Straffälligenhilfe

Schwarzes Kreuz: Erstmals Frau an der Spitze

Christina Tabea Brucker ist neue Geschäftsführerin der christlichen Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz. Zur Amtseinführung gab es einen Gottesdienst in Celle.

  • Von Oliver Gatz
  • 21. Okt. 2021 | 17:29 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Oliver Gatz
  • 21. Okt. 2021 | 17:29 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Zum ersten Mal in ihrer 96-jährigen Geschichte hat die christliche Straffälligenhilfe Schwarzes Kreuz eine Frau als Geschäftsführerin: Kürzlich wurde Christina Tabea Brucker von Celles Superintendentin Andrea Burgk-Lempart in einem Gottesdienst in ihr Amt eingesegnet. Auch der Vorstand des Schwarzen Kreuzes und weitere Wegbegleiter sprachen Brucker ihren Segen und gute Wünsche aus. Mit dabei in der gut besetzten Celler Pauluskirche waren Gäste aus Politik, Kirche und Justiz, Kollegen, Ehrenamtliche und Angehörige.

Christina Tabea Brucker tritt die Nachfolge von Otfried Junk an

Brucker tritt die Nachfolge von Otfried Junk an, der nach 41 Jahren im Schwarzen Kreuz in Rente gegangen ist. Ihre Kenntnisse aus der Sozialwirtschaft kann sie im Schwarzen Kreuz direkt zum Nutzen von Menschen einsetzen, die am Rand der Gesellschaft stehen, und das auf christlichem Fundament. Das schätzt Brucker an ihrer neuen Aufgabe. Vorher hat sie beim Christlichen Jugenddorfwerk Deutschlands in Thüringen gearbeitet; studiert hat sie Sicherheitsmanagement an der Hochschule für Polizei in Hamburg.

Superintendentin Burgk-Lempart hob in ihrer Predigt die Vielfalt und Relevanz der Arbeit des Schwarzen Kreuzes hervor. Es unterstützt Straftäter auf ganz unterschiedlichen Wegen dabei, in die Legalität zurückzufinden, angefangen bei Briefkontakten bis hin zu Unterstützung bei der Geldverwaltung. „Sie im Schwarzen Kreuz bieten ihnen vor allem Beziehung an; Beziehung statt Ratschlägen. Sie hören zu, Sie bleiben da, auch wenn Sie bei dem Gehörten manchmal erschrecken.“ Dabei werde keine Hilfe übergestülpt.

Christina Tabea Brucker habe sie kennengelernt als „handfest, klar, zugewandt und humorvoll“, sagte Burgk-Lempart. Teamarbeit sei ihr wichtig.

Neuenhäuser Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt überreicht fair gehandelten Kaffee

Beim anschließenden Empfang überreichte der Neuenhäuser Ortsbürgermeister Jörg Rodenwaldt der neuen Geschäftsführerin fair gehandelten Kaffee für die Arbeit; schließlich sei die Anlaufstelle für Straffällige „Projekt Brückenbau“, die zum Schwarzen Kreuz gehört, der Kampagne „Fairtrade Neuenhäusen“ angeschlossen. Er wünschte ihr alles Gute und zitierte dabei das Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse: „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“

In Celle betreibt Schwarzes Kreuz das „Projekt Brückenbau“

Das Schwarze Kreuz unterstützt seit 1925 straffällig gewordene Menschen und deren Angehörige. Es ist unter anderem Mitglied in den Diakonischen Werken Hannover und Sachsen. In Celle betreibt es die Anlaufstelle für Straffällige „Projekt Brückenbau“. Es hat rund 600 Ehrenamtliche und Mitglieder.

Paketaktionen zu Weihnachten und Begegnungsprojekte in Gefängnissen

Neben der Arbeit mit Ehrenamtlichen und Gefangenen organisiert der Verein Projekte, wie zum Beispiel eine Kalenderaktion, Paketaktionen an Weihnachten und Begegnungsprojekte in Gefängnissen. Finanziert wird die Arbeit hauptsächlich durch Spenden. Weitere Informationen unter www.naechstenliebe-befreit.de .