Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt Kuschlige Haustiere brauchen Hilfe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt

Celler Meerschweinchen-Notstation braucht Spenden

07:00 22.10.2021
Warten auf ein neues Zuhause: In der Notstation für Meerschweinchen, die von Jaqueline Tamm und Lucas Blötz im Alten Bremer Weg in Celle betrieben wird, leben derzeit 17 Tiere.
Warten auf ein neues Zuhause: In der Notstation für Meerschweinchen, die von Jaqueline Tamm und Lucas Blötz im Alten Bremer Weg in Celle betrieben wird, leben derzeit 17 Tiere. Quelle: Oliver Knoblich
Anzeige
Celle

In der Corona-Zeit gekauft und nach der Pandemie nicht mehr gebraucht. Dieses Schicksal hat das Meerschweinchen Fridolin erlebt, das in der Meerschweinchen-Notstation am Alten Bremer Weg – betrieben von Jacqueline Tamm und Lucas Blötz – abgegeben wurde. „Natürlich hatten wir ihn bei uns aufgenommen“, sagt Tamm, „wegen falscher Ernährung musste der Kleine sich einer Zahnsanierung unterziehen und konnte so in ein tolles Zuhause vermittelt werden.“

Nachlassendes Interesse an Meerschweinchen

Durch Corona seien viele Haustiere, vor allem Meerschweinchen, in ihrem Umfeld angeschafft worden, erläutert die Notstation-Besitzerin. „Und später haben die Leute dann versucht, sie bei uns abzugeben.“ Zum einen hätten die Kinder das Interesse an den Tieren verloren, zum anderen sei bemerkt worden, „wie kosten- und zeitintensiv die Meerschweinchen in ihrer Haltung sind“. Die Eltern würden sich zwar notdürftig um die Tierchen kümmern, behalten möchten sie sie dann aber doch nicht.

Notstation: Unterbringung von 17 Tieren

„Wir betreuen zurzeit 17 Meerschweinchen“, berichtet Tamm, „Tendenz steigend.“ Eins davon ist die zweijährige Grace, die aufgrund der falschen Haltung chronisch krank wurde und unter epileptischen Anfällen leidet.

Da sie und Blötz diese Arbeit ehrenamtlich machen, die Notstation aus reinem Eigenkapital betreiben, aber den Tieren kostentechnisch gerecht werden wollen, sind sie auf Spenden angewiesen. Weil sie noch kein eingetragener Verein seien, fehlen auch Mitgliedsbeiträge, wodurch die Nagetiere ebenfalls unterstützt werden könnten.

Zaghafte Annährung: Das Futter wird erst einmal vorsichtig beschnuppert. Quelle: Oliver Knoblich

„Auf unserer Website haben wir einen Reiter ‚Spenden‘ eingerichtet, somit können Mitmenschen uns zum Beispiel durch Sachspenden oder auch auf PayPal unterstützen. Patenschaften können auch übernommen werden, vor allem für Meerschweinchen, die chronisch erkrankt sind und kein Zuhause finden“, sagt Tamm.

Jacqueline Tamm und Lucas Blötz kümmern sich um Meerschweinchen

„Natürlich möchten wir kein Meerschweinchen in Not leiden sehen, daher tun wir alles, was nötig ist, um die Meerschweinchen aufzupäppeln und eventuell auch zu vermitteln“, so der Meerschweinchen-Fan. Durch die derzeitigen kühlen Temperaturen können jedoch Neuzugänge, die keine Außenhaltung gewöhnt sind, nur in der Innenhaltung aufgenommen werden. Das bedeutet mehr Materialkosten als in der Außenhaltung. „Die Meerschweinchen, die Innenhaltung gewöhnt sind, dürfen dann erst ab Mai/Juni 2022 ins Außengehege ziehen, sofern sie noch kein passendes Zuhause gefunden haben“, erläutert Tamm.

Unterstützung durch Gemüse-Spenden

Außerdem finde sich in dieser Zeit kaum Futter für die Meerschweinchen, daher müsse jegliches Gemüse zugekauft werden. Was für 17 Schützlinge mehrere hundert Euro im Monat bedeute – und zuzüglich der Tierarztkosten ein großes Loch in die Kasse reißt. Tamm und Blötz hoffen, Tierfreunde zu finden, die ein großes Herz für Meerschweinchen haben und die beiden Tierliebhaber mit Gemüse unterstützen, das nicht mehr zu verkaufen sei.

Von Katharina Jäger

Mehr Informationen gibt es auf https://www.littledillpigs.com/de oder über Telefon (015142077246).

Gunther Meinrenken 21.10.2021
Oliver Gatz 21.10.2021
Wechsel im Schiedsamt - Mehr Konflikte als erwartet
21.10.2021