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Celle Stadt Blindgänger: Verdacht auf zweite Bombe
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Blindgänger: Verdacht auf zweite Bombe
13:40 13.06.2010
Von Gunther Meinrenken
Zwischen Parkhaus und Bahnhofsunterführung sind die Kampfmittelexperten auf eine zweite Verdachtsfläche auf eine Fliegerbombe gestoßen.
Zwischen Parkhaus und Bahnhofsunterführung sind die Kampfmittelexperten auf eine zweite Verdachtsfläche auf eine Fliegerbombe gestoßen. Quelle: Peter Müller
Celle Stadt

So ganz genau und gewissenhaft, wie es eigentlich hätte sein sollen, hat man wohl vor mehr als einem Jahrzehnt, als das Parkhaus am Celler Bahnhof gebaut wurde, den Untergrund nicht nach Überresten des Bombenangriffs auf Celle vom 8. April 1945 abgesucht. Darauf deutet zumindest jetzt die Tatsache hin, dass man im Vorfeld der möglichen Bombenentschärfung am kommenden Sonntag, 11. April, auf eine weitere Verdachtsfläche auf einen Blindgänger gestoßen ist. Das teilte die Stadt auf Nachfrage der CZ bei der gestrigen Pressekonferenz zur möglichen Evakuierung am Sonntag mit. Demnach wurde ein metallener Gegenstand zwischen der Fahrradauffahrt zum Parkhaus und der Bahnunterführung am Bahnhof in etwa zwei Metern Tiefe unterhalb der dortigen Grünfläche gefunden.

Sondierung des Baugrunds bis heute Mittag: Für die Experten der Kampfmittelbeseitigung heißt das, dass sie nun am Sonnabend zwei Verdachtsflächen auf den Grund gehen müssen. Zu zeitlichen Verzögerungen bei der Bombenentschärfung soll es nach Auskunft der Deutschen Bahn nicht kommen. „Wir werden jetzt zwei Teams bilden, die sich gleichzeitig mit den Verdachtsflächen beschäftigen“, sagte Hardy Prüßner von der DB Projektbau. Noch kann allerdings nicht ausgeschlossen werden, dass noch weitere Verdachtsflächen hinzukommen. Die Sondierung des Baustellenbereichs wird erst heute Mittag beendet sein, wie Prüßner bekannt gab.

Bürger-Telefon läuft heiß: Unterdessen laufen bei der Stadt die Telefone heiß. Beim eigens für alle Fragen rund um die Bombenfunde und die mögliche Evakuierung der Bevölkerung am Sonntag eingerichteten Bürger-Telefon unter s (05141) 12456 herrscht reger Betrieb. Um die Leitung zu entlasten und für die Betroffenen einen besonderen Service anzubieten hat die Cellesche Zeitung seit gestern unter www.cellesche-zeitung.de die zehn häufigsten Fragen rund um die möglichen Bombenfunde und die Evakuierung ins Internet gestellt.

600 Helfer im Einsatz: Sollte es am Sonntag zu einer Entschärfung von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg kommen und die Bevölkerung im Umkreis von etwa einem Kilometer rund um den Bahnhof evakuiert werden müssen, werden etwa 600 Einsatzkräfte der verschiedensten Organisation für einen möglichst reibungslosen Ablauf sorgen. 250 Feuerwehrleute, 250 Polizeibeamte in verschiedenen Schichten, 50 bis 70 Helfer von Arbeiter-Samariter-Bund, dem DRK, den Johannitern und den Maltesern sowie Hilfskräfte des THW und der Stadt, werden an den unterschiedlichsten Stellen die Evakuierung unterstützen. Die Polizei etwa wird auch einen Hubschrauber im Einsatz haben.

Notunterkunft CD-Kaserne: Die Stadt Celle rechnet damit, dass etwa zehn Prozent der betroffenen 9000 Bürger die Notunterkunft in der CD-Kaserne nutzen werden. Daher werde man die Räumlichkeiten gegebenenfalls ab Samstagabend für 900 Personen herrichten. In der CD-Kaserne werde zudem ein Imbiss in Form einer Suppe gereicht. Die betroffenen Celler sollten allerdings auch selbst genügend Nahrungsmittel einpacken.