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Celle Stadt Behauptung ohne Beweis
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Behauptung ohne Beweis
15:09 13.06.2010
Celle Stadt

Bislang ist es nur die Behauptung eines wegen Steuerhinterziehung und Beihilfe zum Betrug vor Gericht stehenden ehemaligen deutschen Waffenlobbyisten. Sollte sich aber als wahr herausstellen, was Karlheinz Schreiber da gestern öffentlich vortrug, dürfte die CSU auch fast zwei Jahrzehnte nach dem Verbuchen von angeblich „unzulässigen Spenden“ in Millionenhöhe ein großes Problem bekommen.

Seit langem ist unklar, ob Schreiber wirklich etwas weiß oder ob er zu seiner Verteidigung tatsächlich nur mit Nebelkerzen um sich wirft, wie die Ankläger es ihm unterstellen. Denn Schreiber fährt mit seinen Aussagen zum angeblichen Stückeln von Spenden an die CSU über die Namen Verstorbener aus Todesanzeigen zwar schweres Geschütz gegen die bayerischen Christsozialen auf. Den knallharten nachvollziehbaren Beweis seiner Angaben blieb er bisher aber schuldig. Immer, wenn’s konkret wird, kann Schreiber Konkretes nicht liefern.

Wenn die CSU wirklich nichts zu verbergen und ein reines Gewissen hat, sollten die heute Verantwortlichen nach dem raschen Dementi so schnell wie möglich öffentlich Auskunft geben über die Spendeneinnahmen zu Beginn der 1990ziger Jahre. Der 1988 verstorbene Übervater Franz Josef Strauß war da zwar schon einige Jahre tot, soll aber zu Lebzeiten von der Existenz einer inoffiziellen CSU-Kasse gewusst haben.

Vor Gericht spricht Schreiber über ein Schweizer Nummernkonto, auf das die Spenden geflossen sein sollen. Dummerweise hat er niemals Kontoauszüge gesehen und kann auch nicht erklären, bei welcher Bank dieses Konto geführt wurde. Nach den „jüdischen Vermächtnissen“ der hessischen CDU ist es auch der CSU zuzutrauen, dass sie auf derart geschmacklose Weise die Namen Verstorbener missbraucht. Jetzt ist es an Schreiber, den Beweis anzutreten – oder an der CSU, den Vorwurf glaubhaft zu entkräften.

Von Hans-Jürgen Galisch