Leidenschaft für Finanzen

Kai Mechler ist seit 40 Jahren bei Commerzbank

Der 56-Jährige hat sein ganzes Berufsleben der Bank gewidmet. Darum ist die Commerzbank-Filiale in Celle den bundesweiten Schließungen entgangen.

  • Von Svenja Inken Gajek
  • 02. Aug 2021 | 15:43 Uhr
  • 14. Jun 2022
  • Von Svenja Inken Gajek
  • 02. Aug 2021 | 15:43 Uhr
  • 14. Jun 2022
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Celle.

Die Commerzbank hat einen großen Sanierungsplan angekündigt: Mehrere hundert Filialen sollen deutschlandweit geschlossen werden. In diesen aufregenden Zeiten blickt Kai Mechler, Filialleiter der Commerzbank in Celle, auf 40 Jahre seines Berufslebens zurück. Er war sich stets sicher, dass der Standort am Großen Plan erhalten bleibt.

Beratungsfiliale oder Premiumfiliale?

„Die Schließungen waren eine zentrale Entscheidung“, sagt Mechler. „Das ist ein äußerst komplexer Prozess. Ich behaupte, dass wir eine sehr erfolgreiche Filiale sind. Während des ersten Corona-Lockdowns waren 200 Geschäftsstellen in Deutschland geöffnet. Diese haben Kassenverkehr und eine entsprechende Größe, also eine gewisse Bedeutung in der Region. Wir gehören dazu.“ Eine Schließung sei somit nicht zu befürchten gewesen. „Vielmehr ging es um die Frage, ob wir eine Beratungsfiliale oder Premiumfiliale werden.“ Die Bezeichnung „Premium“ gibt an, dass die Bank mit dem kompletten Leistungsspektrum vor Ort ist – sowohl für Privat- als auch Unternehmerkunden. In Celle ist dies mittlerweile der Fall.

Berufspraktikum und Ausbildung zum Bankkaufmann

Mechler hat sein Berufsleben voll und ganz der Commerzbank gewidmet. Der gebürtige Bad Segeberger wuchs behütet in Lübeck auf. Sein Vater war Kfz-Meister, der Sohn sollte in dessen Fußstapfen treten. Da schlug die Mutter, eine Bankkauffrau, dem Jungen vor, sein Berufspraktikum bei der Commerzbank zu absolvieren. Ihr Sohn war totunglücklich – nicht über den Praktikumsplatz, sondern weil er am Buß- und Bettag, der in jenen zwei Wochen lag und früher ein Feiertag war, nicht hingehen konnte. „Ich finde, das zeigt ganz gut, wie sehr es mir damals schon bei der Bank gefallen hat“, sagt Mechler und lacht.

Anfang der 1980er Jahre ließ er sich nach dem Realschulabschluss zum Bankkaufmann bei der Commerzbank ausbilden und wurde im Anschluss gleich unbefristet übernommen.

Verschiedene Stationen in Schleswig-Holstein

Nach dem Grundwehrdienst besuchte Kai Mechler eine einjährige Fachkräftenachwuchs-Trainee-Ausbildung in Frankfurt. Zurück bei der Commerzbank in Lübeck arbeitete er weiter als Kundenberater. Es folgten verschiedene Stationen in Schleswig-Holstein: Travemünde – „eine traumhafte Filiale, total coole Lage am Wasser“, so Mechler –, Neustadt, Bad Oldesloe und Wahlstedt. Zwischendurch schob der zielstrebige junge Mann noch ein nebenberufliches Bankfachwirt-Studium in Kiel und ein Management-Studium in Hamburg ein.

Zusammenlegung von Dresdner Bank und Commerzbank

Nach Celle kam Mechler schließlich im Jahr 1999. „Das war eine tolle Karriere-Chance“, erinnert sich der heute 56-Jährige. Er übernahm zunächst die Mitleitung der Regionalfiliale und dann die Leitung der Filiale an der Westcellertorstraße. Nach einem vierjährigen Aufenthalt in Hildesheim kehrte er 2014 nach Celle zurück und übernahm erneut die Leitung der umstrukturierten Celler Filiale, die aus der Zusammenlegung der Dresdner-Bank-Geschäftsstelle am Großen Plan und der Commerzbank-Filiale an der Westcellertorstraße entstanden war.

Nachwuchs hat andere Pläne

Bei allem Erfolg – die Karriere sei nicht das Wichtigste in seinem Leben, sagt Mechler. An erster Stelle stehe seine Familie. Er ist seit 26 Jahren verheiratet und hat zwei erwachsene Söhne, der jüngere davon hat gerade sein Abitur gemacht. „Er versucht jetzt herauszufinden, welchen beruflichen Weg er einschlagen soll“, erzählt der stolze Vater. In eine Bank soll es wohl nicht gehen, sondern in den kreativen Bereich. Der ältere Sohn hat die Vorliebe für Zahlen von seinem Vater geerbt und möchte Steuerberater werden. „Ich bin davon überzeugt, dass man in jeder Branche Erfolg haben kann, wenn man mit Leidenschaft dabei ist“, sagt Mechler bestimmt. Große Freude bereitet ihm auch sein Engagement im Lions Club Celle, dessen Präsident er 2016/2017 war.

Mehr Zeit für Familie und Sport

Ans Aufhören denkt Kai Mechler noch lange nicht. „Wir befinden uns mitten in einem digitalen Umbauprozess. Ich habe große Lust darauf, an diesem Wandel mitzuarbeiten“, betont er. Konkrete Pläne für den Ruhestand gebe es zwar noch nicht, aber Mechler möchte gern irgendwann einmal mehr Zeit für seine Familie und für seinen Sport – Joggen, Tennisspielen, Skifahren – haben. „Doch im Moment stecke ich einfach noch viel zu tief drin im aktiven Geschäft“, sagt er.