Celler Politik

Celler Haushalt 2020 ausgeglichen

Das Sparen hat sich gelohnt, für den Celler Haushalt steht die "schwarze Null".

  • Von Gunther Meinrenken
  • 29. Okt. 2019 | 08:15 Uhr
  • 14. Juni 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 29. Okt. 2019 | 08:15 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Das formulierte Ziel war durchaus ehrgeizig, das Versprechen recht riskant, aber Oberbürgermeister Jörg Nigge (CDU) hat es geschafft. Im Wahlkampf hatte er angekündigt, fünf Jahre nach Amtsantritt einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Das wäre 2022 gewesen. Doch die "schwarze Null" steht bereits im kommenden Jahr. Diese gute Nachricht verkündete Kämmerer Thomas Bertram gestern bei der Einbringung des Etats für 2020 im Celler Rat.

Baugebiet gleicht Minus aus

Im ordentlichen Ergebnis weise der Ergebnishaushalt zwar noch eine "moderate Unterdeckung von rund 900.000 Euro" auf. Doch durch Sondereffekte werde dies wieder ausgeglichen, so Bertram. Mit dem Grundstücksverkauf im Groß Hehlener Baugebiet "Im Tale" würde im Gesamtergebnis ein Überschuss von 1 Million Euro erwartet. Für die Folgejahre rechnet Bertram ab 2021 "mit klaren Überschüssen im Ergebnis- und Finanzhaushalt". In letzterem zeichne sich bereits für kommendes Jahr ein Plus von etwa 4 Millionen Euro ab. Die detaillierten Zahlen sollen erst am heutigen Dienstag veröffentlicht werden.

Erstmals seit langem kann das laufende Geschäft der Verwaltung wieder aus eigener Kraft finanziert werden. Kredite sollen nur noch für Investitionen eingeplant werden. Ab 2023 werde die Stadt in der Lage sein, die Tilgung von Investitionskrediten wieder aus eigener Kraft zu stemmen, zuvor musste man sich dafür Geld leihen. Nigge: "Wir sind auf Erfolgskurs und das bereits früher als erhofft. Im engen Schulterschluss haben der Kämmerer, sein Team und ich mit der großen Unterstützung unserer engagierten Mitarbeiterschaft dieses Zahlenwerk erst möglich gemacht."

Kredite abbauen

Sollte sich der positive Trend fortsetzen, könnte die Stadt ab 2021 auf ein Haushaltssicherungskonzept verzichten. Langfristig gesehen sollen die sich auf 90 Millionen Euro belaufenden Fehlbeträge aus den Vorjahren abgebaut werden. Derzeit werden diese mit Kassenkrediten finanziert.

Schmerzhafte Einschnitte

Bertram machte deutlich, dass "das Erreichen des Haushaltsausgleichs mit teils schmerzhaften Einschnitten und Veränderungsprozessen verbunden war". So waren die Aufgaben der Vergabestelle und der Jugendhilfe an den Landkreis abgegeben worden. Die Eingliederungshilfe könnte bald folgen. "Die Einführung moderner Instrumente der Finanzwirtschaft wie ein integriertes Schuldenmanagement, ein Investitionscontrolling und ab 2020 auch der Budgetierung tragen einen weiteren Teil zu den Verbesserungen bei", sagte Bertram.

Dass er die "positive Botschaft" wieder zurücknehmen muss, befürchtet der Kämmerer nicht. "Nun sehen wir Licht am Ende des Tunnels. Und damit ist nicht der entgegenkommende Zug gemeint", sagte Bertram, der guter Dinge ist, "dass die Aufsichtsbehörde bei der positiven Haushaltsentwicklung Raum findet, das strenge Dogma Nettoneuverschuldung gleich Null abzumildern".