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Celle Stadt Auf Sicht – und auf gut Glück
Celle Aus der Stadt Celle Stadt Auf Sicht – und auf gut Glück
15:30 13.06.2010
Celle Stadt

Hoffen wir, dass bei diesem Spiel niemandem etwas Ernstes passiert. Sicher: Der Wunsch zehntausender Urlauber, nach Tagen des Wartens und der Ungewissheit endlich nach Hause zu kommen, ist groß. Auch die Sorgen der Fluglinien und der Wirtschaft insgesamt wegen tatsächlicher oder drohender Millionenverluste lassen sich nicht von der Hand weisen. Doch eines muss weiter über allen diesen Interessen stehen: die Sicherheit der Menschen. Bisher hat Verkehrsminister Peter Raumsauer hier Mut und Entschlossenheit bewiesen. Dem widersprechen aber die „Sichtflüge“. Der CSU-Politiker fordert auch hierbei „absolute Sicherheit“. Doch die gibt es nicht.

Wie groß wären Aufregung und Geschrei, würde sich im Chaos am Himmel über Deutschland oder einem anderen europäischen Land eine Flugzeugkatastrophe ereignen, die direkt oder indirekt auf die Wolke aus Vulkan­asche zurückzuführen wäre.

Drücken wir den Piloten die Daumen, dass sie bei ihren „Sichtflügen“ nichts übersehen. Auf die Asche müssen sie nicht achten. Die Wolke gibt es wirklich, wie Wissenschaftler inzwischen nachgewiesen haben. Nur sehen kann man sie nicht. Unter der Wolke geflogen wird aber auch auf gut Glück. Ein kleinster menschlicher Fehler kann schnell eine große Katastrophe auslösen. Und kein Profi der Lüfte sollte sich selbst überschätzen.

Wohin das führen kann, hat die Tragödie um den Absturz des polnischen Präsidentenflugzeuges mit 96 Toten vor eineinhalb Wochen gezeigt. Wer auch immer das letzte Wort hatte im Flieger vor dem vierten und dann für alle Flugzeuginsassen tödlichen Landeversuch im Nebel von Smolensk.

Von Hans-Jürgen Galisch