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Celle Stadt Celler Geothermie-Projekt kommt voran
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Geothermie-Projekt kommt voran
14:56 08.12.2015
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Picasa
Celle Stadt

Geplant war das Gutachten, mit dem festgestellt werden soll, ob die geologischen Bedingungen wirklich so aussichtsreich sind, wie in einer Vorstudie angenommen, schon seit längerem. Allein es fehlten die notwendigen Mittel. 250.000 Euro kostet die Machbarkeitsstudie, die vom Büro Geodienste in Garbsen erstellt wird.

Mit insgesamt 30.000 Euro beteiligen sich die auch in der Heese beheimateten Wohnungsbaugesellschaften WBG, Celler Bau- und Sparverein, die Wichmann-Gruppe sowie die Südheide. 150.000 Euro aus dem Klimaschutzfonds, der maßgeblich durch die SVO gefüllt wird, hat die Politik bewilligt, 10.000 Euro zahlt der Verein Geoenergy und das Büro Geodienste erlässt 25.000 Euro der Auftragssumme. So war der Stand Mitte des Jahres. Nun haben sich auch die Stadtwerke Celle mit 30.000 Euro und der Landkreis mit 5000 Euro an den Kosten beteiligt.

"Wir wollen expandieren, neue Geschäftsfelder erschließen. Die Wärmeversorgung könnte da ein wichtiger Baustein sein", erklärte Stadtwerke-Geschäftsführer Thomas Edathy. Und auch Fritz Stünkel, Geschäftsführer des Celler Bau- und Sparvereins, ist von dem Projekt überzeugt. "Die 7500 Euro sind in meinen Augen gut angelegtes Geld, wenn man sieht, was dabei herauskommen kann."

In der Machbarkeitsstudie würden in der ersten Phase Bohr- und seismische Daten aufgekauft, erläuterte Geodienste-Geschäftsführer Dieter Michalzik. Damit würden die geologischen Voraussetzungen tiefergehend untersucht, als dies bisher in der Vorstudie geschehen sei. In einem zweiten Schritt würden dann die technischen Details für die Versorgung mit Erdwärme geklärt.

Wolfgang Genannt vom Verein Geoenergy erläuterte die Rahmendaten. "Wir würden zwei Bohrungen in eine Tiefe von 2700 Metern hinabbringen. Dort herrschen Temperaturen von 117 Grad. Zusätzlich zu der geothermischen Versorgung von 100.000 Quadratmetern Wohnfläche wollen wir 0,7 Megawatt Strom erzeugen." Neben der Versorgung von 2400 Mietern sollen auch die Schulen in dem Viertel mit Erdwärme beliefert werden. "Auch eine Fernleitung zur Bundeswehr in Wietzenbruch ist denkbar", so Genannt.

"Das ist ein Vorzeigeprojekt, das bundesweit Beachtung findet", meinte Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende. Im Mietwohnungsbau habe es bisher eine Versorgung in diesem Umfang mit Erdwärme noch nicht gegeben.