Demonstration

Celler Corona-"Spaziergänger" brechen die Regeln

Das hatte sich Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius sicher anders vorgestellt: Celler Corona-Leugner machen, was sie wollen.

  • Von Michael Ende
  • 03. Jan. 2022 | 21:30 Uhr
  • 12. Juni 2022
  • Von Michael Ende
  • 03. Jan. 2022 | 21:30 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

Zu einer als „Spaziergang“ deklarierten Demonstration gegen die Maßnahmen im Kampf gegen das Corona-Virus haben sich am Montagabend rund 200 Menschen in der Celler Innenstadt getroffen. Gegendemonstranten protestierten gegen diese „Pandemie-Leugner“, die sich ganz bewusst nicht an die Regeln hielten, auf die die Polizei extra noch hingewiesen hatte. Die Polizei, die mit rund einem Dutzend Beamten den friedlichen Zug begleitete, schritt trotz hunderter Verstöße nicht ein. Lediglich zwei Ordnungswidrigkeitenanzeigen wurden erstattet.

Innenminister hatte harten Kurs angekündigt

„Eine neue Trendsportart entwickelt sich derzeit rasant: die urbane Wanderbewegung“ – mit diesen launigen Worten hatte die Gruppe „Celle steht auf“ auf Facebook zum Treffen in der Stadt aufgerufen. Da sich jüngst auch bekannte Neonazis bei „Celle steht auf“ eingereiht hatten, hatten Politiker aller Parteien bis auf die AfD diese Aufmärsche scharf kritisiert . Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) hält von dieser „Bewegung“ überhaupt nichts: „Bei diesen Veranstaltungen geht es nur um eins: Das hohe Gute der Versammlungsfreiheit zu missbrauchen, um den Staat und seine Vertreter zu verhöhnen und alle staatlichen Regeln zu missachten . Das nehmen wir nicht hin. Die Polizei wird Verstöße gegen Auflagen wie Maskenpflicht und Abstandsgebot verfolgen.“

Ungezählte Verstöße, zwei Anzeigen

Der Celler Polizei war es nur in zwei Fällen möglich, diesem Wunsch nachzukommen. Zwei amtsbekannte "Spaziergänger", die bei Regelverstößen erkannt wurden, bekommen demnächst Post vom Amt. Das sagt die Polizei zu dem Verlauf der Corona-Demo in Celle .