Piks gegen Corona

Celler Apotheker planen große Impfaktion

Mit dem Jahreswechsel nimmt die Impfkampagne in Celle neuen Schwung auf. Apotheker dürfen nun offiziell impfen und stehen bereits in den Startlöchern.

  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 04. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Marie Nehrenberg-Leppin
  • 04. Jan. 2022 | 07:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Apotheker in Niedersachsen, die in der Vergangenheit bereits gegen Grippe geimpft haben, dürfen ab sofort auch Corona-Schutzimpfungen vornehmen. "Die Unterstützung der Impfkampagne ist für mich selbstverständlich", sagt die Celler Apothekerin Christiane Peich. "Als Apothekerin aus Leidenschaft möchte ich alles tun, um den Menschen zu helfen."

Unterstützung durch Müdener Arzt bei Impfaktion

Gemeinsam mit ihrer Kollegin Sonja Böge von der Storchenapotheke in Winsen überlegte die Inhaberin der Zugbrückenapotheke Ende Dezember, wie eine möglichst rasche Umsetzung der geplanten Unterstützung aussehen könnte. "Die persönliche Entscheidung kam letzten Endes auch mit der Entscheidung des Bundestages, weitere Angehörige der Heilberufe in die Impfkampagne mit einzubeziehen. Da wir ja schon länger mit diversen neuen Aufgaben betreut werden, war die Entscheidung dafür eigentlich nur noch ein logistischer Aufwand, den wir zu bewältigen hatten", erinnert sich Böge. "Die Unterstützung habe ich recht schnell bei Dr. Dirk Häger aus Müden/Örtze gefunden, der bereits Erfahrung in größeren Impfaktionen in seiner Praxis hat und bereit war, gemeinsam mit zwei Apotheken einen Impftag zu organisieren." Die Impfaktion soll am Samstag, 8. Januar, von 9 bis 17 Uhr im Alten Rathaus in Celle stattfinden.

Apotheker als Mitglied eines Mobilen Impfteams

Nach Angaben der Apothekerkammer dürfen Apotheker als Mitglied eines mobilen Impfteams Erwachsene ab 18 Jahren gegen Corona impfen. „Voraussetzung dafür ist, dass sie die Schulung der Apothekerkammer im Rahmen des Modellprojekts Grippeschutzimpfungen in Apotheken erfolgreich absolviert haben“, sagte eine Sprecherin der Apothekerkammer Niedersachsen. Sowohl Böge, als auch Peich haben diese Weiterbildung bereits im vergangenen Sommer absolviert.

Apotheker dürfen bei allergischem Schock keine Medikamente verabreichen

Die Kooperation mit dem Müdener Arzt habe neben dem organisatorischen Nutzen darüber hinaus noch einen weiteren Sinn, meint Böge: "Unsere Überlegung war auch, dass wir hier die Sicherheit eines Arztes mitnehmen, der im Notfall agieren kann und vor allem auch darf, was für Apotheker immer noch eine Grauzone darstellt." Es könne ansonsten im Falle eines anaphylaktischen Schocks, der selten auftritt, aber durchaus möglich ist, problematisch werden. "Hier dürfen wir als Apotheker nur erste Hilfe leisten, aber keine Medikamente verabreichen - da ist es immer gut, einen Arzt in der Nähe zu wissen. Das Impfen selbst ist eine Frage der Übung und lässt sich gut lernen und die Beratung zu den Impfungen an sich sowieso schon unser Tagesgeschäft."

Kooperation zwischen Arzt und Apotheker sinnvoll

Auch Dr. Dirk Häger empfindet die Zusammenarbeit mit den Apotheken als sinnvoll. "Als Arzt arbeite ich zur optimalen Versorgung meiner Patienten eng mit den umliegenden Apotheken zusammen. Da können wir gemeinsam auf gute Erfahrungen zurückblicken", sagt er. "Ich halte das Impfen immer noch für eine genuin ärztliche Aufgabe, aber die Unterstützung durch Apothekerinnen in Zeiten erhöhter Nachfrage wie derzeit halte ich für absolut sinnvoll. Es sollte jedoch immer in Kooperation mit Ärzten stattfinden." Von der Sorgfalt der Durchführung von Impfungen durch Peich und Böge habe er sich bereits persönlich überzeugt. "Das ist Vertrauenssache und so kann ich mit Freude und auf Augenhöhe mit den beiden Kolleginnen diese und hoffentlich noch weitere Aktionen durchführen."

Corona sorgt bei Apothekern für immer neue Herausforderungen

Seit Beginn der Corona-Pandemie hat sich Arbeitsalltag in vielen Celler Apotheken verändert. "Das normale Apothekengeschäft hat zeitweise deutlich gelitten, das muss ich zugeben", sagt Sonja Böge. "Das ist auch der Grund, warum ich selbst beispielsweise momentan den Testbetrieb mit externen Mitarbeitern ausgelagert habe sowie den Impftag außerhalb der Apotheke durchführe. Das verschafft uns in der Apotheke selbst die Ruhe, uns wieder auf die Kernaufgaben konzentrieren zu können."

Zusammenarbeit und Solidarität unter medizinischen Berufsgruppen

Und auch Christiane Peich spricht von einem "deutlichen Mehraufwand", vor allem im organisatorischen Bereich. "Es ist während der Corona-Pandemie viel schnelllebiger geworden, was uns vor einige Herausforderungen gestellt hat und weiterhin stellt." Trotzdem findet sie es gut und richtig, dass Apotheker nun mit impfen dürfen. "Gerade die Situation der Pandemie erfordert ein Miteinander aller im Gesundheitswesen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Berufsgruppen und Unterstützung in allen Bereichen ist unersetzlich."

Informationen zur Impfaktion

Die Impfaktion findet am Samstag, 8.Januar von 09 bis 17 Uhr im Alten Rathaus Celle statt. Anmeldungen können über die beteiligten Partner, Zugbrücken-Apotheke, Storchenapotheke und Dr. Dirk Häger in Müden, oder unter www.celle.de/Impfaktion erfolgen.