Warften im Wohngebiet?

Grüne fordern transparente Allerinsel-Planung

Darum sind die Celler Grünen nicht mit den Allerinsel-Plänen zufrieden.

  • Von Michael Ende
  • 05. Nov. 2020 | 14:49 Uhr
  • 14. Juni 2022
Warten auf den großen Wurf: Auf der Allerinsel kommt derzeit lediglich der Straßenbau voran.
  • Von Michael Ende
  • 05. Nov. 2020 | 14:49 Uhr
  • 14. Juni 2022
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Celle.

Ein großer städtebaulicher Wurf soll die Umgestaltung der Celler Allerinsel werden. Ein neuer lebendiger Stadtteil ist geplant. Doch davon ist nach Jahren der Verzögerung beim Wohnungsbau wenig zu sehen. Entsprechend enttäuscht sind die Grünen im Stadtrat. "Attraktive Wohnflächen sollten hier in Einheit mit Geschäften und Freizeiteinrichtungen entstehen – ein innovatives Stadtquartier, das zum Flanieren und Verweilen einlädt. Ein Rohdiamant, der vieles versprach", so Fraktionsvorsitzender Bernd Zobel. Er habe sich jüngst selbst vor Ort ein Bild gemacht und festgestellt: "Von der ursprünglichen Planung, festgelegt im ersten Rahmenplan von 2010, ist nicht mehr viel übrig."

Wo bleiben Innovation und Visionen?

Bei den Bauvorhaben sei von der Innovation und städtebaulichen Vision, die er seinerzeit unterstützt habe, nur noch wenig zu erkennen, so Zobel: „Es werden im ersten Bauabschnitt in erster Linie Wohnungen im gehobenen Segment geschaffen, die jedoch in sich geschlossen und nicht als Quartier gedacht werden." Zum Beispiel waren im Bereich des Baufeldes 2 die Außenanlagen als „halböffentlicher Bereich“ bezeichnet worden: "Die aktuellen Planungen legen jedoch nahe, dass diese aufgrund der städtischen Forderung nach Tiefgaragen teilweise aus dem Geländeniveau warftartig hervorstehen werden, wodurch eine barrierefreie und öffentliche Nutzung dieses Bereiches kaum möglich ist."

Rundweg wirklich runde Sache?

Im 2018 beschlossenen Rahmenplan für den zweiten Bauabschnitt nördlich der Hafenstraße bleiben der Fest- und Parkplatz sowie die Theo-Wilkens-Halle bestehen. Zobel: "Ursprünglich waren hier Wohnbebauung, Jugendherberge oder Hotel sowie ein innenstadtnahes Parkhaus geplant." Positiv sei anzumerken, dass hier auch preisgünstiges Wohnen vorgesehen sei. Fraglich sei jedoch, ob der ursprünglich geplante Rundweg am Aller-Ufer auch wirklich um die gesamte Insel geführt werde.

Forderung nach Transparenz

"Wir fordern von der Verwaltung, dass die Ursprungsplanung, hier ein Quartier zu schaffen, das allen öffentlich zugänglich ist, wieder in der Vordergrund gerückt und weiter verfolgt wird", bekräftigt Zobel und fordert mehr Planungs-Transparenz: "Deswegen werden wir auch einen Antrag stellen, die Allerinsel als ständigen Tagesordnungspunkt im zuständigen Ausschuss vorzusehen."