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Celle Stadt Bienen-Freunde schwärmen zu Celler Imkertagen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Bienen-Freunde schwärmen zu Celler Imkertagen
16:30 27.01.2019
Foto: Alles, was das Herz des Imkers und Bienenfans begehrt.
Alles, was das Herz des Imkers und Bienenfans begehrt. Quelle: Anke Schlicht
Celle

Biene, Bauhaus und Barock müsste der Werbeslogan für die Herzogstadt lauten, wenn Bienen-Freunde aus der gesamten Republik an einem Wochenende im Jahr Einzug halten. Zum dritten Mal veranstaltete der Deutsche Berufs- und Erwerbs-Imker-Bund (DBIB) seine Imkertage in der Celler Congress Union und die Beliebtheit steigt stetig. „Im ersten Jahr waren es 750, im zweiten 1500 und aktuell rechnen wir mit mehr als 1500 Besuchern“, sagt Vizepräsident Klaus Ahrens. Sein Platz ist am Samstag und Sonntag in den Vortrags- und Workshop-Sälen, die große Masse der Interessierten tummelt sich jedoch in den Hallen.

Zwischen Edelstahl und Holz, die als Materialien für Imkereibedarf dominieren, wird an jedem der 50 Stände gefachsimpelt. Russische, englische und skandinavisch anmutende Klänge sind zu hören und wahre Wort-Monster zu lesen. Das Angebot reicht von Waben-Tangential-Honigschleudern über Entdeckelungs-Wachsschmelzen und Utensilien für Rührwerks-Temperierung bis zum Honigknecht, der zuverlässig Deckelwachs von anhaftendem Honig trennt.

Schwerpunkt auf Königinnen

Bei den Vorträgen geht es jedoch königlich zu. „Wir haben dieses Mal den Schwerpunkt auf die Königinnen gelegt“, erläutert DBIB-Vorstandsmitglied Hinnerk Völker. Manche Themen wie „Mondscheinbegattung im Einklang mit dem technischen Fortschritt“ oder „Königinnenvermehrung“ sind nach Ansicht einiger Besucher nur für Profis geeignet, doch mit "Imkerei als Start-up“ ist auch für Hobby-Immenfreunde wie Janine Weimann etwas dabei. „Wir sind um fünf Uhr morgens los mit drei Kindern“, berichtet die junge Frau, die gemeinsam mit ihrem Mann eine Freizeitbeschäftigung für die gesamte Familie suchte und sie in der Imkerei fand. Die Veranstaltung ist viel größer, als es sich das Ehepaar aus Mecklenburg-Vorpommern, das Celle immer schon als Bienenstadt aufgrund des Bieneninstitutes wahrgenommen hat, vorstellte.

Für Christopher Mann aus Leipzig sind hingegen die Produkte altbekannt. Alle zwei Jahre fährt der Profi zu einer Messe, um zu schauen, ob es etwas Neues gibt. „Das Angebot hier deckt die gesamte Palette ab“, bewertet der 34-Jährige, der es genießt, auf Kollegen zu treffen. Vor 20 Jahren sah das Angebot an Technik noch ganz anders aus. Deutschland war bis dahin im Bereich Imkerei nach Auskunft zahlreicher Experten auf der Veranstaltung ein Entwicklungsland.

Technische Innovationen haben sich verstärkt

„Das hat historische Gründe“, erläutert Profi Wolfgang Stöckmann. Der Boom der vergangenen sechs bis acht Jahre hat technische Innovationen nochmals verstärkt. „Wir Imker sind nicht nur Naturmenschen, wir sind auch weltweit unterwegs und bringen Ideen mit“, erklärt Stöckmann, der 1200 Völker besitzt.

„Manche Hersteller produzieren auf Kundenwunsch“, ergänzt Meinrad Leiter neben einer Entdeckelungsmaschine aus Edelstahl stehend. „In der Technisierung kommt die Imkerei voran“, sagen beide übereinstimmend. Und auch was das Miteinander des Berufsstandes angeht, gibt es kaum Luft nach oben. Ob man sich den Bienen als Hobby oder professionell widmet, spielt dabei keine Rolle.

Handwerk im Celler Bieneninstitut erlernt

Einer, der eigentlich Profi ist – er hat das Handwerk vor vielen Jahrzehnten im Bieneninstitut erlernt – sich aber als Hobbyimker bezeichnet, schlendert am Samstag auch über das Ausstellungsgelände. „Ich schaue nach den Neuerungen, die auf dem Markt sind“, sagt Udo Kellner aus Eldingen und fügt hinzu: „Vieles, wie diese Waage hier zum Beispiel, braucht man ja nicht. Soll ich meine Bienen jeden Tag wiegen, um zu sehen, ob sie dicker geworden sind? Das muss ich nicht – das hab‘ ich im Gefühl.“

Von Anke Schlicht

Dagny Siebke 27.01.2019
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