Juden in Deutschland

Nicht nur Teil des Nationalsozialismus

Jüdisches Leben in Deutschland ist viel mehr als nur ein Teil des Nationalsozialismus. Celler Schüler beschäftigen sich auch mit jüdischer Musik und Esskultur.

  • Von Cellesche Zeitung
  • 11. Feb. 2022 | 09:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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  • 11. Feb. 2022 | 09:00 Uhr
  • 12. Juni 2022
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Celle.

"Die Plakate sind individuell gestaltet, nicht langweilig, die Farben sind gut. Es macht Spaß, sie zu lesen", sagt Jiana Alo, Schülerin der Albrecht-Thaer-Schule BBS III in Celle. Zusammen mit anderen Schülern steht sie vor den vielfältig gestalteten Plakaten in der Pausenhalle und liest sich interessiert die Berichte und Stellungnahmen zur jüdischen Geschichte in Deutschland durch.

"1700 Jüdisches Leben in Deutschland"

Beim Betrachten der Ausstellung "1700 Jüdisches Leben in Deutschland" – Teil des Projekts "#2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland", bei dem noch bis Sommer 2022 bundesweit rund 1000 Veranstaltungen ausgerichtet werden – wird einem verdeutlicht, dass das Judentum beziehungsweise jüdisch zu sein viel mehr ist, als nur ein Teil des Nationalsozialismus, wo Juden konsequent verfolgt wurden.

Martina Wertheimer-Ehlers: durch Ausstellung und Auseinandersetzung Verständnis für Judentum

Genau das ist auch das Ziel von Martina Wertheimer-Ehlers, Lehrerin für Politik und Beauftragte für Internationalisierung, die die Ausstellung an die Schule geholt hat. Noch bis 18. Februar kann sie angeschaut werden. "Die Ausstellung und die Auseinandersetzung mit dem Judentum sollen Brücken bauen, Verständnis für Feiertage, wie beispielsweise Pessach, und Lebensfeste entwickeln sowie Vorurteile und Ängste vor dem Unbekannten abbauen", sagt Wertheimer-Ehlers. "Auch andere fröhliche Aspekte wie der jüdische Humor, Musik und Tanz sollen als Teil der lebendigen jüdischen Kultur in Deutschland verstanden werden."

Thema auch im Unterricht

Um das zu erreichen, werden die Geschichte und die Gegenwart des Judentums sowie die Entstehung, Ausprägungen und Folgen von Judenhass parallel auch im Geschichts-, Religions-, Politik- und Deutschunterricht behandelt.

Offener Umgang mit Judentum

Die Schüler finden die Ausstellung gut. So werde das Thema besser veranschaulicht als nur durch Bücher, sagt Haily Siedersleben. "Ich finde es traurig, was früher passiert ist, aber es ist gut, dass wir jetzt offener damit umgehen und man sich bei der Ausstellung auch informieren kann."

Rassismus und Antisemitismus bereits Kindern beibringen

Jasper Lotzing findet es ebenfalls wichtig, sich mit dem Judentum auseinanderzusetzen – auch schon im Schulunterricht. "Intoleranz ist mein größter Feind", sagt er. Schon Kindern sollte etwas über Rassismus und Antisemitismus beigebracht werden, um dieses Land freundlicher zu machen.

Jüdische Essens- und Trinkvorschriften

Auch die Integration des Ausstellungsthemas in den Unterricht kommt bei den Schülern der Albrecht-Thaer-Schule gut an. Es finden Gruppenarbeiten und Präsentationen statt. Haily Siedersleben und Jacqueline Höft haben sich zum Beispiel mit den Essens- und Trinkvorschriften im Judentum beschäftigt und herausgefunden, dass Hühner-, Rind- oder Lammfleisch erst verzehrt werden darf, wenn es kein Blut mehr enthält. Das bedeutet, dass die Tiere beim Schlachten komplett ausbluten müssten.

Von Katharina Jäger

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