klängen genau das Gegenteil unter Beweis zu stellen.

Eine echte Leistung, denn der Text dreht sich um das wenig spektakuläre Thema Logopädie. Sehr typisch für die „Feisten“, deren Textinhalte im Kontrast zu den geschmeidigen Melodien stehen. Dinge des Alltags wie Nussschälchen in Kneipen, Tofu-Wurst und blumige Vornamen, die nicht wirklich zu den Nachnamen passen, nehmen sie aufs Korn, heben sie ins Reich der Skurrilitäten.

„Das Schicksal hat Humor“, kommentiert Kollege Rainer die Pointe des Logopädie-Songs. Ja, und die „Feisten“ auch. „Wir sind ein Kompetenzteam“, klärt Rainer das Publikum auf. „Ja, aber wofür denn?“, zeigt sich C. überrascht. Rainer fällt da gerade nichts zu ein. A-cappella-Gesang, Gitarrespielen und Wahnwitz stehen durchaus zur Wahl. Alles drei kommt zum Einsatz, als die drahtigen Männer „Griechischer Wein“ von Udo Jürgens intonieren: „Der Titel hat uns die Tür zu Betriebsfeiern geöffnet“, kündigt C. an, während Rainer die Melodie schon mal antönt. Na klar, passt zu jedem Firmenfest, macht in der Version der „Feisten“ aber bestimmt nicht jedem Chef und Mitarbeiter Freude: „Kriech nich‘ darein“ lautet der Refrain mit allen Speichelleckern und Karrieristen im Visier.

Bei den „Feisten“ haben diese keine Chance: Gefeuert werden sie, weil ihr Einsatz über den Anforderungen liegt. Das lässt sich über das A-cappella-Duo auch sagen, aber gefeuert wird es nicht, sondern mit stehendem Applaus überschüttet.

Von Anke Schlicht