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Celle Stadt Celler Frauenhaus-Affäre: Keine Konsequenzen
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Frauenhaus-Affäre: Keine Konsequenzen
08:07 17.12.2015
Von Gunther Meinrenken
Quelle: Gunther Meinrenken
Celle Stadt

Auf Antrag von zwölf Vereinsmitgliedern hatte Wiegel die außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen müssen. Eine von ihnen ist Sabine Pfeiffer. „Wir wollten nicht rebellisch sein, wir wollten einfach wissen, was da los ist. Am Ende bin ich nur ein wenig schlauer geworden“, sagte sie gestern. Enttäuscht war Pfeiffer vor allen Dingen, weil neutrale Beobachter, die etwas zur Aufklärung hätten beitragen können, nicht eingeladen waren. Dazu zählen der Supervisor, der helfen sollte, das Verhältnis von Rusyniak und Hufschmidt-Bergmann zu bereinigen, und der Steuerberater des Vereins, bei dem Wiegel angerufen haben soll, um die Gehaltserhöhung für ihre SPD-Parteikollegin Hufschmidt-Bergmann absegnen zu lassen. Wiegels Begründung für die Nicht-Einladung: „In einer Mitgliederversammlung mit vertraulichen Personalien können keine Gäste dabei sein.“

So blieb es bei der Veranstaltung dabei, dass beide Seiten ihre Version der Geschehnisse schilderten. Neues war eigentlich nicht dabei. Auslöser der Affäre war die Anstellung von Hufschmidt-Bergmann als Bürokraft. Nach Aussage von Rusyniak habe Wiegel sie gegen ihre Bedenken dazu gedrängt, ihrer Stellvertreterin den Bürojob zu geben, obwohl es bald 100 Bewerbungen gegeben hatte und Rusyniak eine andere Favoritin hatte. Kurz darauf sei auf Anregung von Wiegel auch noch das Gehalt von Hufschmidt-Bergmann deutlich angehoben worden.

Wiegel stellt diese Geschehnisse gänzlich anders dar. Sie behauptete auch in der Mitgliederversammlung, dass es einen einstimmigen Beschluss des Vorstands, in dem auch Rusyniak saß, über die Anstellung von Hufschmidt-Bergmann gebe. Vorlegen wollte sie ihn allerdings nicht. Außerdem sei Rusyniak für die Einstufung des Gehalts von Hufschmidt-Bergmann verantwortlich gewesen.

Die gekündigte Leiterin des Frauenhauses behauptet hingegen, dass es überhaupt keinen Beschluss des Vorstands über die Anstellung von Hufschmidt-Bergmann gibt. Bei der Versammlung wollte Rusyniak einer Zeugin Gehör verschaffen: „Eine Praktikantin hat damals genau mitbekommen, dass in der Pause der Vorstellungsgespräche Frau Wiegel vorgeschlagen hat, dass Frau Hufschmidt-Bergmann den Bürojob bekommen sollte. Doch sie durfte nicht an der Mitgliederversammlung teilnehmen und den Vorfall erzählen. Das zeigt, dass eine richtige Aufklärung überhaupt nicht erwünscht war“, sagte Ruysniak am Tag nach der Mitgliederversammlung. Wiegel wollte dazu keine Stellung nehmen, meinte nur gegenüber der CZ: „Der persönliche Rachefeldzug unserer ehemaligen Mitarbeiterin hat das Frauenhaus und den Verein beschädigt.“

Am Ende sprachen sich die Mitglieder mit 30 zu 18 Stimmen mit einer Enthaltung dagegen aus, dass Wiegel und Hufschmidt-Bergmann als Vorsitzende abgewählt werden. Hufschmidt-Bergmann hält sowohl an ihrem Vorstandsamt, als auch an ihrem Bürojob fest. Pfeiffer ist enttäuscht: „Ich werde aus dem Verein wieder austreten.“

Die Kündigung von Rusyniak wird übrigens ein juristisches Nachspiel haben. Anfang Januar wird das Celler Arbeitsgericht über den Fall verhandeln.