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CZ pflanzt den Baum des Jahres

07:00 22.11.2021
Von Michael Ende
Im Herbst sind Buchen an ihrer charakteristischen Laubfärbung leicht zu erkennen. Wenn ihre Blätter nicht das Licht absorbieren, fällt es auf den Boden - im Frühjahr ideal für Frühblüher.
Im Herbst sind Buchen an ihrer charakteristischen Laubfärbung leicht zu erkennen. Wenn ihre Blätter nicht das Licht absorbieren, fällt es auf den Boden - im Frühjahr ideal für Frühblüher. Quelle: Julian Stratenschulte
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Tausende von jungen Rotbuchen wird die Cellesche Zeitung in diesem Winter zusammen mit ihren Lesern in einer von der Stiftung Life und den Bundesforsten unterstützten Aktion pflanzen. Doch warum ausgerechnet Buchen in einem Land, dessen Bewohner sich rühmen, sturmfest wie ihre Eichen zu sein? Die Antwort lautet: Weil genau das passt. Nicht umsonst ist die Buche der Baum des Jahres 2022.

Buche ist vielseitig und zäh

"Auf Standorten wie diesen kommt die Buche gut zurecht", sagt Förster Reiner Scharte, der für die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) Wälder wie diesen hier am Rande des Standortübungsplatzes in Scheuen betreut. Genug, aber nicht zu viel Grundwasser, mäßige Nährstoffversorgung, verlehmte Sande im Boden – das seien ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines Buchenwaldes, erläutert Nachwuchs-Försterin Laura Janausch. „Diesen hier hat mein Vor-Vorgänger vor 50 Jahren nach dem Waldbrand gepflanzt, und man kann sehen, dass er damals genau das Richtige getan hat“, meint Scharte.

"Auf Standorten wie diesen kommt die Buche gut zurecht", sagt Förster Reiner Scharte. Quelle: Michael Ende

Buchenwälder sind Lebensräume

"Mutter des Waldes" – so wird die Rotbuche auch genannt. Denn im Wald sorgt dieser Baum für gute Böden und bietet Nischen für viele Lebewesen. Gerade haben Fachleute ihn zum Baum des Jahres 2022 ernannt. Damit soll auf die Bedeutung der Rotbuche aufmerksam gemacht werden und darauf, was ihr zu schaffen macht. Rotbuchen heißen so, weil ihr Holz eine leicht rötliche Färbung hat. Meist sagt man aber nur Buchen zu ihnen. Im Herbst verlieren diese Bäume besonders viel Laub. Kleine Tiere am Boden zersetzen die Blätter und arbeiten sie wieder in die Erde ein. Dazu gehören Asseln, Tausendfüßler, und Fadenwürmer. Auch viele Käfer, Schnecken, Schmetterlinge, Vögel und Säugetiere fühlen sich im Buchenwald wohl. Solange mindestens 650 Millimeter Regen im Jahr fallen, geht es der Buche gut. Alte Buchen haben Probleme mit Trockenheit, die aufgrund des Klimawandels an manchen Orten zunimmt. Doch es gibt Hoffnung: Untersuchungen an Jungbuchen zeigen, dass die Bäume sich möglicherweise an das veränderte Klima anpassen können.

Genug, aber nicht zu viel Grundwasser, mäßige Nährstoffversorgung, verlehmte Sande im Boden – das seien ideale Voraussetzungen für die Entwicklung eines Buchenwaldes, erläutert Nachwuchs-Försterin Laura Janausch. Quelle: Michael Ende

Der Trick mit dem Schatten

Besondere Ansprüche an den Standort stellt die Buche nicht. Der Boden darf nur nicht zu nass oder zu trocken sein. Er kann ruhig sehr sauer und nährstoffarm sein, aber auch reiner Kalkboden kommt infrage. In der Konkurrenz mit anderen Waldbaumarten ist die Buche deutlich im Vorteil, und zwar durch ihre Laubkrone, die einen ungewöhnlich starken Schatten wirft. Unter dem dichten Kronendach der Buchen können außer Eiben, Stechpalmen und Weißtannen keine der anderen Baumarten lange überleben. „So können wir mit der Buche gezielt zum Beispiel die Amerikanische Traubenkirsche zurückdrängen“, sagt Scharte. Der Trick der Buche: Nur ihr eigener Nachwuchs hat eine ungewöhnlich hohe und ausdauernde Schattentoleranz. Junge Buchen können über viele Jahre, ja sogar Jahrzehnte in diesem Schatten in Warteposition verharren, wachsen aber sofort los, wenn durch einen abgestorbenen oder gefällten Baum ausreichend Licht durchs Kronendach fällt.

Das hat Zukunft: Junge Buchen in einem Nadelwald. Quelle: Michael Ende

Wälder für die Zukunft pflanzen

Beim behutsamen Gestalten des Waldes solle man „tunlichst nicht auf Moden achten“, sagt Scharte: „Wichtig ist, dass man genau die Baumarten nachpflanzt, die mit dem jeweiligen Standort am besten klar kommen – alles andere geht auf Dauer schief.“ Deshalb wolle man im Rahmen der CZ-Aktion jetzt auch zusammen mit CZ-Lesern Buchen pflanzen: „Das hat Zukunft.“

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