Teilnehmer gesucht

Gartenwettbewerb: Will denn niemand gewinnen?

Wer hier gewinnen will, muss keinen Schottergarten haben: Wir suchen Gärten in Celle "mit Potenzial". Tausende Euro gibt es zu gewinnen.

  • Von Michael Ende
  • 25. May 2022 | 07:21 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Michael Ende
  • 25. May 2022 | 07:21 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Celle.

Wenn es gilt, bei einem Wettbewerb tausende von Euro an Preisgeldern abzuräumen, indem man einfach nur zeigt, wie es bei einem zu Hause aussieht, dann rappelt es im Karton: Da will doch jeder gewinnen. Jedenfalls normalerweise. Ganz anders sieht es beim Wettbewerb aus, den jetzt die CZ und die Stadt Celle im Rahmen der CZ-Aktion "Celle blüht auf" gestartet haben: Wir suchen Celles schlimmste, artenärmste Gärten – und wollen sie in grüne Oasen verwandeln. Bisher hat sich noch niemand gemeldet – will denn keiner Geld und eine Gartenumgestaltung gewinnen?

Gewinnen kann man auch ohne Schotter

Es muss nicht immer Schotter sein – das könnte das Missverständnis sein, das bisher zur Teilnehmer-Flaute geführt hat. "Es könnte sein, dass mancher denkt, hier könnten nur Schottergarten-Besitzer mitmachen", überlegt Jens Hanssen, der als Fachbereichsleiter im Rathaus für alles zuständig ist, was grünt und blüht: "Ich hatte mir fast schon gedacht, dass sich niemand melden und zugeben würde, dass er einen Garten hat, der so vom Gesetzgeber nicht vorgesehen ist." Doch auch ohne Deko-Steinschüttungen und Plastik-Flechtzäune könnte man beim Wettbewerb gewinnen, sagt Hanssen: "Es gibt genug öde und tote Flächen in Celler Gärten. Ich könnte da einige nennen – tue ich aber nicht. Denn petzen gilt schließlich nicht bei diesem Wettbewerb."

3000 Euro zu gewinnen

Gartenbesitzer können sich nur selbst nominieren. Und dann Preise gewinnen, die Hanssen organisiert hat: „Wir bieten eine gärtnerische Fachberatung an und unterstützen dann bei der Umgestaltung der Sieger-Gärten.“ Dafür gibt es auch einen Batzen Geld: Der schlimmste Garten bekommt ein Budget von 1500 Euro, der zweite Platz 1000 Euro und der Dritte 500 Euro. „Damit kann man dann auch wirklich schon etwas machen“, sagt Hanssen, der darauf setzt, dass die Gartenbesitzer selbst mit anpacken: „Was man mit eigenen Händen geschaffen hat, weiß man dann auch zu schätzen.“

Emden kann's

In Emden sind kürzlich bei einem ganz ähnlichen Wettbewerb Sieger ermittelt worden. Dabei ging es in Ostfriesland ebenso wie jetzt hier in Celle nicht unbedingt um komplett misslungene Gärten, sondern um Bereiche, aus denen man viel mehr machen könnte. Das geht auch ohne steinige Ausgangsbasis. So ist etwa eine von immergrünen "Friedhofshecken" umstandene Rasenfläche längst nicht das gärtnerische Nonplusultra – da geht noch was. In Emden gewann eine Familie, die vor ein paar Jahren ein Haus gekauft hatte und sich seitdem noch nicht um den (steinigen) Vorgartenn gekümmert hat.

Teilnahmefrist verlängert

"Hier bei uns in Celle lassen sich doch bestimmt auch ähnliche Fälle finden", meint Jens Hanssen. Er hofft, dass sich noch Celler melden, die ihren Garten mit einer satten Finanzspritze aufmöbeln wollen. Deshalb wurde die Wettbewerbs-Meldefrist jetzt um einen Monat verlängert.

Und so macht man mit

Wenn Sie denken, dass Ihr eigener Garten das Zeug zu einem Platz auf der Nicht-so-richtig-super-Hitliste hat, dann dokumentieren Sie das bitte mit Fotos und einem erläuternden Text: Warum ist Ihr Garten nicht so artenreich, wie er sein könnte? Wichtigstes Kriterium: Das Aufwertungspotenzial muss besonders hoch sein. Das heißt, es sollten gar keine oder kaum insektenfreundliche Pflanzen vorhanden sein. Mitmachen können nur Bürger der Stadt Celle. Bitte senden Sie Ihre "Ecken mit Luft nach oben" als E-Mail mit den Betreff „Horror-Gärten“ bis zum 30. Juni an redaktion@cz.d e. Eine Jury wird die Einsendungen sichten, Titelaspiranten vor Ort in Augenschein nehmen und dann die Sieger küren.