Unterwegs in Celle

An diesen Ecken wird‘s gefährlich

Welchen Gefahren sind Celler Fußgänger ausgesetzt? An vier verschiedenen Kreuzungen werden Verhaltensweisen, Ampelschaltungen und Radwege beobachtet.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 27. Okt. 2021 | 07:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Cellesche Zeitung
  • 27. Okt. 2021 | 07:00 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Fußgänger im Straßenverkehr haben es oft nicht leicht. Ewig lange Wartezeiten an der Ampel, heranrauschende Radfahrer, keine Beachtung an Zebrastreifen und dann auch noch die E-Roller! „Die Fahrer sind ohne Helm“, „sehr schnell“ und „auf dem Fußweg“, kritisieren die Teilnehmer des vom Seniorenstützpunkt angebotenen Seminars „Gefährliche Ecken in Celle“ die neuen elektronischen Transportmittel. Gemeinsam mit dem Seminarleiter und früheren Fahrlehrer Günter Brunotte beobachten sie vier verschiedene Kreuzungen in Celle und analysieren die Gefahren für Fußgänger.

Günter Brunotte leitet Seminare des Programms "sicher mobil"

„Als Fußgänger müssen wir auf alles achten“, erläutert Brunotte. Er leitet solche „Sicher mobil“-Kurse bereits seit zehn Jahren – ein Programm für ältere Menschen im Straßenverkehr, das aus mehreren Teilen besteht, beispielsweise mit dem Fokus auf Fußgänger, Radfahrer oder Autofahrer. Die Veranstaltungen sind auf Verkehrsteilnehmer über 50 Jahre zugeschnitten.

Warnwesten zur Sicherheit und als Erkennungszeichen

In Kleingruppen gehen die Teilnehmer zu den unterschiedlichen Kreuzungen und schauen sich an, wer sich wie verhält. Sie achten etwa auf Ampelschaltungen, die Lage der Radwege und Linksabbieger. „Wir wollen herausfinden, wo Gefahren lauern, und darauf aufmerksam machen“, so der Kursleiter. Bevor es losgeht, werden noch Warnwesten verteilt: Gut sichtbar für den Verkehr und von Weitem schon zu erkennen. Und tatsächlich, als der ehemalige Fahrlehrer bei jeder Kreuzung einmal vorbeigeht, weiß er schon aus einiger Entfernung, ob seine Leute dort stehen.

Fehlverhalten von Fußgängern und Radfahrern: einfach kreuz und quer

Die Beobachtungen sind vielseitig. Meistens verhalten sich wohl eher Radfahrer und Fußgänger falsch als Autofahrer. „Fußgänger und Radfahrer kommen kreuz und quer aus der Hehlentorstraße heraus, einfach diagonal rüber“, berichtet ein Teilnehmer. Außerdem sei eine Frau ständig auf dem Radweg gegangen, obwohl direkt daneben der Fußweg sei. „Wenn ich mich so als Autofahrer verhalten würde, müsste ich den Führerschein abgeben.“

Eine gefährliche Ecke: Die Kreuzung Pfennigbrücke/Fritzenwiese

Jemand anderes schildert Situationen an der Kreuzung Pfennigbrücke/Fritzenwiese. Einer sei einfach in die Einfahrt hineingefahren – ohne zu blinken. „Die Autofahrer halten auch nicht bei einem Stopp-Schild.“ Ein Mann nennt ein weiteres Problem auf Celles Straßen: „Autos müssen auf den Fahrradweg ausweichen, sonst kommen sie nicht aneinander vorbei.“ Der Mindestabstand von 1,5 Metern zum Radfahrer könnte ebenfalls nicht eingehalten werden.

Programm ist vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat

Brunotte versucht, die verschiedenen Kurse zum Thema „sicher mobil“ immer im Frühjahr und Herbst zu geben. Das Programm ist vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) und wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Die Seminare sind kostenfrei. Zwei finden kommenden Monat noch statt, am 9. und 23. November, jeweils von zehn bis zwölf Uhr. Anmeldung unter Telefon (05141) 9013101 oder per E-Mail an info@senioren-celle.de .

Von Katharina Jäger

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