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Celle Stadt Der Trick mit dem Wurm im Apfel
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Der Trick mit dem Wurm im Apfel
14:53 13.06.2010
2910: Leonard Malitz und Nora Nieskens - 2912: Kursleiterin Martina Löhle, Nora Nieskens (sitzt), Birgit Nieskens und Leonard Malitz - 2913: Der Wurm tritt durch die Steckdose - 2915: Die Inspirationsquelle, eine Tüte voller Drähte - 2919: Wurm trifft Apfel
2910: Leonard Malitz und Nora Nieskens - 2912: Kursleiterin Martina Löhle, Nora Nieskens (sitzt), Birgit Nieskens und Leonard Malitz - 2913: Der Wurm tritt durch die Steckdose - 2915: Die Inspirationsquelle, eine Tüte voller Drähte - 2919: Wurm trifft Apfel Quelle: Silja Weißer
Celle Stadt

Diesmal ist der Wurm drin. Martina Löhle, wissenschaftliche Mitarbeiterin des Kunstmuseums ist hochzufrieden. Die Story um das wirbellose Wesen bietet Stoff für spannende Diskussionen, Konzepte und Bastelideen. Und vor allem für das Ziel des Nachmittags: die Herstellung eines interessanten Trickfilms.

Löhle ist begeistert, auf welche Ideen die Teilnehmer des Workshops „Ich und die anderen“ kommen, wenn sie die Ausstellung „Kühle Analysen. Ben Willikens trifft Meisterschüler“ im Obergeschoss auf sich wirken lassen. Die Ausgangsfrage ist immer die gleiche: Wie entsteht ein Kunstwerk? Die Antworten fallen verblüffend unterschiedlich aus. Lief in einem Workshop ein Schweinchen durch ein Ben-Willikens-Bild, ließ eine zweite Gruppe Elemente aus den Bildern von Frank Rosenthal tanzen, und nun, ja nun ist der Wurm drin. Nicht, weil er in einem der Kunstwerke auftaucht. Nein. Diesmal inspirierte der Materialberg. Genauer: eine Plastiktüte voller Drähte.

Nach vier Stunden steht nicht nur die Idee, auch das Set in Form einer weißen Stellwand im Miniaturformat samt einer selbst gebastelten Steckdose als Wurm-Eingang. Requisiten und Drehbuch sind ebenso fertig.

Die Scriptplaner, Birgit Nieskens und ihr Sohn Felix wissen welche Verantwortung auf ihren Schultern lastet. Eineinhalb Minuten Film bedeuten 1400 Bilder. Ergo: Ohne Tempo kein sehenswertes Ergebnis. Das bedeutet äußerste Präzision und ein durchgeplanter Ablauf. „Man muss zackig und konzentriert sein“, fasst Löhle zusammen. So knipst Kameramann Leonard Malitz was das Zeug hält, während es aus dem Hintergrund schallt: „Wir brauchen noch mehr Wurm im Bild!“

Knapp zwei bis drei Stunden wird fotografiert, gerückt, geredet und wieder fotografiert. Eine Fummelarbeit, der jedoch alle Teilnehmer mit Feuereifer nachgehen. Den Rest übernimmt der Computer. Ein einfaches Filmprogramm stellt die Verbindung zwischen den Bildern her.

Warum ausgerechnet Trickfilm auf dem Kunstmuseumsprogramm „Mittendrin“ steht? Löhle: „Das Projekt soll veranschaulichen, dass Kunst mehr Facetten hat als Malerei und Bildhauerei.“

Anmeldungen: Noch sind Plätze frei, Sonntag, 20. September (Erwachsene), Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. September (Jugendliche und Erwachsene). Die Workshops gehen jeweils von 10 bis 17 Uhr. Material und Technik werden gestellt. Kosten: 15 Euro. Anmeldungen unter (05141) 12685.

Kurzfilm-Frühstück: Die Ergebnisse der Workshops werden Sonntag, 11. Oktober, im Medienraum des Kunstmuseums bei einem Kurzfilm-Frühstück präsentiert.

Von Silja Weißer