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Celle Stadt „Den Leuten faulte das Dach überm Kopf weg“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt „Den Leuten faulte das Dach überm Kopf weg“
13:34 13.06.2010
Andreas Eberhard und altes Bild von Gudehausen aus der CZ
Andreas Eberhard und altes Bild von Gudehausen aus der CZ Quelle: Tore Harmening
Celle Stadt

Es waren schwierige Zeiten nach dem Krieg. Doch die Menschen im Lager Gudehausen auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes hatte es besonders schlimm erwischt. „Das Lager war eines der fürchterlichsten in ganz Niedersachsen“, sagte Andreas Eberhard. Der Historiker hat gerade an der Universität Braunschweig seine Magisterarbeit über das Lager geschrieben.

Die Zustände, die sich aus den Akten ergeben, waren unhaltbar. „Die Baracken waren ehemalige Wehrmachtshütten, die schon falsch aufgebaut wurden, weil zu der Zeit ein großes Unwetter herrschte. In der Folge regnete es rein und den Leuten faulte buchstäblich das Dach überm Kopf weg“, fasst Eberhard die Situation zusammen. Der Name des Lagers resultierte aus dem Namen des Dorfes, das dort stand, bevor die Nazis alle Bewohner umsiedelten, um den Übungsplatz einzurichten.

Selbst der Landkreis Celle erkannte in einer Bestandsaufnahme Anfang der 50er Jahre, dass das Lager dort von rund 35 Lagern im gesamten Kreis in einem wirklich schlechten Zustand war.

Für die Kinder aber scheint die Situation sich nicht ganz so schlimm dargestellt zu haben. Eberhard hat einen Zeitzeugen interviewt. „Der Man, der damals noch klein war, schildert zwar auch die Tatsache, dass sie hungrig waren, aber insgesamt hat er doch einen positiven Eindruck behalten“, berichtet der Historiker. Gut acht Jahre existierte das Lager. Dann wurde es aufgelöst. Die Menschen verteilten sich über das gesamt Land. Viele kamen auch im Landkreis Celle unter.

Ob Eberhard auf dem Gebiet weiter forschen wird, ist noch unklar. Auf jeden Fall wird er seine Ergebnisse in einem Aufsatz für die Celler Chronik des Museumsvereins zusammenfassen. Die Ausgabe soll in einigen Wochen erscheinen.

Von Tore Harmening