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Celle Stadt Kriminalität, Skandale, Verkehr, Müll und Satire
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Celle blickt zurück auf das Jahr 2020: Was die Stadt neben Corona bewegte

14:46 30.12.2020
Polizeireiter erkunden Celle.
Polizeireiter erkunden Celle. Quelle: Oliver Knoblich
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Stadt Celle

Das war dann mal weg: Im Mai verschwindet an der Ecke Nordwall/Neumarkt die ehemalige Kultkneipe Rio‘s. Mit dem Abbruch des Eckhauses startet die zweite Abrissphase am Celler Nordwall, der Ende Juli auch die alte Nordwallhalle von MTV Eintracht Celle zum Opfer fällt. Zuvor hatte eine Bürgerinitiative vergeblich versucht, die Sportstätte mit Baujahr 1913 unter Denkmalschutz zu stellen.

Kulturschiff MS Loretta verlässt Celle in Richtung Bremen

Nach fünf Jahren im Celler Hafen gibt es auch hier einen Abschied: Das Kulturschiff „MS Loretta“ verlässt die Residenzstadt nach mehr als 150 Konzerten und nimmt Kurs auf Bremen. An der Weserpromenade soll es Mitte 2021 mit dem Konzertbetrieb weitergehen. Die Wappen von Celle bleibt dagegen auf der Aller, der allerdings im August das Wasser ausgeht. Der Pegelstand sinkt auf rekordverdächtige 89 Zentimeter.

Reiterstaffel der Polizei Hannover zieht ins Landgestüt Celle

Einen Umzug erlebt auch die Reiterstaffel der Polizei Hannover, die wegen einer Komplettsanierung ihrer Stallungen vorübergehend mit 31 Dienstpferden ins Celler Landgestüt umsiedelt. Der Biergarten am Stadtpalais füllt sich im Sommer erstmals seit Jahren wieder mit Leben. Ob das Comeback nur ein kurzes Zwischenspiel oder in 2021 wiederholt wird, ist noch unklar.

Die neue Halle im Sportzentrum Burgstraße wird dagegen auch in Zukunft den Celler Hallensport bereichern. Auch die neue Stützmauer am Bahnhof wird das Gesicht der Stadt noch lange prägen. Dass sich an den Straßen haufenweise Gelbe Säcke und Tonnen stapeln wird dagegen hoffentlich nur eine Momentaufnahme bleiben. Der Entsorgerwechsel beim Verpackungsmüll vom Abfallzweckverband zu der Firma RMG war alles andere als gut gelaufen.

Arbeiten an der neuen Brücke über die B214 in Altencelle.  Quelle: Michael Ende

Grünes Licht für Celler Ostumgehung

Nachdem der BUND sich mit den Straßenplanern über einen verbesserten Natur- und Artenschutz entlang der Trasse geeinigt hat, hat der Weiterbau der Celler Ostumgehung endgültig grünes Licht bekommen. In Altencelle beginnen kurz darauf die Bauarbeiten für die Brücke über die Braunschweiger Heerstraße. Sie sollen im Frühjahr kommenden Jahres abgeschlossen werden. Die Flugschneisen für die Fledermäuse wurden ebenfalls schon freigeschlagen. Anfang kommenden Jahres soll bereits die Überführung über den Berkefeldweg begonnen werden. Insgesamt sieht der Zeitplan vor, die restliche Trasse der Ostumgehung bis 2027 fertigzustellen.

Die Baustelle am Neumarkt aus der Luft. Quelle: Thomas Brandt

Äußerer City-Ring wird fertig

Die Arbeiten für den Bau des Äußeren Rings des Celler City-Verkehrs sind im Sommer mächtig voran gegangen. Ursprünglich sollten der Neumarkt und der Zwei-Richtungs-Nordwall nach rund zweijähriger Bauzeit Mitte 2021 fertig ausgebaut sein. Doch es ging erheblich schneller: Stadtbaurat Ulrich Kinder hatte die Pläne zum Ausbau des Äußeren Rings neu getaktet und Ende April den Ausbau des Neumarkts vor die Vollendung des Nordwalls gezogen, weil es bei den Baufirmen zu coronabedingten Logistikproblemen gekommen war. Das hat sich bewährt: Das Projekt wurde im Dezember ein halbes Jahr früher als geplant fertig.

Am 14. September kam es in der Neuen Straße in Celle zu einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft. Quelle: Oliver Knoblich

Überfall: Celler Juwelier erschießt Täter

Bei einem Raubüberfall auf ein Juweliergeschäft in der Neuen Straße erschießt Ladeninhaber Bernd Heinrichs beide Täter. Die 35 und 40 Jahre alten Männer mit Wurzeln in Russland oder der Ukraine kamen für den fehlgeschlagenen Coup extra aus dem Ruhrgebiet nach Celle. Ein paar Wochen nach der Tat wird ein dritter mutmaßlicher Komplize von einem Sondereinsatzkommando verhaftet – ein Bruder eines Täters. Er soll den Fluchtwagen gefahren haben. Der Juwelier sieht sich unterdessen zwei Monate lang einem Ermittlungsverfahren wegen Totschlags ausgesetzt. Kurz vor Weihnachten wird dieses eingestellt. Die Celler Staatsanwaltschaft stellt fest: Es war Notwehr.

Kurz Erinnert

Dunkle Wolken über Baker Hughes. Quelle: Oliver Knoblich

Entlassungen bei Baker Hughes: Krise in Erdölbranche

Die Misere der Erdöl- und Erdgasbranche trifft auch Celler Unternehmen wie Halliburton oder Itag.Bei Baker Hughes sollen 250 Stellen abgebaut werden, die Niederlassung in Hambühren soll schließen. Mitte Dezember dann die nächste schlechte Botschaft: Bei Baker Hughes sollen weiter Jobs abgebaut werden.

Auf dem ehemaligen Achillesgelände an der Ecke Burgstraße/St.-Georg-Garten baut Edeka einen Supermarkt. Quelle: David Borghoff

Zusage für Edeka: Nahversorger in Blumlage geplant

Nach Jahren des Wartens können sich die Blumläger auf den lang ersehnten Nahversorger freuen. Edeka möchte den Lebensmittelmarkt auf dem Achilles-Grundstück an der Ecke Burgstraße/77er Straße errichten. Weitere Flächen in der Nähe bieten zusätzliches Entwicklungspotenzial.

Kein Celler Wein bis 2022: Udo Schüßler. Quelle: David Borghoff

Satire um Celler Weinberg

Weil die Stadt Celle über Jahre versäumt hat, den Celler Weinberg offiziell als Anbaufläche anzumelden, muss Pächter Udo Schüßler die komplette, gerade einmal 0,3 Hektar große Fläche roden. Die Realsatire sorgt bundesweit für Schlagzeilen. Zahlreiche Fernsehsender berichten, darunter auch das NDR-Team von „extra 3“.

Tsellis - die versunkene Stadt. Quelle: Michael Ende

Versunkene Stadt Tsellis: Zeitreise in Altencelle

Archäologen, die die Trasse der künftigen B3-Ostumgehung untersuchen, haben bei Altencelle Überreste von Häusern, Feuerstellen und Vorratsgruben entdeckt, die mindestens 3000 Jahre alt sein dürften – ein Weiler aus der Bronzezeit vor den Toren der im Mittelalter versunkenen Stadt „Tsellis“.

Viele Menschen haben an der Ort in der Bahnhofstraße, an dem Arkan H.-K. zusammengebrochen ist, Blumen niedergelegt und Grablichter aufgestellt. Quelle: Benjamin Behrens

Arkan K. in Bahnhofstraße getötet

Im April wird der 15-jährige Arkan K. in der Bahnhofstraße erstochen. Der Täter muss dauerhaft in ein psychiatrisches Krankenhaus. Es war nicht die einzige Bluttat in 2020. Im September wird ein 54-Jähriger am Harburger Berg erstochen. Im Verdacht steht sein Neffe. Er war gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden. Diese Verbrechen erschütterten Celle 2020.

Das Allgemeine Krankenhaus in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

AKH Celle: Getrennte Wege

Das AKH und das Klinikum Peine trennen sich. Der Landkreis Peine kauft die insolvente Klinik. In Celle sorgt die Ausgliederung der tertiären Bereiche für Schlagzeilen. Vor dem Arbeitsgericht Celle landen 20 Klagen. Die Betroffenen wollen nicht für weniger Geld die gleiche Arbeit machen.

Nach einer Bombendrohung sperrte die Polizei das ganze Geländes des Silbersees ab. Auch Spürhunde kamen zum Einsatz. Quelle: Thorsten Wallheinke

Bombendrohung am Silbersee in Vorwerk

Nach einer anonymen Bombendrohung räumt die Polizei im August den Campingplatz am Silbersee. Beamte mit Spürhunden finden aber nichts. Offenbar wollte jemand dem neuen Betreiber schaden, der den Park seit Anfang 2019 auf Vordermann bringt.

Das Autokino in der CD-Kaserne zeigte unter anderem "Dirty Dancing". Quelle: David Borghoff

CD-Kaserne: Autokino kehrt in Coronakrise zurück

Durch die Coronakrise erlebt das Autokino ein Comeback. Auch vor der Celler CD-Kaserne genießen Kinogänger das nostalgische Gefühl, Hollywood-Streifen durch die Autoscheibe hindurch zu schauen. Leider ist nach wenigen Wochen schon wieder Schluss. Schade.

Der Celler Pflegeheimskandal sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Quelle: Hauke-Christian Dittrich

Skandal im Celler Pflegeheim Rolandstraße

Im Juni erschüttert ein Pflegeheimskandal in Celle die Bundesrepublik. Ganz Deutschland spricht über die Misshandlungen in einem Altenheim an der Rolandstraße, wo Mitarbeiter auch eine Seniorin per Video verhöhnten. Die Aufklärung der Vorwürfe dauert noch an. Nach Misshandlungen und Schmäh-Video in einem Celler Pflegeheim werten Ermittler haufenweise Material aus. Der Skandal könnte größer sein als gedacht.

Menschen und ihre Geschichten

Gino Jones eröffnet das Gino´s in der Bergstraße Quelle: David Borghoff

Gino Jones eröffnet Bar in Bergstraße

Ausgerechnet im Corona-Jahr startet Gino Jones seine Laufbahn als Gastronom. „Spaß haben ist das Ziel. Ich sage immer: No risk, no fun“, sagt der 18-Jährige bei der Eröffnung von „Gino‘s“ an der Bergstraße am 31. Oktober. Nach dem Lockdown will er mit seiner Gaststätte so richtig durchstarten. Ganz ähnliche Pläne haben auch Dominik und Christopher Stresing, die zeitgleich die Bar „DC Sportheim“ in der Schuhstraße eröffnet haben.

Max Zähle (links) mit Kalli Struck in der Bar "Zum Goldenen Löwen" am Großen Plan in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Regisseur Max Zähle dreht Tatort Münster

Ritterschlag für Max Zähle: Der in Celle aufgewachsene Regisseur darf einen Münster-Tatort drehen. Damit erklimmt Zähle, dessen Erstlingswerk „Raju“ bereits für den Oskar nominiert wurde und der zahlreiche Filmpreise abgeräumt hat, die nächste Stufe auf der Karriereleiter. Im Sommer kommt Zähle zusammen mit Hauptdarsteller Lucas Gregorowicz zum Celler Autokino, wo seine Celle-Hommage „Schrotten“ gezeigt wird.

Yasmin Becker mit der Filmklappe, den sie für ihren ersten Platz bei dem Wettbewerb Hannover Filmklappe bekommen hat Quelle: Vanessa Fillis

Yasmin Becker gewinnt bei Hannover Filmklappe

Bei der „Hannover Filmklappe“ feiert Yasmin Becker im Juli 2020 einen Doppelerfolg. Für die 19-jährige Filmemacherin aus Celle ist es nicht der erste Erfolg bei diesem und anderen Wettbewerben. „Die Ideen fliegen mir einfach so zu“, sagt Becker, die 2019 ihr Abitur am Ernestium absolviert hat. Im kommenden Jahr will sie eine Ausbildung zur Mediengestalterin Bild und Ton bei einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt starten.

AKH Celle: Chefarzt Professor Dr. Stephan Hollerbach als Top-Mediziner ausgezeichnet. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Professor Dr. Stephan Hollerbach ausgezeichnet

Professor Dr. Stephan Hollerbach vom AKH Celle schafft im September das Triple: Zum dritten Mal in Folge erhält er das renommierte „Focus“-Siegel „Top-Mediziner 2020“ im Bereich Gastroskopie. „Das ist eine tolle Anerkennung der täglichen Arbeit unseres gesamten Endoskopie-Teams“, sagt Hollerbach. Sein Kollege Professor Dr. Ulf Culemann könnte 2021 nachziehen. Der Chefarzt der Unfallchirurgie bekam das Siegel im Mai zum zweiten Mal.

Ho Ching Florence Tran Quelle: privat

Cellerin Ho Ching Florence Tran bei Wahl zur Miss Germany

Bei der Wahl zur „Miss Germany“ kommt die Cellerin Ho Ching Florence Tran unter die Top 5 in Niedersachsen. „Ich bin echt stolz, so weit gekommen zu sein. Damit habe ich bei meiner Bewerbung wirklich nicht gerechnet“, freut sich die 20-Jährige im Oktober. Die Studentin der Wirtschaftsinformatik, die 2017 ihr Abitur am Hölty-Gymnasium absolvierte, hatte sich zuvor beim Online-Voting gegen 15.000 Mitbewerberinnen durchgesetzt.

Bernd Ostermeyer am mit Schülern auf dem Schulhof des Kaiserin-Auguste-Victoria-Gymnasiums in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Bernd Ostermeyer geht am KAV in den Ruhestand

Im Januar geht Bernd Ostermeyer in den Ruhestand. Damit geht am Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasium eine Ära zu Ende. 30 Jahre lang hat Ostermeyer das KAV geleitet und maßgeblich geprägt. Der respekteinflößende und streitbare Pädagoge war immer ein Freund der klaren Worte und wohl gerade deswegen bei seinen Schülern sehr beliebt. Sein Credo: „Mein Wunsch ist, dass die Schüler möglichst stark werden.“

Brigitte Friedrich auf dem Gelände des Alten- und Pflegeheims Staschko in Celle. Quelle: Oliver Knoblich

Brigitte Friedrich zieht sich aus Altenpflege zurück

Nach 31 Jahren zieht sich Brigitte Friedrich im Juli aus der Altenpflege zurück. Die Unternehmerin, der insgesamt fünf Einrichtungen gehörten, verabschiedet sich von rund 110 Mitarbeitern. Friedrich war nicht nur viele Jahre als Vorsitzende des TuS Celle FC und in vielen Ehrenämtern tätig, sondern auch als Ordensschwester. „Das gibt mir viel. Das hat mich immer geerdet“, sagt sie. Künftig will sie sich verstärkt ihren Hobbys widmen.

Daniela Brückner auf dem Celler Bahnhof. Quelle: Oliver Knoblich

Daniela Brückner hilft Obdachlosen in der Bahnhofsmission

Bereits seit 20 Jahren arbeitet Daniela Brückner in der Bahnhofsmission, zehn Jahre lang in leitender Position. Sie hilft Reisenden und Obdachlosen in beinahe jeder Lebenslage. Für sie ist es ein Traumberuf, die Bahnhofsmission zu leiten. Sie sagt: „Mein Herz gehört hierher. Am Anfang konnte ich mir das nicht vorstellen und es ist auch nicht immer alles Sonnenschein. Aber man kann hier viel geben und bekommt ganz viel zurück.“

Lena Hohfeld. Quelle: Fremdfotos/eingesandt

Cellerin arbeitet für Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen

Die Cellerin Lena Hohfeld arbeitet für das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, dem diesjährigen Friedensnobelpreisträger. Die Organisation kämpft auf mehreren Kontinenten gegen Hunger und schafft damit eine Grundlage für Frieden und Stabilität. 2020 war auch für die promovierte Ökonomin von der Corona-Pandemie bestimmt. „Die Krise hat einen riesigen Einfluss“, sagt sie. „Noch mehr Menschen brauchen jetzt Hilfe.“

Stadtarchivarin Sabine Maehnert hört auf. Quelle: David Borghoff

Stadtarchiv Celle: Sabine Maehnert tritt ab

Im Herbst diesen Jahres schließt die 65-Jährige Stadtarchivarin Sabine Maehnert zum letzten Mal seit 2002 das Stadtarchiv in ihrer Funktion als dessen Chefin ab. Sie geht in den Ruhestand. Ihre letzte Arbeitsjahre waren mitunter geprägt von der Digitalisierung. „Das wird eine der zukünftigen Herausforderungen an die Kollegen sein“, sagt sie. Zukünftig möchte sie das Archiv aus Besucher-Perspektive kennenlernen.

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