Trotz Corona

Celle soll Weihnachtsstadt werden

Wegen der Coronapandemie soll der Celler Weihnachtsmarkt noch größer werden. Das sind die Details.

  • Von Michael Ende
  • 29. Sept. 2020 | 13:10 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 29. Sept. 2020 | 13:10 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Komme was da wolle: Die Celle Tourismus und Marketing (CTM) GmbH will auch im ersten Jahr der Corona-Pandemie einen Weihnachtsmarkt veranstalten – und zwar in Größe XXL: "Weil wir das Ganze wegen der Corona-Regeln entzerren müssen, um Pulks zu vermeiden, werden wir in der Altstadt eine weitläufige Weihnachtsstadt auf die Beine stellen", so CTM-Aufsichtsratsvorsitzender Michael Bischoff. Vom 26. November bis zum 27. Dezember soll die Weihnachtsstadt Zigtausende Besucher und deren Kaufkraft in die City locken. Unterdessen besteht die Celler Politik darauf, dass Weihnachtsstadt-Beschicker trotz der Coronakrise Standgebühren bezahlen sollen. Ansonsten, so heißt es, würde man sie gegenüber anderen Beschickern von Spezialmärkten bevorzugen. Und das gehe bei aller Weihnnachtsstimmung auch im Advent nicht.

Grünes Licht vom "Weihnachtsmarktgipfel"

Ein wichtiges Signal für die Celler Weihnachtsmarkt-Macher war kürzlich, dass sich Land, Kommunen und Schaustellerverbände bei einem "Weihnachtsmarktgipfel" in Hannover darauf verständigten, dass Weihnachtsmärkte auch unter Corona-Vorzeichen möglich sein sollten – sofern die Infektionszahlen niedrig seien. Wichtig seien Abstandsregeln, Maskenpflicht und Hygiene, so Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Die Märkte bräuchten ein Wegeleitsystem und Zugangsregelungen. Dicht gedrängte Menschenmassen könne er sich in diesem Jahr nicht vorstellen.

Verträge "unter Dach und Fach"

Das möchte auch der Allgemeinmediziner Bischoff nicht, wie er jetzt im städtischen Wirtschaftsausschuss sagte. Die CTM hätte es sich auch leicht machen und angesichts der unsicheren Situation den Markt absagen können: "Das wollen wir aber nicht, weil es uns wichtig, ist Menschen in die Stadt zu bekommen und unsere heimische Wirtschaft in dieser schweren Zeit zu unterstützen." Die CTM habe bereits mit allen Beschickern die Verträge unter "Dach und Fach": "Es hat mehr Bewerber gegeben, als wir berücksichtigen konnten." Der Weihnachtsrummel werde sich in diesem Jahr weiter als sonst in der Altstadt ausbreiten, so Bischoff zur CZ: "Wo genau, steht noch nicht exakt fest, das hängt unter anderem auch davon ab, wo und wie man an Strom- und Wasseranschlüsse kommt. Das Konzept wird gerade erarbeitet."

Beschicker sollen zahlen

Dass die Stadt wie von der FDP gefordert darauf verzichtet, von den Weihnachtsmarkt-Beschickern Standgelder zu kassieren, lehnte Stadtkämmerer Thomas Bertram strikt ab: Die hoch verschuldete Stadt könne nicht auf Einnahmen von 200.000 Euro verzichten, indem sie Schausteller aus ganz Deutschland subventioniere: "Das wäre das völlig falsche Signal." Dem stimmte die Mehrheit des Ausschusses zu. Schausteller Erich Rosenstädt war enttäuscht: "Ich habe 1971 gegen die Verwaltung den Celler Weihnachtsmarkt gegründet. In dieser für uns alle schwierigen Lage hätten wir die Hilfe der Stadt bitter nötig. Wir wissen nicht, was kommen wird - auch nicht, ob der Markt überhaupt wie geplant stattfinden kann."

Vorbereitungen laufen

Die CTM bleibt bleibt dabei: Celle wird im Advent zur Weihnachtsstadt mit Winterzauber vor dem Schloss, Lichter-Parade, Tanzgruppen, Chören und Konzerten, Mitmachaktionen und Geschenketauschbörse. Wenn das Coronavirus den Cellern nicht doch noch einen Strich durch den Weihnachts-Wunschzettel macht.