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Celle Stadt Celler Bordellchefin wegen zu junger Angestellter verurteilt
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Celler Bordellchefin wegen zu junger Angestellter verurteilt
13:32 13.06.2010
Celle Stadt

Mitte Februar hatte die Celler Polizei eine Razzia in einem Bordell in der Itagstraße durchgeführt. Bei der Hausdurchsuchung stießen die Beamten auf insgesamt drei Prostituierte, die laut Gesetz hier nicht beschäftigt sein durften.

Laut Aussage der Angeklagten war die Rumänin seit Ende 2008 in dem Erotikclub beschäftigt. Dass die neue Angestellte noch nicht alt genug war, um dort arbeiten zu dürfen, habe sie angeblich nicht gewusst, sagte die Frau.

Dem eigentlichen Prozess war ein schriftliches Verfahren vorausgegangen. Darin wurde die Bordellbetreiberin aufgefordert, 100 Tagessätze à 20 Euro zu zahlen. Dagegen erhob sie Einspruch, so dass sie nun persönlich vor Gericht erscheinen musste.

Die 19-jährige Rumänin hatte sich inzwischen wieder in ihre Heimat begeben, so dass sie für eine Befragung nicht herangezogen wurde. Der Polizist, der sie nach der Razzia verhört hatte, lieferte jedoch glaubwürdige Aussagen. Demnach hatte die junge Frau der Angeklagten ihren Ausweis gezeigt und wiederholt erwähnt, dass sie noch nicht 21 Jahre alt ist. Das wurde auch von einer weiteren Belastungszeugin bestätigt.

Das Gericht sah es deshalb als erwiesen an, dass die Chefin über das Alter zumindest dieser Angestellten Bescheid wusste. Da laut Gesetz eine Person unter 21 Jahren nicht in geschäftliche sexuelle Handlungen gebracht werden darf, erging der Schuldspruch.

Die Geldstrafe von insgesamt 1650 Euro klingt mild. Ausschlaggebend hierfür war, dass die verurteilte Chefin vor Gericht ausgesagt hatte, dass sie von lediglich 390 Euro im Monat lebe. Die Amtsrichter glaubten ihr und einigten sich auf den verhältnismäßig niedrigen Betrag.

Von Stefan Kübler