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Cellerin Carina-Cristin Buchholz macht eine Ausbildung zur Friseurin

09:00 25.02.2021
Auszubildende Carina-Cristin Buchholz übt das Einwickeln der Haare für eine Dauerwelle. Zur Prüfungsvorbereitung darf sie auch am Menschen arbeiten. Anna Schulz stellt sich als Übungsmodell zur Verfügung.
Auszubildende Carina-Cristin Buchholz übt das Einwickeln der Haare für eine Dauerwelle. Zur Prüfungsvorbereitung darf sie auch am Menschen arbeiten. Anna Schulz stellt sich als Übungsmodell zur Verfügung. Quelle: René Stang
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Celle

Momentan übt Carina-Cristin Buchholz für ihre anstehende Zwischenprüfung. Dafür darf die 24-Jährige auch während des Lockdowns am echten Menschen üben und nicht nur am Puppenkopf. Buchholz absolviert eine Ausbildung zur Friseurin und lernt im Celler Salon Winter & Nicholls alles rund um das Thema Haare und Frisuren.

Ein Praktikum vorab

Buchholz hatte bereits vor der Ausbildung ein Vorbereitungsjahr in einer Berufseinstiegsklasse absolviert. In dem Rahmen fand ein vierwöchiges Praktikum statt, das die Cellerin auch in ihrem jetzigen Ausbildungsbetrieb verbrachte. „Ich habe mich hier super aufgehoben gefühlt. Mir hat das Arbeitsklima einfach gefallen“, sagt Buchholz, die während der Wochen vor allem die Kunden in Empfang nehmen und den Friseurinnen bei der Arbeit über die Schulter schauen konnte. Anschließend bewarb sie sich auf einen Ausbildungsplatz, den sie auch ergatterte. „Wir erhalten etwa 15 bis 20 Bewerbungen auf eine Stelle. Neben einer Begabung für diesen Beruf ist es vor allem wichtig, gerne mit und an Menschen zu arbeiten“, erklärt Inhaberin Kristina Winter-Heuer.

"Es ist wichtig, gerne mit und an Menschen zu arbeiten", sagt Friseurmeisterin Kristina Winter-Heuer. Quelle: René Stang

Buchholz war vom Friseurberuf schon immer fasziniert. „Bereits als Kind fand ich das Thema Haare spannend und habe auch an den Frisuren von Puppen herumgeschnitten“, erzählt sie lachend. Während ihrer Ausbildung lernt die 24-Jährige nun alles von Grund auf, bevor sie dann auch bei den Kunden die Schere ansetzen darf. Zum Üben stehen im Salon mehrere Puppenköpfe bereit, an denen sie die verschiedenen Haarschneidetechniken ausprobieren kann.

Übungsmodelle im Internet gesucht

Buchholz ist im zweiten Lehrjahr. Je länger die Auszubildenden dabei sind, desto mehr Verantwortung kommt auf sie zu. Am Anfang fängt jeder einmal klein ein: Auch der erste Kundenkontakt und das Haarewaschen wollen gelernt sein. Dazu zählen nämlich auch Kopfmassagen und das Einarbeiten von Pflegeprodukten. Zurzeit übt Buchholz das Eindrehen der Haare für eine Dauerwelle. „Das macht mir gerade richtig Spaß“, sagt die Auszubildende. Dabei kann dies je nach Haartyp und Haarlänge eine langwierige Arbeit sein. Für die anstehende Zwischenprüfung hat sie für das Einwickeln 45 Minuten Zeit. Bei Überschreitungen gibt es Punktabzüge. Ihre Modelle, an denen sie üben darf, sucht sie sich selbst aus. Zumeist funktioniert das einfach über Anzeigen im Internet. Während sie dann zum Beispiel das Einwickeln der Haare übt, steht die Chefin meist daneben. „Tipps und Anweisungen gibt es eigentlich immer“, sagt Buchholz, die eine Teilzeitausbildung absolviert und damit zwar mehr Zeit für ihre zwei Kinder, aber weniger Zeit zum Üben hat. Dennoch wird sie ihre Ausbildung nach drei Jahren abschließen können.

Kreativität ist gefragt

In der Berufsschule gibt es verschiedene Lernfelder, die abgearbeitet werden. Neben der Dauerwelle und den Herren- und Damenhaarschnitten gibt es auch Einheiten zur Kundenberatung oder Hygienemaßnahmen. „Am meisten freue ich mich auf das Farbthema“, so die Auszubildende. Dabei muss sie auch vieles beachten. Wie wird die Farbe richtig aufgetragen? Welche Strähnentechnik muss angewendet werden und was passt zu wem? Dabei ist im Salon vor allem Kreativität gefragt. Das trifft auch auf das Styling mithilfe von Fön- oder Hochsteckfrisuren zu. „Ich denke die Kreativität kommt im Laufe des Berufs. Es ist normal, wenn nicht alles von jetzt auf gleich klappt“, meint Buchholz. „Mir gefällt, dass man mit der Zeit immer mehr Verantwortung übernehmen kann und sich so später auch einen eigenen Kundenstamm aufbaut.“

Laut Gabriele Schultz-Paasch, Bildungsgangleiterin des Bereichs „Körperpflege – Friseurin/Friseur“ an der Albrecht-Thaer-Schule/BBS III Celle werden dort in diesem Schuljahr etwa 60 angehende Friseurinnen und Friseure, verteilt auf drei Ausbildungsjahre, unterrichtet.

Nachgefragt bei Gabriele Schultz-Paasch

Gabriele Schultz-Paasch ist Bildungsgangleiterin des Bereichs "Körperpflege - Friseurin/Friseur“ an der Albrecht-Thaer-Schule/ BBS III Celle.

Gabriele Schultz-Paasch ist Bildungsgangleiterin des Bereichs „Körperpflege – Friseurin/Friseur“ an der Albrecht-Thaer-Schule/ BBS III Celle. Sie ist auch Friseurmeisterin.

Wie lange dauert die Ausbildung zum Friseur?

Die Ausbildung zum Friseur/Friseurin dauert in der Regel drei Jahre. Eine Verkürzung der Ausbildung auf zwei Jahre ist möglich, wenn man das Abitur nachweist. Besteht man den ersten Teil der Gesellenprüfung in Theorie und Praxis mit der Note 2, kann die Ausbildung auf Antrag auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden.

Worum geht es bei dem schulischen Teil?

Die Ausbildung im Friseurhandwerk ist breit angelegt und findet an drei verschiedenen Lernstätten (Betrieb, Berufsschule und überbetriebliche Lehrgänge) statt. In der Berufsschule werden die wichtigsten theoretischen Grundlagen zu Haut und Haar, Frisurengestaltung, Beratung und Verkauf sowie Salonmanagement vermittelt.

Wie gliedert sich die Ausbildung?

Die Auszubildenden erlernen in ihrem Ausbildungsbetrieb das Handwerk von Grund auf und wenden ihr Wissen praktisch an. In den überbetrieblichen Ausbildungsstätten werden diese Kenntnisse ergänzt und noch weiter vertieft. So werden die Auszubildenden intensiv auf die Gesellenprüfungen und die eigenständige Berufsausübung vorbereitet.

Nach 18 Monaten Ausbildung absolvieren die Auszubildenden den ersten Teil der Gesellenprüfung und nach zirka 36 Monaten den zweiten Teil der Gesellenprüfung. Nach bestandener Prüfung erhalten die Auszubildenden den Gesellenbrief im Friseurhandwerk. Auch der wachsenden Spezialisierung im Beruf Friseur wird durch ein breites Angebot von Wahlqualifikationsmöglichkeiten Rechnung getragen. Das Angebot orientiert sich an den veränderten Anforderungen an das Friseurhandwerk. Auszubildende können heute zwischen vielen unterschiedlichen Qualifikationen wählen. Sie können sich zum Beispiel auf die pflegende Kosmetik und Visagist, auf Langhaarfrisuren, Haarfarben erstellen oder auch Haarersatz und das Anbringen von Extensions spezialisieren.

Wem würden Sie die Ausbildung empfehlen?

Jedem, der kreativ ist und sich für Haare, Mode und Kosmetik interessiert.

Wie sind die Aussichten auf dem Arbeitsmarkt?

Der Beruf des Friseurs gehört zu den klassischen Handwerksberufen im personenbezogenen Dienstleitungsbereich und kann auf eine lange Tradition zurückblicken. Der Friseurberuf ist somit krisensicher. Die Aussichten im Friseurhandwerk am Arbeitsmarkt sind perfekt, Friseure werden gesucht und man findet nach der Ausbildung einen sicheren und guten Arbeitsplatz als Friseur.

Von Lisa Brautmeier

Friseure

Was macht man in diesem Beruf?

Friseure beraten ihre Kunden bei der Wahl einer passenden Frisur. Dann waschen, schneiden, pflegen und frisieren sie die Haare. Je nach Wunsch färben sie die Haare auch oder legen Dauerwellen. Sie ergänzen Frisuren mit künstlichen Haarteilen, die sie zum Teil selbst herstellen, verlängern Haare mit künstlichen Strähnen (Extensions) oder beraten ihre Kunden bei der Auswahl, Verwendung und Pflege von Perücken und Toupets. Zum Herrenfach gehört es zudem, Bärte zu rasieren, zu pflegen und zu formen. Friseure führen auch kosmetische Behandlungen der Haut sowie Hand- und Nagelpflege durch und beraten Kunden über Kosmetikprodukte. Darüber hinaus bedienen sie die Kasse, führen Abrechnungen durch und vereinbaren Kundentermine.

Wo arbeitet man?

• in Fachbetrieben des Friseurhandwerks

• in Wellnesshotels

• bei Film- und Theaterproduktionen

Arbeitsorte:

Sie arbeiten in erster Linie

• in Friseursalons und in Verkaufsräumen

• in kosmetischen Abteilungen von Hotels

• in Garderoben- beziehungsweise Maskenräumen

Darüber hinaus arbeiten sie gegebenenfalls auch

• in Privaträumen von Kunden

Welcher Schulabschluss wird erwartet?

Rechtlich ist keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben. In der Praxis stellen Betriebe überwiegend Auszubildende mit Hauptschulabschluss ein.

Worauf kommt es an?

• Geschicklichkeit und Auge-Hand-Koordination (zum Beispiel beim Haareschneiden oder Auftragen von Färbemitteln)

• Kreativität und Sinn für Ästhetik (zum Beispiel beim Gestalten von Hochsteckfrisuren oder beim Abstimmen von Strähnchenfarbe und natürlicher Haarfarbe)

• Kunden- und Serviceorientierung (zum Beispiel bei der eingehenden Kundenberatung)

Wichtige Schulfächer:

• Werken (zum Beispiel beim Haare schneiden, Haare färben, Dauerwellen legen)

• Deutsch (zum Beispiel um Kunden über Frisuren, Pflegeprodukte und Kosmetikdienstleistungen zu informieren)

• Chemie (zum Beispiel beim Mischen und Anwenden von Dauerwell-, Färbungs- und Tönungsmitteln)

• Kunst (zum Beispiel für ästhetisches Gespür bei der typgerechten Beratung)

Was verdient man in der Ausbildung?

Beispielhafte Ausbildungsvergütungen pro Monat:

• 1. Ausbildungsjahr: 540 bis 575 Euro

• 2. Ausbildungsjahr: 660 bis 685 Euro

• 3. Ausbildungsjahr: 760 bis 800 Euro

Marie Nehrenberg-Leppin 25.02.2021
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