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Celle Stadt Celler Schüler lernen, wie andere ticken
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Schüler lernen, wie andere ticken
18:15 05.05.2017
Der Europa-Abgeordnete Bernd Lange und Bundespolitikerin Kirsten Lühmann kamen bei der Ausstellungseröffnung zum EU-Projekttag an den BBS in Altenhagen mit Schülern ins Gespräch. Lange empfahl den Jugendlichen Auslandspraktika.
Der Europa-Abgeordnete Bernd Lange und Bundespolitikerin Kirsten Lühmann kamen bei der Ausstellungseröffnung zum EU-Projekttag an den BBS in Altenhagen mit Schülern ins Gespräch. Lange empfahl den Jugendlichen Auslandspraktika. Quelle: Christian Thiele
Celle Stadt

Mit einer Ausstellung informierten beide Schulen über ihre europäischen Aktivitäten: Auslandspraktika, Studienfahrten und Sprachreisen – zum Beispiel nach Spanien oder Großbritannien – sorgen nämlich immer wieder dafür, dass die jungen Celler über den Tellerrand hinausblicken, Land und Leute außerhalb Deutschlands kennenlernen können.

„Erst wenn man sich darauf einlässt, wie andere ticken, kann man gemeinsam etwas reißen“, weiß auch Bernd Lange, Europaabgeordneter aus Niedersachsen, der gemeinsam mit Harm Adam, Vorsitzender der Europa-Union Niedersachsen, den Schülern in einer kurzen Podiumsdiskussion Rede und Anwort stand.

Schnell wurde dabei klar: Was in Europa geschieht, bewegt auch die jungen Menschen in Celle – allen voran die Menschenrechtsverletzungen in der Türkei und ein möglicher Wahlsieg der Rechtspopulisten in Frankreich. Wieso man mit einem Land über EU-Beitrittsgespräche verhandele, das die Pressefreiheit derartig mit Füßen trete? „Europa muss offen bleiben“, mahnte Adam, war sich aber mit Lange einig, dass es zumindest unter den gegenwärtigen Bedingungen keine Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geben könne. Was passieren werde, sollte Marine Le Pen den Wahlsieg davontragen und Frankreich aus der EU austreten? „Ein politischer Supergau“, so Lange klar und deutlich, nun seien alle Demokraten gefragt, den Kandidaten zu unterstützen, der den europäischen Weg weitergehe.

Dass die jungen Berufsschüler politische Bewegung in der Europäischen Union vermissen, zeigte sich ebenfalls deutlich: Warum man es nicht schaffe, nationale Souveränitäten zugunsten von mehr Europa aufzugeben? „Im Moment ist der Fortschritt in der EU eher eine Schnecke“ gab Lange zu, wies aber auch darauf hin, dass sich mit einer einheitlichen Währung und dem Abschaffen der Grenzkontrollen doch einiges getan hätte.

Abschließend ermunterte Adam alle Anwesenden, sich politisch zu engagieren: „Für seine eigenen Überzeugungen einzutreten – nichts anderes ist Lobbyismus.“

Von Christina Matthies