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Celle Stadt Teamwork und Transparenz ist bei der BKK wichtig
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Das erlebt Celler Azubi als Kauffrau im Gesundheitswesen bei BKK Mobil Oil

14:00 06.03.2021
Von Andreas Babel
Monika Geltke ist Auszubildende für den Beruf der Kauffrau im Gesundheitswesen. Wenn sie nicht in der Berufsschule oder in der BKK-Akdemie in Rotenburg (Fulda) lernt, dann arbeitet sie im Homeoffice. Nach der Corona-Pandemie wird sie auch wieder im BKK-Hochhaus an der Burggrafstraße ausgebildet.
Monika Geltke ist Auszubildende für den Beruf der Kauffrau im Gesundheitswesen. Wenn sie nicht in der Berufsschule oder in der BKK-Akdemie in Rotenburg (Fulda) lernt, dann arbeitet sie im Homeoffice. Nach der Corona-Pandemie wird sie auch wieder im BKK-Hochhaus an der Burggrafstraße ausgebildet. Quelle: David Borghoff
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Celle

Wenn im Hochhaus der BKK Mobil Oil im Celler Stadtteil Neuenhäusen von „KiG“ die Rede ist, dann spricht man von der Kauffrau im Gesundheitswesen. Eine solche „KiG“ wird nun Monika Geltke. Die 19-Jährige lebt mit ihren Eltern in Celle. Nach dem erweiterten Realschulabschluss an der Oberschule Celle II und Praktika im Einzelhandel und bei der Agentur für Arbeit im Rahmen der Fachoberschule wurde sie durch eine Freundin auf die BKK Mobil Oil aufmerksam. „Meine Freundin hat sich damals für eine Ausbildung zur Sozialversicherungsfachangestellten beworben“, sagt Geltke.

Das Logo der Alice-Salomon-Schule, der BBS in Hannover, die für die Ausbildung der Laufleute im Gesundheitswesen zuständig ist. Quelle: Alice-Salmon-Schule

Ausbildung bei BBK ist vielseitig

Die Vielseitigkeit der Ausbildung ist für Geltke reizvoll: „Besonders viel Spaß macht mir das Projekteplanen, zum Beispiel die Planung des Zukunftstages, aber auch die abwechslungsreichen Aufgaben im Kundenservice sowie die Lehrgänge in Rotenburg.“ Die Azubis absolvieren acht einwöchige Blöcke in der BKK-Akademie in Rotenburg (Fulda). Die Krankenkasse „übernimmt alle Lehrgangskosten sowie die Kosten für das Lernmaterial während der Ausbildung. Zusätzlich werden die Fahrtkosten für die An- und Abreise mit der Deutschen Bahn erstattet“, sagt die Celler Ausbilderin Katja Hofmann. Die Alice-Salomon-Schule in Hannover ist die zuständige Berufsschule für die Kaufleute im Gesundheitswesen. Diese besuchen die Auszubildenden der BKK Mobil Oil ein- bis zweimal in der Woche.

Katja Hofmann ist Ausbilderin bei der Krankenkasse BKK Mobil Oil in Celle. Quelle: David Borghoff

Jeder Azubi hat einen Azubi-Paten

Hofmann betont: „Sehr viel Wert legen wir auf ein persönliches Miteinander, Teamwork und Transparenz. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung stellen sich der Vorstand, das Ausbilderteam und unsere Azubi-Paten bereits vor Ausbildungsbeginn bei den neuen Azubis und ihren Eltern sowie anderen wichtigen Bezugspersonen vor. Der Azubi-Pate befindet sich selbst noch in der Ausbildung und kann zu allen Fragen und Belangen rund um die Ausbildung bei der BKK Mobil Oil beratend und auf Augenhöhe zur Seite stehen.“ Die Ausbilderin betont, dass die Krankenkasse für den eigenen Bedarf ausbildet. Demnach seien die Übernahmemöglichkeiten „sehr gut“.

Im Homeoffice vermisst sie ihre Kollegen

Seit einigen Wochen arbeitet Monika Geltke von zu Hause aus. „Den persönlichen Kontakt zu Kollegen vermisse ich an einigen Tagen ganz besonders.“ Kein Wunder, denn das Miteinander bei der BKK Mobil Oil bezeichnet sie als „sehr herzlich und wertschätzend“. Ansonsten könne sie ihre Arbeit, „dank der sehr guten technischen Ausstattung“, auch einwandfrei aus dem Homeoffice erledigen. Außerdem spart sie sich den Weg ins Büro. „Das ist definitiv ein Vorteil.“ Sie fühlt sich gut aufgehoben – zum einen durch die Ausbildungsbeauftragten in den Fachbereichen, zum anderen durch die persönlichen Ansprechpartner im Ausbilder-Team. „Wir haben jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen und uns Unterstützung zu holen. Die Gesprächskultur zwischen Azubi und Ausbilder ist sehr offen und vertrauensvoll“, sagt Monika Geltke.

Motivation der Ausbilder ist hoch

Die Ausbilder seien vor allem in der aktuellen Situation immer bemüht, das Persönliche aufrechtzuerhalten und regelmäßig Austauschmöglichkeiten anzubieten, zum Beispiel durch virtuelle Treffen. „Hier können wir auch mit anderen Azubis besprechen, was uns beschäftigt, und gemeinsam gute Lösungswege finden. Das hilft, weiterhin motiviert zu bleiben“, so die Auszubildende.

Ausbildungssystem mit Blockeinheiten in Akademie

Neben den Blockeinheiten in der Akademie in Rotenburg und dem Besuch der Berufsschule in Hannover hat die Krankenkasse ein hausinternes Ausbildungssystem entwickelt, das seinesgleichen sucht: Jedem Azubi steht in seinem Fachbereich ein Ausbildungsbeauftragter zur Seite, der die praktischen Ausbildungsinhalte vermittelt. Die Ausbilder aus dem Personalbereich kümmern sich um die Organisation der Ausbildung, begleiten Azubis durch Entwicklungsgespräche und haben jederzeit ein offenes Ohr für die Anliegen der Nachwuchskräfte. Hofmann abschließend: „Die Berufsaussichten in der Branche bieten langfristig sehr gute Perspektiven.“

Steffen Brandt ist Bildungsgangleiter des Bereiches Kaufleute im Gesundheitswesen an der Alice-Salomon-Schule der Region Hannover. Quelle: cz

Nachgefragt bei Steffen Brandt

Steffen Brandt ist Bildungsgangleiter des Bereiches Kaufleute im Gesundheitswesen an der Alice-Salomon-Schule der Region Hannover.

Wie lange dauert die Ausbildung für die Kaufleute im Gesundheitswesen?
Die Ausbildung ist auf drei Jahre ausgelegt. Bei guten Noten kann die Ausbildung unter Absprache mit dem Ausbildungsbetrieb auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen (zum Beispiel bereits absolvierte kaufmännische Ausbildung, abgebrochenes Studium, Umschulung) können Auszubildende auch gleich in das zweite Ausbildungsjahr einsteigen.

Worum geht es bei dem schulischen Teil?
In der Berufsschule lernen die angehenden Gesundheitskaufleute das theoretische Grundwissen für den Ausbildungsberuf kennen. Inhaltlich kann zwischen einschlägigen kaufmännischen und speziell auf das Gesundheitswesen ausgerichteten Inhalten unterschieden werden, die in einzelnen Fächern unterrichtet werden (in der Berufsschule Lernfelder genannt). Viele typische kaufmännische Inhalte wie zum Beispiel Rechnungswesen, Personalwesen und Marketing werden vor dem Hintergrund von Betrieben des Gesundheitswesens erarbeitet. Spezielle Inhalte behandeln zum Beispiel die Abrechnung von Behandlungen im Gesundheitswesen, das Qualitätsmanagement, rechtliche Rahmenbedingungen und Leistungen verschiedener Sozialversicherungsträger. Um das Gesundheitswesen und seine unterschiedlichen Branchen kennen zu lernen, veranstalten die Gesundheitskaufleute eine eigenständige Messe in der Schule.

Wie gliedert sich die Ausbildung?
Nach zirka eineinhalb Jahren wird bei der IHK eine Zwischenprüfung abgelegt, die allerdings keine Auswirkung auf den Abschluss hat. Die Abschlussprüfung der IHK wird nach drei Jahren abgelegt. Sie beinhaltet drei schriftliche Prüfungen und eine mündliche Prüfung.

Wem würden Sie die Ausbildung empfehlen?
Diese Ausbildung ist besonders für Menschen geeignet, die gut organisieren können und gerne im Büro arbeiten. Insbesondere kommunikative Fähigkeiten in mündlicher und schriftlicher Form sind gefragt. Die Arbeit am PC mit Standardsoftware und speziellen Programmen gehört zum Alltag. Daher sind gute Deutschkenntnisse zwingend erforderlich. Außerdem bedingt dieser kaufmännische Beruf sorgfältiges Arbeiten und einen selbstverständlichen Umgang mit Zahlen und häufig auch mit Rechtsnormen wie dem SGB (Sozialgesetzbuch).

Wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?
Die Aussichten sind sehr gut: Fast alle Auszubildenden erhalten vom Ausbildungsbetrieb ein Übernahmeangebot. Ausgebildete Gesundheitskaufleute können aber auch mit ihrer kaufmännischen Erfahrung in andere Wirtschaftszweige einsteigen. Viele Ausgelernte nutzen im Anschluss an die Ausbildung innerbetriebliche Angebote wie ein Duales Studium oder spezielle Kurse, zum Beispiel zum Thema Management, EDV, Führungskräfteentwicklung und Gesundheitsmanagement. Außerdem bieten sich Fort- und Weiterbildungen zum Fachwirt im Gesundheitswesen, Betriebswirt im Sozial- und Gesundheitswesen und ein Studium zum Bachelor of Arts an.

Kaufleute im Gesundheitswesen

Was macht man in diesem Beruf?
Kaufleute im Gesundheitswesen planen und organisieren Verwaltungsvorgänge, Geschäftsprozesse und Dienstleistungen im Gesundheitswesen. Hierfür wenden sie sozial- und gesundheitsrechtliche Regelungen an, informieren und betreuen Kunden und beobachten das Marktgeschehen im Gesundheitssektor. Sie erfassen Patientendaten und rechnen Leistungen mit Krankenkassen und sonstigen Kostenträgern ab. Darüber hinaus sind sie bei Krankenkassen auch in der Kundenbetreuung und Neukundengewinnung tätig. Zudem kalkulieren sie Preise und beschaffen beziehungsweise verwalten Materialien und Produkte. Sie entwickeln Marketingstrategien und wirken beim betrieblichen Qualitätsmanagement mit. Daneben üben sie im Finanz- und Rechnungswesen und in der Personalwirtschaft allgemeine kaufmännische Tätigkeiten aus, wenn sie zum Beispiel den Jahresabschluss erstellen oder Personalstatistiken führen.

Wo arbeitet man?
• in Krankenhäusern sowie in Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen
• bei Krankenversicherungen und Rettungsdiensten
• in Altenpflegeheimen oder in der ambulanten Alten- und Krankenpflege
Arbeitsorte:
Kaufleute im Gesundheitswesen arbeiten
• in Büros
• in der Registratur
• in Archiven
Darüber hinaus arbeiten sie gegebenfalls auch im Außendienst.

Welcher Schulabschluss wird erwartet?
Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hochschulreife ein.

Worauf kommt es an?
• Kundenorientierung und Kommunikationsfähigkeit (zum Beispiel bei der Kundenberatung)
• Sorgfalt und Verschwiegenheit (exaktes Abrechnen von Leistungen, beim Umgang mit Patientendaten)
• Kaufmännisches Denken und Verhandlungsgeschick (für das Entwickeln von Marketingstrategien, bei der Beschaffung von Materialien)

Wichtige Schulfächer:
• Wirtschaft (zum Beispiel für das Erstellen von Jahresabschlüssen)
• Mathematik (zum Beispiel für Kalkulationen)
• Deutsch (zum Beispiel für die Korrespondenz mit Krankenkassen)

Was verdient man in der Ausbildung?
Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:
• 1. Ausbildungsjahr: 860 Euro (Handel), 1018 Euro (öffentlicher Dienst), 1092 Euro (gesetzliche
Krankenversicherung)
• 2. Ausbildungsjahr: 940 Euro (Handel), 1068 Euro (öffentlicher Dienst), 1175 bis 1182 Euro
(gesetzliche Krankenversicherung)
• 3. Ausbildungsjahr: 1070 Euro (Handel), 1114 Euro (öffentlicher Dienst), 1253 bis 1281 Euro
(gesetzliche Krankenversicherung)

Michael Ende 06.03.2021
Marie Nehrenberg-Leppin 06.03.2021
Svenja Gajek 06.03.2021