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Celle Stadt Celler Tankstellenräuber muss zehn Jahre hinter Gitter
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Tankstellenräuber muss zehn Jahre hinter Gitter
12:58 13.06.2010
Celle Stadt

LÜNEBURG. Die beiden waren am 4. Februar mit dem Metronom von Suderburg im Landkreis Uelzen nach Unterlüß gefahren, hatten sich dort ein Taxi zum Parkplatz der Sparkasse bestellt, bevor sie die Tankstelle im Ort betraten. Nachdem sie die Mitarbeiterin der Tankstelle überwältigt und in einen Nebenraum gesperrt hatten, flüchteten sie mit rund 400 Euro zu dem bereitgestellten Taxi und fuhren nach Suderburg zurück. Die Angeklagten hatten behauptet sie seien nur zufällig in Unterlüß gewesen und hätten spontan gehandelt. „Es ist lächerlich, dass junge Leute in die Weltstadt Unterlüß fahren, um zu sehen was dort los ist“, strafte Günter Kruse, Vorsitzender Richter am Landgericht, diese Einlassung Lügen.

Einen ähnlichen Betrag hatte G. wenige Tage vor Weihnachten 2008 alleine bei einer Celler Tankstelle an der Braunschweiger Heerstraße erbeutet. Er hatte den letzten Kunden am Abend abgewartet, bevor er der Verkäuferin mit einem Fleischermesser den Inhalt der Kasse und mehrere Telefonkarten abpresste.

Nach dem Urteilsspruch zeigte Bajran G. sein wahres Gesicht. Hatte er in seinem letzten Wort nach den Plädoyers noch beteuert, dass ihm seine Taten leid täten und er sich bessern wolle, nahm er das Urteil weniger einsichtig hin. „So ein Quatsch“, rief er in den Saal, so dass Günter Kruse, ihm das Wort abschneiden musste, um die Urteilsgründe vortragen zu können. „Lassen Sie mich ausreden.“ Tief eingewurzelt in die Kriminalität sei G., der schon 2006 wegen Raub und versuchten Raub verurteilt worden war. „Wer bereit ist Menschen das Messer an den Hals zu halten und sie in Todesangst zu bringen, für den spielt die Summe der Beute keine Rolle“, kritisierte Kruse die Strategie der Verteidigung. Die Rechtsanwälte hatten versucht, wegen der verhältnismäßig geringen Beute eine geringere Strafe für ihre Mandanten rauszuschlagen. Weil die Zeugen überlegtes und besonnenes des Täters beschrieben hatten, wollte die Kammer auch nicht von spontanem Handeln ausgehen. G., der als zweijähriger aus dem Kosovo nach Celle kam, sei nie richtig integriert worden, betonte Kruse. Die beiden Angeklagten hatten sich vor einiger Zeit in der Jugendstrafanstalt Hameln kennengelernt. Im letzten Winter hatte G. Einen regelrechten Beutezug unternommen, als er neben den beiden Tankstellen im Kreis Celle unter anderem eine Tankstelle in Uelzen überfallen hatte, in Suderburg mehrfach in das Studentenwohnheim und wenige Meter weiter in die Wohnung einer Rentnerin eingedrungen war.

Von Angelika Jansen