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Celler Stadtkirche: Bei Wanderausstellung nachdenken über Leben und Tod

11:01 11.01.2022
Von Dagny Siebke
Die Wanderaustellung ist 2021 und 2022 an sechs Orten in den sechs Sprengeln der Landeskirche zu sehen. Freuen sich über Besucher: (von links) Harald Schilbock, Uwe Appold, Detlef Klahr, Katharina Rogge-Balke.
Die Wanderaustellung ist 2021 und 2022 an sechs Orten in den sechs Sprengeln der Landeskirche zu sehen. Freuen sich über Besucher: (von links) Harald Schilbock, Uwe Appold, Detlef Klahr, Katharina Rogge-Balke. Quelle: Hannegreth Grundmann
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Celle

„Es erschreckt uns, Unser Retter der Tod!“: Es sind starke und befremdliche Worte, die der Dichter Friedrich Gottlieb Klopstock für die Endlichkeit des Lebens findet. Kraftvoll ist auch das Bild, das Uwe Appold zu diesem Gedicht gemalt hat. Über dunkel gewölbte Hindernisse hinweg zieht er den Blick der Betrachtenden in eine blaue Ferne. „… noch bist du da“ ist der Titel der Wanderausstellung mit Werken des Malers Uwe Appold, die vom 9. Februar bis 13. März auch in der Celler Stadtkirche Halt macht. Zu sehen sind dabei 20 Bilder, die Appold zu ebenso vielen Gedichten über die Themen Leben und Tod gemalt hat. So wie das Werk von Rose Ausländer, das der Ausstellung seinen Namen gegeben hat.

Schau als Gesprächsangebot an Besucher

Für die Initiatorin der Ausstellung, Katharina Rogge-Balke vom „Haus kirchlicher Dienste“ in Hannover, ist die Schau ein Gesprächsangebot an die Besucher. „Tod und Sterben sind in unserer Gesellschaft schwierige Themen“, sagt sie. „Doch viele Menschen haben dazu Fragen und Gesprächsbedarf. Die Konfrontation mit der Endlichkeit unseres Lebens ist durch die Corona-Pandemie noch einmal verstärkt worden.“

Auch deshalb werden ausstellungsbegleitende Workshops und Veranstaltungen Begegnungsräume schaffen, in denen Menschen unterschiedlichen Alters und verschiedener Glaubensrichtungen ins Gespräch kommen können. „Mit der Ausstellung und dem umfangreichen Begleitprogramm bietet die Kirche Möglichkeiten zur gesellschaftlichen Verarbeitung der Pandemie“, fügt Rogge-Balke hinzu. „Das ist teilweise zu kurz gekommen, als es vor allem darum gehen musste, irgendwie durch die Krise zu kommen.“

Durch Corona gesellschaftlicher Gesprächsbedarf

Gesellschaftlichen Gesprächsbedarf sieht der Künstler Uwe Appold. „Wir haben uns durch Corona verändert“, stellt er fest. „Menschen haben sich voneinander zurückgezogen, unsere Kinder sind sehr ängstlich geworden und viele, die sich von ihren sterbenden Angehörigen in Heimen oder Kliniken nicht verabschieden durften, sind noch immer traumatisiert.“ Gleichzeitig, betont Appold, war es reiner Zufall, dass die Pandemie und seine Arbeit an der Ausstellung zeitlich ineinander fielen.

Der Maler hofft mit seinen Bildern und den Begleitveranstaltungen ein möglichst großes Publikum zu erreichen. Dabei vertraut er auf die Kraft der Lyrik. Jedes seiner Bilder korrespondiert mit einem Gedicht zum Thema Leben und Tod, das zusammen mit dem Gemälde ausgestellt wird. Fündig wurde der Flensburger beispielsweise bei Walther von der Vogelweide, Erich Fried oder Friederike Mayröcker. „Gedichte sind wie Kraftwerke für mich, sie geben eine starke Energie ab“, sagt Appold.

Workshops im Rahmen der Ausstellung „…noch bist du da“

Donnerstag, 17. Februar 2022 (16 – 19 Uhr) in der Stadtkirche St. Marien und im Johann-Arndt-Haus, An der Stadtkirche 8:

„Wunschbrief“ – für mich und für andere / mit Dr. Katharina Rogge-Balke und Harald Schilbock. In diesem Workshop geht es darum, herauszufinden, was einem wirklich wichtig ist: Was will ich noch unternehmen? Wie will ich wohnen, wenn ich älter werde? Wer ist mir wichtig und was ist mir wichtig?

Ein generationsübergreifender Mal-Workshop

Sonnabend, 19. Februar 2022 (9 – 17 Uhr) im Nordschiff der Stadtkirche St. Marien:

„Erzähl mir deine Geschichte“ / Ein generationsübergreifender Mal-Workshop mit Uwe Appold. Idee dieses Workshops ist, gemeinsam mit Jugendlichen und Senior*innen zu malen. Dabei können eigene Stärken und die anderer im gemeinsamen Handeln entdeckt und ausprobiert werden. Alle Mitwirkenden werden gebeten, für ihre Arbeit bitte eine Handvoll Erde ihrer Wahl mitzubringen. Gemalt wird auf Leinwänden 70 x 50 cm mit Acrylfarben. Es empfiehlt sich, alte Kleidung anzuziehen. Leinwände, Farben, Kleber für die Erde, Pinsel, Paletten, Mallappen und Wassereimer werden gestellt.

Montag, 7. März 2022 (16 – 19 Uhr) in der Stadtkirche St. Marien und im Johann-Arndt-Haus, An der Stadtkirche 8:

„Abschiednehmen“ / Workshop mit Impulsen für die, die gehen und die, die bleiben mit Pastorin Anita Christians-Albrecht und Pastorin Helene Eißen-Daub. In diesem Workshop soll es um den Austausch gehen, was im Blick auf den Tod wirklich hilft: denen, die gehen und denen, die bleiben.

Weitere Informationen

Weitere Infos zu Ausstellung und Rahmenprogramm gibt es unter www.gutesleben-gutesgeben.de/veranstaltungen. Anmeldung unter Telefon (05141) 7735. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Mehr zum Künstler Uwe Appold finden Sie unter www.uwe-appold.de. Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Rahmenprogramm gibt es unter www.gutesleben-gutesgeben.de/veranstaltungen. Bitte melden Sie sich für die Workshops im Gemeindebüro der Stadtkirche unter Telefon 05141 7735 oder per Mail unter kg.stadtkirche.celle@evlka.de an. Der Eintritt zu allen Veranstaltungen ist frei.

Gunther Meinrenken 11.01.2022
Michael Ende 10.01.2022