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Celler spenden 30.000 Euro für Sri Lanka

12:00 26.05.2021
Übergabe der Lebensmittelspenden durch den örtlichen Organisator, Prasanna Sanjeewa (links).
Übergabe der Lebensmittelspenden durch den örtlichen Organisator, Prasanna Sanjeewa (links). Quelle: Thielmann
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Celle

Cornelia Thielmann ist zwiegespalten: Einerseits ist sie unglaublich zufrieden und dankbar mit der Spendenbereitschaft der Celler Bevölkerung. Andererseits ist sie sehr unglücklich, wenn sie an die Lage auf Sri Lanka denkt: „Durch fehlende Touristen sind viele Arbeitsplätze nicht mehr vorhanden, sehr viele Menschen sind arbeitslos und durch Corona gibt es kaum alternative Arbeit“, beschreibt die Vorsitzende des gemeinnützigen Vereins Ayubowan – Aufbauhilfe auf Sri Lanka die aktuelle Situation der Bevölkerung auf der Insel östlich der Südspitze Indiens. „Die Menschen geraten immer mehr in Not und haben kaum oder kein Geld für Lebensmittel. Viele müssen hungern.“

Kooperation mit örtlichen Partnern

Seit Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 konnte Thielmann in enger Kooperation mit Vertrauensleuten wie Prasanna Sanjeewa und seinem Team mit Malcolm Perera, Sudesh Gunasekara und Naresh Samarawickrama-Blankenburg in dem Inselstaat Trockenlebensmittel wie Reis, Linsen, Zucker, Trockenfisch und Milchpulver, aber auch Obst, Gemüse und Tee sowie Hygieneartikel kaufen und an über 340 Familien und Altenheimbewohner vor Ort übergeben. Aber auch Medikamente für ein krebskrankes Kind. „Das sind Waren für insgesamt rund 30.000 Euro – allein seit Beginn der Corona-Pandemie vor 16 Monaten“, fasst Thielmann die jüngsten Hilfen zusammen, „Finanziert aus Spenden von Celler Bürgern.“

Conny Thielmann mit Empfängern der Hilfen aus Celle. Quelle: Thielmann

Im November letzten Jahres startete der Verein einen Aufruf, der großzügige Spenden einbrachte. „Unsere Vereinsmitglieder unterstützten uns sehr, aber auch Freunde und Bekannte, die genau wissen, dass die Beträge 1:1 in Sri Lanka ankommen.“

1000 Euro sichern Leben von gut 60 Familien

Als Superspreading-Event des Corona-Virus wirkte auf Sri Lanka das Neujahrsfest am 13. April, durch das sich viele Männer und Frauen infiziert haben. Eine absolute Ausgangssperre war die Folge. „Da benötigten wir für die Verteilung unserer Hilfspakete Sondergenehmigungen“, schildert Thielmann die besonderen Herausforderungen. Teilweise wurden die Päckchen zur Abholung auf Stühle gelegt, um die Abstände einhalten zu können. „Wie wir festgestellt haben, sichern 1000 Euro das Leben von gut 60 Familien für eine Woche.“

Seit dem Tsunami im Dezember 2004 engagiert sich die Cellerin unermüdlich, um den dortigen Menschen zu helfen. Sehr schnell gründete sie den gemeinnützigen Verein, sodass Hilfen durch Spenden realisiert werden können. So hat der Verein zahlreiche Projekte zum Wiederaufbau umgesetzt und Existenzen von Fischern und Schneidern unterstützt, aber auch Brunnenbau, die Vermittlung von Patenkindern, Wasserleitungsprojekte für 500 Familien in Andaluwa und den Bau von Vorschulen und Krankenstationen bewirkt. Selbst Altenheime wurden unterstützt. Thielmann: „Unsere jüngsten Aktivitäten haben vor zwei Tagen stattgefunden: es wurden 200 Familien mit Lebensmitteln versorgt.“ Neben 92 Patenfamilien, die Monat für Monat kontinuierlich durch die jeweiligen Paten aus Deutschland unterstützt werden, übergab der Verein auch zwei Heimen für körperlich und geistig behinderte Menschen in Tanamalwila und Kalutara sowie einem Mädchenwaisenhaus in Gonagala und einem Altenheim in Bentota Hilfen.

Von Lothar H. Bluhm

Weitere Informationen über die Celler Aufbauhilfe sind im Internet auf der Seite des Vereins zu finden: srilankahilfecelle.de

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