Celle Stadt

CDU/FDP gegen Schließung der Schuhstraße

Relativ überrascht sind CDU und FDP von der Kehrtwende, die die Stadt in Sachen „Schließung der Schuhstraße für den Verkehr“ vollzogen hat. Hatte man im Neuen Rathaus noch im Februar einen entsprechenden Antrag der SPD als „zu kurz gedacht“ bewertet, hält man nun langfristig die Verbannung des Verkehrs aus der Schuhstraße für denkbar. Doch dabei hat die Verwaltung die Rechnung ohne die Mehrheitsgruppe von CDU und FDP gemacht.

  • Von Gunther Meinrenken
  • 18. Nov. 2009 | 17:04 Uhr
  • 20. Juli 2022
  • Von Gunther Meinrenken
  • 18. Nov. 2009 | 17:04 Uhr
  • 20. Juli 2022
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Celle Stadt.

Unter Kaufleuten ist sie umstritten, in der Politik wird sie kontrovers diskutiert – die Öffnung der Schuhstraße, mit der vor vier Jahren die „Leerstands-Meile“ belebt werden sollte. Nachdem unter der Ägide des ehemaligen Oberbürgermeisters Martin Biermann (CDU) die Straße für den Verkehr freigegeben wurde, hält sein Nachfolger Dirk-Ulrich Mende (SPD) die Rückkehr zu einer Fußgängerzone langfristig und möglicherweise zeitlich beschränkt für denkbar. Doch dabei würde die Politik die Mehrheitsgruppe von CDU/FDP ein gehöriges Wörtchen mitreden und beide Parteien halten die Öffnung der Straße für gelungen.

„Die Schuhstraße ist eine richtig belebte Straße geworden, nicht nur was den Verkehr angeht. Dort hat sich eine besondere Angebotskultur entwickelt“, so der Eindruck von FDP-Fraktionschef Joachim Falkenhagen, der nicht bereit ist, „wieder einen Schritt zurückzugehen“. Falkenhagen hält das Thema nicht für geeignet, „um politische Grundauffassungen auf den Bedürfnissen der Menschen auszutragen“ und spielt damit darauf an, dass Oberbürgermeister Mende schon im Wahlkampf für die Schließung der Schuhstraße eingetreten war.

Auch der Gruppenpartner CDU zieht eine positive Bilanz der Öffnung: „Die Leerstände sind erheblich zurückgegangen“, stellte CDU-Fraktionsvorsitzender Heiko Gevers fest. Es gebe daher keinen Grund, die Straße wieder zur Fußgängerzone zu erklären.

Über die vom Seniorenbeirat kritisch angemerkte Unübersichtlichkeit der Verkehrssituation „müsse man an der einen oder anderen Stelle noch einmal nachdenken“, so Gevers, der anregte, dass die Verwaltung eine Evaluation zur Öffnung der Schuhstraße vorlegt.