Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Anmelden
Celle Stadt CD-Kaserne: Jugendliche sind „digital müde“
Celle Aus der Stadt Celle Stadt

Celler CD-Kaserne: Jugendliche sind durchs Homeschooling „digital müde“

15:24 23.03.2021
Von Andreas Babel
Technik, die begeistert: "Haus 7" verfügt über eine VR-Brille sowie einen 3D-Drucker, die natürlich auch von den Jugendlichen genutzt werden. Zumindest war das vor dem Cotona-Lockdwon so. Jetzt setzt das Jugendzentrum auf Online- und Hyprid-Konzepte.
Technik, die begeistert: "Haus 7" verfügt über eine VR-Brille sowie einen 3D-Drucker, die natürlich auch von den Jugendlichen genutzt werden. Zumindest war das vor dem Cotona-Lockdwon so. Jetzt setzt das Jugendzentrum auf Online- und Hyprid-Konzepte. Quelle: Christian Link
Anzeige
Celle

Die Deutsche Telekomstiftung fördert derzeit ein Forschungsprojekt der CD-kaserne. Hierbei tauscht sich das pädagogische Team der CD-Kaserne Akteuren der Jugendarbeit aus ganz Deutschland zum Thema Digitalisierung aus.

Am 17. März fanden sich Vertreter von Jugendtreffs aus verschiedenen Bundesländern digital zusammen, um sich über Erfahrungen digitaler Kinder- und Jugendarbeit während der Corona-Pandemie auszutauschen. Anlass war die wachsende Herausforderung, trotz aktueller Corona Beschränkungen möglichst vielen Kindern und Jugendlichen einen Raum zu bieten, sich miteinander zu treffen und sprechen zu können.

Verschiedene Modell in Jugendtreffs

Anhand der Beispiele unter anderem der Jugendtreffs CVJM München, Schneverdingen und Steinwedel wurden nicht nur Möglichkeiten besprochen, wie Jugendarbeit während Corona aussehen kann, sondern auch, wie die Digitalisierung und Medialisierung der Lebensstile von Jugendlichen die Jugendarbeit beeinflusst. Der Praxisabgleich ergab: Viele Jugendzentren nutzen bereits zoom, um mit den Jugendlichen im Kontakt zu bleiben oder um in Gruppen Videospiele zu spielen. Auch Instagram wird von den Jugendzentren als Kanal genutzt, um Livevideos für gemeinsames Kreativwerden oder Kochen zu streamen.

Viele Kinder haben keinen Zugang zu Social Media

Alle Experten beobachten jedoch, dass viele Kinder über keinen eigenen Zugang zu Social-Media-Plattformen verfügen, sei es aufgrund der Altersbeschränkungen oder fehlender zuverlässiger Endgeräte. Außerdem sind die Jugendlichen in ihrem Alltag durch Homeschooling derart von digitalen Medien überrannt, dass die Bereitschaft, auch in ihrer Freizeit noch weitere digitale Angebote wahrzunehmen, abnimmt. Der Wunsch nach dem persönlichen Kontakt ist entsprechend hoch und fehlt dieser Altersgruppe in Zeiten der Pandemie ganz besonders. Die Antwort liegt in hybriden Formen der Jugendarbeit. Digitale Angebote werden gemeinsam mit den Jugendlichen nach ihren Bedürfnissen und Möglichkeiten entwickelt und zusätzlich „Drive-in“ Jugendtreffs angeboten.

Seit Ende 2020 Online-Jugendtreff in Celle

Luca Völling aus dem Team der CD-Kaserne fasst zusammen: „Jugendliche sind in Zeiten von Corona wesentlich schwerer zu erreichen, digital übermüdet und froh über den direkten Kontakt mit den pädagogischen Mitarbeitern und ihren Freunden. Wir bieten den Jugendlichen schon seit Ende 2020 einen Online-Jugendtreff mit regelmäßig wechselnden Angeboten über ihre sozialen Medien wie Instagram, Zoom oder Discord an. Das erfordert eine hohe Flexibilität und immer wieder die Spontanität, neue Angebote für und mit den Besuchern des Hauses 7 zu entdecken und diese auch bereits in die Ideenfindung einzubeziehen. Mit dem digitalen Konzept des Hauses 7, welches bis jetzt in der Arbeit mit den Jugendlichen genutzt wird, sind wir sehr zufrieden. Die sich ständig verändernden Bedienungen in der Pandemie lassen uns jedoch hoffen, dass der Jugendtreff mit entsprechendem Hygienekonzept zu gegebener Zeit wieder öffnen kann.“

CD-Kaserne gut aufgestellt

Die CD-Kaserne sieht sich insgesamt in der Digitalisierung sehr gut aufgestellt. Das Streamingprojekt „Check Out Celle – Gemeinsam entdecken!“, hat in den letzten Wochen mehr als 4000 Schüler im Wechsel-Unterrichts-Modell erreicht. Derzeit wird die Wanderausstellung „Was los Deutschland?!“ digitalisiert, und auch das Bundesmodellprojekt der CD-Kaserne „Wer sind wir?“ beschäftigt sich mit der Entwicklung von wirksamen Online-Interventionsstrategien für Jugendliche. Kein Wunder also, dass die CD-Kaserne derzeit auch auf vielen Fachtagungen präsent ist, um über diese Erfolge zu sprechen.

23.03.2021
Svenja Gajek 23.03.2021