Trinkwasserversorgung

Bahnhofstraße wird monatelang Großbaustelle

Frische Leitungen für frisches Wasser soll es nun entlang der Celler Bahnhofstraße geben, und deshalb wird hier ab sofort monatelang gebaut. Und nicht nur das.

  • Von Michael Ende
  • 26. Mai 2021 | 07:09 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 26. Mai 2021 | 07:09 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Per Horizontalbohrung wird die mehr als 100 Jahre alte Wasserleitung erneuert. Zu größeren Verkehrsbehinderungen soll es dadurch nicht kommen. "Wir beabsichtigen auf der südlichen Seite der Bahnhofstraße, beginnend im Bereich der Einmündung Breite Straße sowie auf dem Thaerplatz, an der Brücke über den Stadtgraben mit dem hier anschließenden kurzen, etwa 50 Meter langen Bereich der Trift sowie der Westcellertorstraße beidseitig, bis in etwa Höhe der Magnusstraße neue Trinkwasserleitungen zu verlegen", erläutert Stefan Krauße, der bei den Stadtwerken Celle als Industriemeister für Netzbau- und Betrieb zuständig ist.

Celles Wasser-Vergangenheit liegt im Boden

Im sandigen Boden, der nun durchwühlt wird, steckt viel Vergangenheit. Um 1530 ordnete Herzog Ernst der Bekenner den Bau der ersten „Wasserkunst”, eines Röhrensystems für die Wasserversorgung aus der Aller, an. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Gewässer, aus denen Trinkwasser entnommen wurde, vielfach verseucht, und so veranlasste der Celler Magistrat im Jahr 1900 den Bau des Wasserwerks in Garßen. "Ungefähr aus dieser Zeit stammen die Leitungen, die wir jetzt ersetzen", sagt Krauße.

Projekt besteht aus zwei Bauabschnitten

Das Vorhaben werde in zwei Bauabschnitten durchgeführt, beide Sektoren seien mit jeweils etwa dreimonatiger Bauzeit geplant, so der Experte: "Der erste Abschnitt beginnt im Bereich der Breiten Straße und endet im Bereich der Stadtgrabenbrücke. Hier wird voraussichtlich überwiegend das Horizontalbohrverfahren eingesetzt." Kleinere, punktuelle Abschnitte sollten in offener Bauweise mit konventionellen Baugruben ausgeführt werden: "Der zweite Abschnitt umfasst die Westcellertorstraße. Hier werden die Arbeiten überwiegend in offener Bauweise vorgenommen."

Horizontalbohrverfahren spart Platz und Umleitungen

Durch das Platz sparende Horizontalbohrverfahren erspare man den Cellern entlang der Bahnhofstraße große Verkehrsbehinderungen mit Sperrungen und Umleitungen, erläutert Jochen Hambrock, Werkpolier der Firma RTH: "Mit unserem steuerbaren Bohrkopf kommen wir in zwei bis drei Metern Tiefe schnell und vor allem auch sicher voran, weil wir etwaige Hindernisse umgehen können." In Innenstädten mit einem unterirdischen Leitungs-Labyrinth könne das schon mal haarig werden, entlang der schnurgeraden Bahnhofstraße jedoch kaum: "Ich bin zuversichtlich, dass uns hier nicht allzu viel im Weg liegen wird."

Stadt saniert Bushaltestelle an der Bahnhofstraße

Die neue kunststoffummantelte Leitung werde bei einem Durchmesser von 20 Zentimetern rund 160 Kubikmeter Wasser pro Stunde spenden können, so Stefan Krauße. "Das ist mehr als genug für die 21 Hausanschlüsse, wie wir hier entlang der ersten Strecke erneuern werden." Rund 700.000 Euro sollten die ersten 850 Meter der neuen Leitung kosten. Die Wasserleitungs-Arbeiten würden mit der Stadt Celle abgestimmt, die parallel dazu eigene Arbeiten durchführen wolle, sagt Krauße: "Die Verwaltung plant die zeitgemäße Umgestaltung der Bushaltestellen im Bereich der Bahnhofstraße." Die Erreichbarkeit der Grundstücke solle stets gewährleistet sein: "In Ausnahmefällen kommt die ausführende Baufirma gesondert auf die Anlieger zu." Über notwendige Unterbrechungen der Wasserversorgung würden die Stadtwerke rechtzeitig informieren und die Einschränkungen auf das technisch erforderliche Maß reduzieren.

Auch andere Wasssrleitungen sollen noch saniert werden

Es gebe noch mehr Trinkwasserleitungen, die die Stadtwerke in den nächsten Jahren erneuern wollten, sagt Krause. "Wir denken da an den Abschnitt zwischen Stechbahn und Westcellertorstraße und an die Strecke Braunhirschstraße, Lüneburger Straße bis zur Allerbrücke. Alles andere haben wir schon in den vergangen zehn Jahren erneuert." Doch jetzt konzentriere man sich zunächst einmal auf die nächsten sechs Monate, sagt Krauße: "Wir hoffen, dass wir den Zeitplan einhalten können."